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Magdeburger Warte - Marienborn - Morsleben - Magdeburger Warte (Zu einer der ältesten deutschen Marienwallfahrten)

Autor: Uwe Barthauer
Letzte Aktualisierung: 16.09.2012

Magdeburger Warte - Marienborn - Morsleben - Magdeburger Warte

Zu einer der ältesten deutschen Marienwallfahrten


Wandern

Dauer Jahreszeit Straße
Piste/Feldweg Wanderweg- pfad
24 km 6 - 8 Std. März - Okt.     5%
       30%          65%

Schwierigkeit

Höhendifferenz

Frequentierung

Unterkunft

Sonstiges
leicht   niederig     niederig
   privat schattige Waldwanderung
 
» Legende

Östlich von Helmstedt erstreckt sich,
zwischen den Ländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, der Lappwald als kleiner 20 km langer und 5 km breiter und nur 211 m hoher Höhenzug. Schon immer war er Grenzwald und beherbergt doch eine Reihe von bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten, wie den Schlosspark von Harbke mit seinen dendrologischen Raritäten. Das Gneisenau-Mausoleum in Sommerschenburg, die Ruine der Walbecker Stiftskirche oder jenem Ort, dessen Namen die meisten von uns eher mit schikanösen Grenzkontrollen, als mit dem wahrscheinlich ältesten deutschen Marienwallfahrtsort - Marienborn - verbinden. Eine überwiegend schattige Waldwanderung durch eine ehemals verschlossene und fast vergessene Landschaft

Zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Marienkapelle Marienborn
  • Magdeburger Warte
  • Blick auf Harpke
  • Blick zum Elm
  • Harpker Wanderhütte
  • Ehem. Orangerie Marienborn
  • Bei Marienborn
  • Marienstatue
  • Marienkirche Marienborn

Wanderkarte


Magdeburger Warte - Marienborn - Morsleben - Magdeburger Warte

 

Durch den Harbker Forst

 

Lappwald - wer außer den Bewohnern der Umgebung hat diesen Namen je gehört. Über seine Höhen verlief einst die innerdeutsche Grenze. Seit über 1000 Jahren ist er schon Grenzwald  und hat, wie so viele der alten Grenzen, eine reiche  Vergangenheit, die sich auch in historischen Baudenkmalen äußert.

Eigentlich ist er gar kein richtiges Gebirge, sondern bloß ein Sedimentblock, der horstartig stehen blieb als sich die Umgebung senkte. Besonders zwischen Elm und Lappwald ist die Senke  deutlich ausgeprägt. So ist die Westflanke auch wesentlich markanter als die Ostabdachung und vermittelt den Eindruck eines "richtigen Gebirges". Auf dem Grund dieser Senke entstanden dann jene tertiären Moore, die, bedingt durch das subtropische Klima und nach späterer Überdeckung durch Geschiebe, das Helmstedter Braunkohlerevier bildeten. Heute weitgehend ausgekohlt, entsteht in dem ehemals größten Tagebau Wulfersdorf ein gewaltiger See, der der Erholung und der Freizeitgestaltung dienen soll.

Wir starten an der unmittelbar an der B1 und an der ehemaligen Grenze gelegenen Magdeburger Warte, eine der früheren und im 19. Jahrhundert restaurierten Warte der Helmstedter Landwehr. Gehen rechts an der Warte, auf dem neuen provisorisch angelegten Weg, vorbei bis zum alten Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen und biegen hier nach rechts ab. Rechts und links von Jungwald begleitet, ist von dem früheren Todestreifen nichts mehr zu sehen und nichts, aber auch nichts, erinnert mehr an die deutsche Teilung.

Dem Kolonnenweg bis zur Bahnstrecke Braunschweig - Magdeburg folgen und nach links auf dem Asphaltweg weiter. In sanftem auf und ab etwa 1,5 km bis zur Straße Morsleben - Harbke. Hier die Bahn überqueren und auf dem nächsten Weg links durch den Harbker Forst, einem herrlichen Laubmischwald mit z.T. gewaltigen Baumriesen und prähistorischen Grabhügeln.

