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Roßtrappe - Treseburg - Todtenrode - Roßtrappe (Schlucht und Höhe... )

Autor: »Uwe Barthauer
Letzte Aktualisierung: 29.12.2011
 

Roßtrappe ‑ Treseburg ‑ Todtenrode ‑ Roßtrappe

  Schlucht und Höhe - tosendes Wasser, rauschender Wald 


Wandern

Fernwanderweg 
z.T. Hexenstieg, E11

Dauer  Jahreszeit     Strasse 
Feldweg/Piste Wanderpfad- weg
6 - 8 Std. 15 km  März - Okt.       10%
         0%          90%

Schwierigkeit

Höhendifferenz

Frequentierung

Unterkunft 

Sonstiges
   leicht      niederig       mittel
   Privat Für Kinder geeignet

»Legende

Hexentanzplatz, Roßtrappe, Bodekessel, Felsen und eine bis zu 280 m tiefe Schlucht: Wer von den Harzwanderen kennt es nicht ‑ das Naturschutzgebiet Bodetal zwischen Treseburg und Thale. Und denen, die es noch nicht kennen, sei hier der grandiose 'Harz‑Canyon' vorgestellt. Von der sagenumwobenen Roßtrappe über den Bodekessel und durch die Schlucht der Bode wandern wir nach Treseburg. Der Rückweg führt dann hoch über dem Bodetal durch artenreiche Laubwälder zurück zur Roßtrappe. Eine erlebnis‑ und abwechslungsreiche Wanderung mit vielen großartigen Fernsichten.
 

zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Die Schlucht
  • Blick zur Rosstrappe
  • Die Rosstrappe
  • Bodekessel
  • Die Schurre
  • Die zahme Bode
  • Hotel Forelle Treseburg
  • Blick über den Unterharz
  • Blick in den Vorharz

 

Wanderkarte


Rosstrappe-Treseburg-Todtenrode-Rosstrappe-map-ads-de.pdf

  

Von der Roßtrappe hinunter in die Schlucht

 

Am nördlichen Harzrand, bei dem Städtchen Thale, verlässt die Bode den Harz und zwängt sich dabei zwischen Hexentanzplatz und Roßtrappe durch eine bis zu 280 m tiefe Schlucht. Geradezu atemberaubend ist das Panorama von Felsen und Schlucht, das sich dem Betrachter vom Hexentanzplatz oder der Roßtrappe aus bietet. Felsen wie die Steinkirche, Teufelskanzel, Mönch oder Sieben Brüder bildeten ‑ neben dem legendären Hufabdruck auf der Roßtrappe ‑ den Nährboden für zahlreiche Sagen.
 
Am bekanntesten ist wohl die von der Riesenprinzessin Brunhilde, die verfolgt vom Riesen Bodo, mit ihrem Pferd über die Schlucht sprang, und da wo das Pferd mit dem Huf auf kam, den berühmten Hufabdruck hinterließ der dem Felsen seinen Namen gab ‑ Roßtrappe. Im Gegensatz zu dem gegenüber liegenden Hexentanzplatz mit seinem ganzen Trubel ist die Roßtrappe direkt ruhig, wenn auch nicht verhehlt werden soll, das es hier auch schon mal lebhaft zu gehen kann.
 
Wir beginnen am Parkplatz vor dem Hotel‑Restaurant “Roßtrappe”und folgen der Ausschilderung “Roßtrappe” vorbei an dem Biergarten und zwischen den Gebäuden hindurch. Der Weg wird hinter den Häusern zu einem steinigen von zahlreichen Wurzeln durchzogenen schmalen Pfad, der allmählich abwärts strebt. Aus Sicherheitsgründen, sind Weg und Felsen mit einem Geländer eingefaßt. Wir folgen dem Weg bis zu seiner östlichen Spitze. Rechts, etwas oberhalb von uns, der legendäre Hufabdruck. Der Ausblick von hier ist phantastisch. Vor uns der Hexentanzplatz mit seiner Felswand, unter uns der Hirschgrund mit dem Gasthaus Königsruhe und nach rechts geht der Blick in den Bodekessel mit der Steinkirche (erkennbar an dem Kreuz), der Teufelskanzel und dem Mönch. In der Ferne die Felswand der Gewitterklippen.
 
