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Tipp: Wo die Stürme jagen (der Darsser Weststrand)

Autor: »Uwe Barthauer
Letzte Aktualisierung: 01.08.2009
 

Wo die Stürme jagen

 Der Weststrand auf dem Darss

 
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  • Der letzte seines Standes
  • Blick aufs Meer
  • Wanderdüne
  • Erosion
  • Windflüchter
  • Nach verlorenem Kampf
  • Gefallen
  • Die Nächsten

 Einst, so hört ich erzählen, ward vor undenklichen Zeiten ‑ alles vermag ja die Zeit in ihrem Laufe zu ändern ‑ Land gerissen vom Land, da beide Gestade früher eins gewesen...”

(Homer)
 

 Der Weststrand

 

In Mecklenburg‑Vorpommern, zwischen den Hansestädten Rostock und Stralsund, erstreckt sich längs der Ostseeküste die Halbinsel Fischland‑Darss‑Zingst. Hier im Herzen des Nationalparks “Vorpommersche Boddenlandschaft”am Weststrand des Darsses, ist ein Schauspiel der besonderen Art zu sehen: Wind und Meer tragen Jahr für Jahr, vom Menschen völlig unbeeinflusst, Landmassen des Darsses ab um sie etwas weiter nördlich wieder anzulanden. Was zwischen Ahrenshoop und dem Darsser Ort Jahr für Jahr abgetragen wird (durchschnittlich 1 Meter), wird nördlich des Darsser Ortes wieder angelandet.

Geologische Prozeße verlaufen im allgemeinen über Zeiträume ab, die für den Menschen ‑ wenn überhaupt ‑ kaum wahrnehmbar sind. Ausgenommen davon sind Veränderungen maritimer oder fluviatiler Art bzw. vulkanischer Aktivität. Wer hier am Weststrand des Darsser Waldes entlangwandert, kann sich eine Vorstellung davon machen, welche ungeheuren Kräfte seitens des Meeres auf das Land einwirken. Jedes Jahr drängt das Meer den Wald zurück und lässt Bäume, die schon Jahrzehnte fest verwurzelt in ihrem Wald standen, als abgestorbene “Baumleichen” zurück. Selbst Gebäude, die noch vor wenigen Jahrzehnten mehrere hundert Meter vom Strand entfernt lagen ‑ wie das Jagdhaus Herrmann Görings ‑ sind heute in den Fluten verschwunden.
 
Nördlich des Darsser Ortes jedoch werden diese gewaltigen Sandmassen wieder angelandet, und so wächst das Land, wie die Jahresringe eines Baumes, Dünenzug um Dünenzug ‑ sogenannte Reffe ‑ nach Norden. Die dazwischen liegenden, noch von Meerwasser gefüllten Senken ‑ als Riggen bezeichnet ‑ süßen allmählich aus, bilden zunächst Brackwasser‑ und dann Süßwasserseen, um schließlich in Feuchtgebiete überzugehen. Die Dünen verwandeln sich von Weißdünen über die Grau‑ in Braundünen um. Ein Blick vom Leuchtturm verdeutlicht das. Als seiner Zeit der Leuchtturm erbaut wurde, lag er noch unmittelbar an der Wasserlinie. Heute ist er schon mehrere hundert Meter vom Wasser entfernt.
 
 

 Flora und Fauna

 
 
Zunächst fallen an der Abtragungsküste die einseitig gewachsenen Bäume, so genannte “Windflüchter” auf. Auch Gruppen von strauchartigen Buchen, oft schon Jahrzehnte alt, die sich vorm Wind duckend allmählich von West nach Ost ansteigen ‑ Windschur ‑ zeugen von den atmosphärischen Kräften, denen sich die Vegetation anpassen muss. Ein Rundgang nördlich des Leuchtturmes, auf dem ausgewiesenen Wanderpfad, zeigt dann die Wiederbesiedlung.
 
 Die Reffe zunächst noch blank und nur vom Strandhafer und dem Strandroggen bewachsen (Weißdüne) werden zunehmend von anderen Pflanzen wie dem Strandbeifuß (Artemisia maritima) der Stranddistel (Eryngium maritimum) oder der Krähenbeere (Empetrum nigrum) besiedelt und wandeln sich so in Graudünen um. Durch Bewuchs mit Kiefern, Wacholder und dem Heidekraut entsteht die Braundüne, auf der sich dann nach und nach ein Wald bildet.
 
An Tieren sind neben dem Rot‑ und Schwarzwild auch Amphibien wie die Ringelnatter, die Kreuzotter (hier auch in der schwarzen Form als Moorotter) sowie der Moorfrosch zu finden. Wer Glück hat, kann auch einen der hier horstenden Seeadler beobachten. Wer das alles noch einmal konzentriert wahrnehmen möchte, sollte das in den Gebäuden des Leuchtturmes untergebrachte“ Natureum” besuchen.

 
 
Adresse / Kontakt
 
 
Nationalparkamt Vorpommern
Straße Im Forst 5
Postleitzahl       18375
Ort         Born
 Land     Deutschland
 
Telefon               +49 38234 502‑0
Telefax                +49 38234 502‑24
 
E‑Mail poststelle@npa‑vp.mvnet.de

 Anreise:

Der Weststrand ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen.
 
Zwischen Prerow und dem Darsser Ort besteht eine Kremserverbindung

 

Weitere Informationen:
Naturschutzgebiet; Kernzone des Nationalparks. Es gilt ein unbedingtes Wegegebot. Hunde sind anzuleinen, was in Anbetracht des Vorkommens von Kreuzottern auch ratsam ist. Nicht angeleinte Kleinhunde sollen auch schon von Seeadlern geschlagen worden sein.
 
Der Strand,  als FKK Strand ausgewiesen,  ist ein steiniger Naturstrand.
 
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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
 © Uwe Barthauer Braunschweig

 

"...und das bin ich"

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letzte Änderung: 21.12.2015
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