Auf dem allmählich ansteigenden Weg bis zu einer  sich auf einer Lichtung befindlichen Wegkreuzung und hier nach links. Nun in einem Rechtsbogen am Waldrand entlang allmählich ansteigend nach Süden. Die Landschaft hier, mit ihren Feldern, den Waldstücken und den baum- und strauchgesäumten Feldwegen bietet einen parkartigen Charakter.

Jetzt bergab bis zum Querweg und hier nach rechts in den Wald hinein. Rechter Hand eine Trafostation. Unser Weg, eine breite Forststraße, wird gesäumt von Kastanienbäumen und führt ca. 2 km in sanftwelligem auf und ab  nach Westen. An der nächsten Wegekreuzung der Ausschilderung nach links - "Blauer Berg", "Bärengrund "- folgen. Geradeaus geht es nach Harbke mit seinem sehenswerten Schlosspark.
 

Zur Harbker Wanderhütte


 
August Ferdinand von Veltheim-Harbke ließ hier Ende 18. Jahrhundert einen Park  nach englischem Vorbild anlegen und bepflanzte ihn mit exotischen Gehölzen. Auch betrieb er einen lukrativen und schwunghaften Handel mit Pflanzen. Wegen seiner Verdienste um die Botanik, wurde ihm zu Ehren die Gattung der afrikanischen Kaplilie Veltheimia benannt. Sein Sohn Röttger entwickelte den Park weiter, der heute zu den Gartenträumen Sachsen-Anhalts gehört.
 
Wir wandern jedoch, wie gesagt, nach links und erreichen nach wenigen Metern den Waldrand. Linker Hand stehen vereinzelte alte Buchen Mit ihrem ausgesprochenen knorrigen Wuchs, so Marke "Eulenhotel" machen sie einen impossanten Eindruck. Leider sieht man solche Exemplare nur noch selten in unseren Wäldern. Unser Weg zieht sich in ständigem auf und ab dahin. Oben rechts am Waldrand unter einer mächtigen Eiche eine Bank die zu einem kurzen Verweilen einlädt. Weit geht von hier der Blick über Harbke hinüber zum Elm. Im Hintergrund ist das Kraftwerk Buschhaus zu sehen.

Noch einmal kurz bergauf und dann senkt sich der Weg ab hin zu einem kleinen Bachlauf. Hier nach links in den Wald hinein und immer oberhalb des Baches bleiben. Dort wo der Weg den Bach auf einer Brücke überquert, die Uferseite wechseln und weiter bis zum Jagdstand. Hier nicht dem Weg aufwärts folgen, sondern den schmalen Pfad der sich dem Bach entlang zieht und sich gemählich aufwärts windet, weiter wandern.

Oben erwartet uns dann die Harbker Wanderhütte. Auf der davor befindlichen Wiese befindet sich eine Sitzgruppe die eine ausgiebige Rast ermöglicht. Die leeren Tiergehege und -käfige weisen darauf hin, das sich hier einst eine Art Tiergarten befand. Der Zustand und die Größe der Gehege lassen jedoch vermuten, dass es den Tieren mehr Qual denn Heimat war.
 
Den Weg weiter bergauf  noch ein kleines Stück durch den Wald und am Waldrand nach links immer zwischen Feld und Wald entlang. Nach der Biegung, an der Weggabelung, den Weg abwärts nehmen und nicht der Ausschilderung "Bullenspring" nach gehen, über Wiese und Bach zur Twölften Mühle und hier den befestigten Feldweg nach rechts leicht bergauf etwa 1km nach Marienborn hinein.

 

und weiter zur Marienborner Wallfahrt

 
 
Auf der Friedensstraße nach Marienborn hinein, am Steinweg nach rechts bis zur Hauptstraße und hier nach links. Am Waldrand  dann rechter Hand die Marienkapelle. Um 1190 wurde die erste Kapelle hier über einer Quelle - dem Marienborn errichtet, an einem Ort, der bis dahin "Mordtal" genannt wurde. Die jetzige Kapelle wurde 1836 nach Plänen des Braunschweiger Hofbaumeisters Peter-Josef Krahe erbaut und nach der Wende vor dem Verfall gerettet und wieder restauriert.
 