Auf dem Weg zurück sollte man auf keinen Fall versäumen, die sich linker Hand befindlichen Aussichtspunkte zu besuchen ‑ von denen jeder eine andere Perspektive auf Bodekessel und Roßtrappe bietet. Nach ca. 200 m dem schmalen Pfad links abwärts der Ausschilderung Bodekessel folgen. Zunächst noch über Stock und Stein führt dieser Pfad ‑ die sogenannte Schurre ‑ in 18 Serpentinen steil abwärts und überquert dabei mehrfach eine gewaltige Halde aus pleistozänen (eiszeitlichem) Verwitterungsschutt, der nach heftigen Regenfällen oder der Schneeschmelze abwärts driftet und dabei über den Boden “schurrt”. So das der Weg immer wieder neu hergerichtet werden muß. Besonders interessant, die einzigartige Vegetation mit Sommerlinde (Tilia platiphyllos), Steineiche (Quercus petrea) und Elsbeere (Sorbus torminalis). Auch die Felsenbirne und die Bärentraube kommen hier vor.
  
Nach ungefähr halber Strecke ist der Weg mit den hier anstehenden Steinen gepflastert. Die Anlage des Weges und damit auch der Pflasterung erfolgte erst seit dem 19. Jahrhundert (1850) , und seit dem haben zahlreiche Füße das Pflaster glatt geschliffen. Schon bei trockenem Wetter ist es schwierig ohne aus zu rutschen hinunter zu kommen, bei feuchtem Wetter nahezu unmöglich. Deshalb versuchen immer am ungepflasterten Rand zu bleiben. Auch mein hinterster Körperteil hat hier schon wiederholt schmerzhaft mit dem Pflaster Bekanntschaft gemacht. Unten dem Wegweiser Treseburg nach rechts folgen und über die Teufelsbrücke auf die andere Seite der Bode.
 
 

Geologische, floristische und faunistische Besonderheiten

 

Wir haben nun hier den Blick in den Bodekessel vor uns. Eingezwängt zwischen den Felsen stürzt die Bode in den Kessel und bildet Strudeltöpfe und Kolke in der gegenüberliegenden Felswand, die von der allmählichen Eintiefung der Bode künden. Hier befand sich auch der Wasserfall, der um 1790 gesprengt wurde um das Flößen nach Thale zu erleichtern.
 
Unser Weg führt nun über Felsstufen kräftig aufwärts und überquert den Querriegel des Kesselrückens. Dabei wird die Kontaktzone des Bodeganges (Granit sogenannter “Lossenscher Gang”) mit der zu Hornfels metamorphorierten Grauwacke durchstiegen. Erkennbar an der Verfärbung direkt unter der unter Naturschutz stehenden Eibe. Während der sudetischen Phase der variskischen Orogenese (Gebirgsbildung) im Übergang Oberkarbon ‑ Rotliegendes (also Karbon ‑ Perm vor ca. 300 Mill. Jahren) strömte die Magma des Ramberggranits diskordant in den erzgebirgisch streichenden Faltenbau ein ( Unterkarbonische Schiefer und devonische Gesteine der Tanner Grauwackenzone) und metamorphorisierte bei abnehmenden Druck und abnehmender Temperatur (retrograde Metamorphose) die Gesteine zu Knotenschiefer und Hornfels. Ja, so vollständig und massiv bis hin zum muschelig brechenden Biotit‑Muskovit Hornfels.
 
Als sich der Harz mit Beginn des Jura bis zur Kreide zu heben begann, schnitt die Urbode schon in die frei gelegten Granite ein. Bei der erneuten Hebung des Harzes, zu Anfang des Paläogens(Tertiär) um mehr als 400m, konnte die Bode ihr Bett nicht mehr verlassen, tiefte sich ein und bildete die heutige Schlucht.
 
Die Plutone (Magmakammern) des Ramberggranits sind feinkörniger und petrographisch einförmiger (Zweiglimmergranit mit z.T porphyrartiger Struktur) als die des Brockengranits. Ein Hinweis darauf, das die Magmakammer in geringerer Tiefe lag und schneller auskühlte. Ein hyperabysischer Granit also. Wer mehr wissen möchte, sei auf Meyers Naturführer Harz verwiesen. Warum ich dieses so ausführlich beschreibe? Nun, auf keiner anderen Harzwanderung kann man die geologische Geschichte des Harzes so erkennen und verstehen wie hier im Bodetal.
 
Nach ca. 1,5 km wird der “Lange Hals” umrundet, die schwarzen Hornfelse werden im nördlichen Teil von Diabas abgelöst. Tief eingeschnitten umrundet unter uns rauschend die Bode den Felsen. Diabas ‑ Grünstein ‑ entsteht wenn Basalte varizischen Alters mit zunehmenden Druck und zunehmender Temperatur (prograde Metamorphose) in große Tiefen verfrachtet werden. Durch die Umwandlung von Augit in Chlorit und von Feldspat in Epidot entsteht die grünliche Farbe, wie hier deutlich zu erkennen ist.
 
Nach dem passieren zweier Bacheinmündungen, des kleinen und des großen Taschengrunds, noch einmal links eine pleistozäne Blockschutthalde mit ihrer typischen Vegetation, überwiegend Steineichen (Quercus petrea), Elsbeere (Sorbus torminalis) und Vogelbeere (Sorbus aucuparia). Auch Eiben finden sich hier, beherbergt doch das Bodetal eines der größten geschlossenen Vorkommen dieses Nadelbaumes in Deutschland, wie wir noch sehen werden. Bestandsbildende Baumarten sind des weiteren: Sommerlinde (Tilia platiphyllos), Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und Hängebirke (Betula verucosa). Auf den Solifluktuationslößen (Schwemmlöße) kommen auch montane Rotbuchen (Fagus sylvestris) vor.
 
Die klimatischen Vehältnisse ‑ die Durchschnittstemperatur in der Schlucht liegt mit ca. 6° Celsius, bei starken örtlichen Abweichungen, zwei Grad unter der Temperatur oberhalb der Schlucht ‑ haben eine abwechslungsreiche Flora entstehen lassen. Der kleinräumige Wechsel von Schlucht‑ und Blockschuttwälder, Trockenwälder, Blockschutthalden, Silikatfelsen mit Felsgebüsch, Felsen und Trockenrasen bilden ein kleinräumiges abwechslungsreiches Landschaftsbild. Auch die Fauna ist mit zahlreichen seltenen Arten vertreten, so unter anderem Bechsteinfledermaus, Wildkatze, Schwarzstorch, Wanderfalke und auch die mittlerweile selten gewordenen Wasseramseln und Gebirgsstelzen sind hier zu beobachten.

Alle diese geologischen, floristischen und faunistischen Besonderheiten, veranlaßte die preußische Regierung ihren Teil des Bodetales schon 1899 unter Schutz zu stellen. Später kam dann auch noch der braunschweigische Teil dazu.

  

... und weiter nach Treseburg

 

Nach kurzer Strecke, dann von links ein weiteres Bachtal ‑ das Kästetal. Käste ist eine alte Bezeichnung für die Eibe (Taxus baccata), und tatsächlich gibt es hier noch einen geschlossenen Bestand von etwa 350 Eiben und ist damit eines der größten Eibenvorkommen Deutschlands. Die Eibe wurde das Opfer eines “Rüstungswettlaufes”: Ihr Holz war heiß begehrt zur Herstellung von Bögen und Armbrüsten und wurde dadurch stark dezimiert. Nach dem Aufkommen der Feuerwaffen nicht mehr benötigt und auch sonst nicht mehr verwendet, überlebte sie nur an schwer zugänglichen Standorten wie hier im Bodetal. Dazu kommt noch, das sie zwar für Mensch und Pferd tödlich giftig ist, von Paarhufern wie Hirsch oder Reh aber gefressen wird.

Deshalb ist das andere große Vorkommen im Plessewald bei Göttingen, mit Wildschutzzäunen umgeben. Das Holz der Eibe dunkelt mit zunehmenden Alter sehr stark bis zu fast einem schwarzen Farbton und gab damit verballhornt einem afrikanischen Edelholzbaum seinen Namen ‑ Eibenholz = Ebenholz

Man liest oder hört des öfteren von “1000‑jährigen” Eichen oder Linden. Nun, das Alter der Eichen erreicht nur selten 800 Jahre und mehr, und Linden liegen noch 200 Jahre darunter. Aber hier am Eingang des Kästetales, steht am Südhang eine alte gespaltene hohle Eibe in frischem Grün. Ein wahrer Methusalem unter den Bäumen, Dendrologen schätzen ihr Alter auf “1500" Jahre. Noch einmal ganz langsam in Worten ‑ zum mitschreiben ‑ “eintausendundfünfhundert” Jahre. Damit ist sie wahrscheinlich der älteste Baum Deutschlands. Was eigentlich auch nicht besonders verwunderlich ist, sind doch Eiben in der Lage sich mit Stockausschlägen ständig zu erneuern.

Hier in der weicheren Schieferzone weitet sich das Tal und die Bode fließt als “zahme Bode” dahin. Auf der anderen Uferseite, die Kalksilikatfelsen der Gewitterklippen, deren harte Struktur den Fluß zwingt einen Bogen zu machen. Unten im Wasser, auf den dortigen Felsen, kann manchmal ein amselgroßer Vogel mit weißer Brust beobachtet werden. Seine typischen knicksenden Bewegungen lassen in als Wasseramsel erkennen. Wer ein Fernglas dabei hat, kann ihr bei ihren Tauchgängen zusehen. Mitunter fliegt auch ein “blauschillernder Edelstein” durch die Luft, nimmt auf einem Zweig oberhalb des Wassers Platz und stürzt kopfüber hinein, um mit einem kleinen Fisch im Schnabel wieder auf zu tauchen. Der Eisvogel ist es, und wer ihn beobachten will, braucht schnelle Reflexe. Auch die Gebirgsstelze, der gelbbrüstige Vetter unserer Bachstelze ist hier zu sehen, deren typisch wippender Schwanz ihr auch die Bezeichnung "Wippsteert" einbrachte.