Bereits 1191 wurde hier durch den Magdeburger Erzbischof Wichmann (dem Gegenspieler Heinrich des Löwen) ein Hospital errichtet, aus dem zwischen 1210 und 1250 ein Augustinerinnenkloster hervorging, das mit Nonnen aus dem nahen bei Helmstedt gelegenen Kloster Mariental besetzt wurde. Nach der Reformation dann in ein Damenstift umgewandelt und 1810 unter Jerome v. Westfalen aufgelöst.

Trotz aller dieser Wirren blieben die Wallfahrten, wenn auch nur noch abgeschwächt bestehen, bis sie 1935 durch die Nationalsozialisten verboten wurden. Das sie nach 1945 nicht wieder aufgenommen wurden, dürfte nicht weiter verwunderlich sein, zumal der Ort auch noch im Sperrgebiet lag. Heute ist man sowohl von katholischer wie von evangelischer Seite aus bestrebt die Wallfahrten wieder zu beleben.

Noch ein kurzes Stück weiter auf der Straße und dann links zum Gemeindeplatz abbiegen. Vor uns sehen wir die Reste der vormaligen Orangerie, die beiden Glashäuser rechts und links fehlen. Die frühere Brauerei und den einzigen verbliebenen Flügel des Schlosses, im dem heute die Gemeindeverwaltung untergebracht ist. Dahinter dann die Marienkirche. Das betreten des Kreuzganges erfolgt auf eigene Gefahr. Auch ist noch das Dormitorium des ehemaligen Klosters erhalten.

Wer Kirche oder Marienkapelle besichtigen möchte, wendet sich an die Adresse, die in dem Informationskasten neben der Tür ausgewiesen ist. Ich war allerdings zur Mittagszeit da, und da ich es selber hasse beim Mittagsmahl gestört zu werden, unterblieb die Besichtigung. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Dann eben beim nächsten mal.
 
Wer zur Räuberhöhle möchte, geht vorher die Haupstraße weiter, bis zu den letzten Häusern,  hier auf den Wald zu und etwa 100m bergauf bis zur Höhle. Hier soll sich einst der Räuberhauptmann Rose - mit richtigen Namen Carl Wallmann - mit seiner Bande versteckt haben.
 
Wir gehen den Fußpfad zwischen dem früheren Pfarrhaus und der Brauerei bis zur Straße Schulberg und auf selbiger aufwärts bis zum Waldrand. Hier dann nach rechts und immer am Waldrand bis zu der nach Morsleben führenden Straße. Den vor uns befindlichen Bahnübergang der Strecke Braunschweig - Magdeburg überschreiten und den nächsten Weg links ab.
 

über Morsleben zurück zur Magdeburger Warte



Der Weg führt uns immer an der Bahn entlang und stellt sich als ein kaum genutzter und fast zugewachsener Waldweg dar. Am Ende des Waldes rechts am Waldrand bergab, noch ein kleines Stück nach rechts und den kleinen Bach überschreiten, den schmalen Pfad aufwärts und nach links den grasbewachsenen Feldweg weiter aufwärts bis zur Straße.

Über die Straße und den Weg rechts abwärts. Unter der Autobahn hindurch und weiter geradeaus oberhalb des Baches bis nach Morsleben. Kurz vor Morsleben dann der alte Eisenbahnviadukt des früheren Schachtanschlußes des alten Kalischachts und jetzigem "Atomklo". Das einzige genehmigte Endlager für radioaktivem Abfall und genauso baufällig wie der Schacht Asse. Gorleben, Morsleben, Asse, Schacht Konrad - wir werden hier so richtig mit dem Dreck zu gemüllt. Da wird Widerstand zur Bürgerpflicht!!! Fast könnte man Mitleid mit den Polizeibeamten haben, die hier als "Prügelgarde" gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden. Aber nur fast.

Am Ortseingang von Morsleben nach rechts in den Badeweg und bis zur B1. Hier nach links und dann rechts in die Bauernstraße abbiegen. Am Ende nach rechts in die Mühlenstraße und weiter bis zur Allermühle, einem Cafe mit nostalgischem Flair und einem gewissen historischen Interieur. Auch besitzt Morsleben eine sehenswerte Wehrkirche in z.T. romanischem Baustil.

Nach erfolgter Labung und hoffentlich erfolgreicher Regeneration der körperlichen Kräfte, auf der Mühlenstraße zurück und nach einem Rechtsbogen rechts in die Beendorfer Straße einbiegen. An dem Schacht vorbei und aus Morsleben hinaus. Am Ortsausgang dann links in den Feldweg einbiegen und aufwärts bis zum Wald. Rückwärts gewandt, geht der Blick über das obere Allertal.

Im Wald geht nach ca. 100m links ein neuer Weg ab. Diesen nicht beachten sondern weiter geradeaus bis zum ehemaligen Kolonnenweg (erkennbar an den zweireihig verlegten Betonplatten). Auf diesem nach links in Richtung Südwesten bis zur B1. An dieser nach rechts auf dem Schotterweg an der Autobahnauffahrt vorbei und am Ende nach links über die Bundesstraße und auf der schmalen Asphaltstraße weiter bis zu einer Autobahnbrücke, die früher den Grenztruppen diente. Links sieht man die alten Abfertigungsanlagen und jetzige Gedenkstätte Marienborn. Der einzige erhalten gebliebene Grenzübergang.

Wer vorher auf den neuen Waldweg geraten ist, keine Panik. Führen doch alle Wege nach Rom. Einfach weiter und am Ende auf den Grasweg nach links und in einem weiten Rechtsbogen bis zum Kolonnenweg. Und dieser ist nun wirklich nicht zu verfehlen. Beton, Beton, Beton. Das vorherrschende Baumaterial der DDR. Hätte sie nicht schon 1990  aufgehört zu existieren, wäre sie wohl später aus Mangel an Sand eingegangen.

Nach der Brücke, unmittelbar an der Autobahn nach rechts. Was jetzt kommt ist einfach nur deprimierend. Rechts die Betonmauer, die die DDR zur Autobahn hin abschirmte, links der Streckmetallzaun und dahinter die Kasernen der Grenzer. So müssem sich die Affen im Zoo fühlen - immer am Zaun hin und her.

Den Weg weiter nach Westen, immer an der Mauer lang, bis kurz vor dem Kontrollturm. Hier wieder nach links auf den Kolonnenweg einbiegen und etwa nach 1 km dann rechts wieder der provisorische Weg. Auf diesem nach rechts, über die Helmstedter Landwehr und an der Warte vorbei, aus dem Wald hinaus, haben wir unseren Startpunkt wieder erreicht .
 

Nützliche Hinweise und Informationen



Anreise
 
Mit dem Pkw: A2 bis Ausfahrt Helmstedt Ost. auf der B1 Richtung Helmstedt bis zum Waldrand. Links die Magdeburger Warte. Parkmöglichkeit an der Warte.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
 
Bus 391 ab Helmstedt Bahnhof bis Fiuggiring. Start und Ziel liegen im Tarifgebiet des VRB. Niedersachsen- und Schönes-Wochenende-Ticket werden anerkannt.
 
Fahrplanauskunft hier

Kartenmaterial
 
L 3732 Helmstedt
Landesvermessung und Geoinformationen Niedersachsen

L3932 Oschersleben/Bode
Landesvermessung und Geoinformationen Sachsen-Anhalt

KV-Plan Helmstedt/Lappwald
1:25000
KV-Verlag Hans Tacken Essen
ISBN-978-3-89641-342-0


Einkehr und Verpflegung

            Allermühle Morsleben
                  Mühlencafe
                 Öffnungszeiten:
                 Täglich ab 14:00
                 Mo+Di Ruhetage



Unterkunft

In Helmstedt stehen Unterkünfte verschiedener Kategorien zur Verfügung


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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
 © Uwe Barthauer Braunschweig

letzte Änderung: 21.12.2015
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