Nach ca. 1 km wird die Mündung des Dambaches erreicht, hier befindet sich die einzige Schutzhütte im Bodetal. Der Weg führt aufwärts und das Tal verengt sich noch einmal allmählich. Auf schmalem Steg geht es um einen Felsen, unter dem tief die Bode rauscht, herum. Das Tal weitet sich wieder und wir wandern unter mächtigen alten Buchen dahin. Im Vorfrühling sind unten an der Bode blühende Märzenbecher (Leucojum vernum) zu bewundern. Die Reste eines Fichtenbestandes links, werden von Borkenkäfern heimgesucht, die ihnen gerade den Garaus machen. Zum Glück muß man sagen, gehören doch einfach keine Fichten hier her, das ist die Heimat der montanen Rotbuchen.

Durch die Zweige der Bäume schimmern schon die ersten Dächer von Treseburg und wir verlassen mit dem Überschreiten der Luppbode und dem passieren einer Drehtür (die das Tal vor “wilden Moutainbikern” schützt) das wildromantische Bodetal.
 
 

Zum Wilhelmsblick

 

Linker Hand das Gebäude der Gemeindeverwaltung, in dem sich auch eine Kapelle befindet. Deshalb die eigenartige Architektur des Gebäudes, irgendwie irgendwo zwischen Schule, Kirche oder Rathaus. Man kann es auch anders ausdrücken: Der Baustil zeigt alle Nutzungsarten an. Wir gehen weiter, bis zu der von Allrode herkommenden Straße und biegen hier rechts ab und überqueren die Bodebrücke. Links das Gasthaus und Hotel “Forelle”, ein vier Sterne Haus mit einer exellenten Küche. Besonders berühmt sind die Forellen, die hier in allen möglichen Variationen angeboten werden. Auch ein Harzer Wein wird hier kredenzt. Jawohl, ein Harzer Wein aus dem nördlichsten Weinberg des Anbaugebietes Saale‑Unstrut. Der “Westerhäuser Königsberg” aus Westerhausen bei Quedlinburg ist eine echte Rarität und alles andere als ein sauerer “Dreimännerwein”.

Treseburg ist auch die kleinste Gemeinde Sachsen‑Anhalts und zählt nur etwa 100 Einwohner. Früher hätte man gesagt:”neunundneunzig Spitzbuben und ein Pastor”. Was hier allerdings nicht stimmt; erstens gibt hier keinen Pastor und die Spitzbuben scheinen auch Mangelware zu sein. Jedenfalls, habe ich noch keine angetroffen, sondern nur fleißige, rechtschaffende, freundliche und hilfsbereite Menschen.
 
Wir gehen bis zur Kreuzung überschreiten die Straße Altenbrak ‑ Thale in nördlicher Richtung, lassen die Bushaltestelle links liegen und folgen dem Asphaltweg bergauf zwischen den Häusern hindurch. Immer der Ausschilderung “Todtenrode ‑ Roßtrappe” nach. Unsere Markierung ist ein grünes Dreieck. Oberhalb der Häuser geht es entweder geradeaus über die alte Burgstelle zum Wilhelmsblick, oder nach links über Bungalowsiedlung ‑ “Albert Schömburgplatz” zum Wilhelmsblick Der erste Weg ist der kürzere, der andere der schönere.

Wir entscheiden uns für den linken, den "schöneren" Pfad, der uns parallel zum Hang entlang führt. Wandern durch die Bungalowsiedlung und über die zur Siedlung führende Straße. Auf der anderen Seite, geht es auf schmalem, ansteigendem Pfad in den Wald hinein. Da der Burgberg, genau wie der gegenüber liegende Mittelberg ein Umlaufberg ist, haben wir immer die Bode auf der linken Seite unter uns. Der Weg führt durch einen Laubwald, dessen Bäume auf dem verwitterten Hornfels mit einer nur dünnen Humusdecke einen verzweifelten Existenzkampf führen. Von Nutzholz kann hier keine Rede sein, nur knorrige verwachsene Bäume deren herbstbunte Blätter sanft im kühlen Wind rauschen, und so ist es auf diesem Streckenabschnitt schon ein Erlebnis, hier auf schmalem Pfad über Stock und Stein durch diesen Zauberwald zu wandern.

Der Albert Schömburgblick gewährt eine Sicht über die Bode hinüber zum anderen Umlaufberg, dem Mittelberg. Ein kurzes Innehalten ist ratsam, ist das doch ein schöner Ausblick. Unser Weg wendet sich wieder nach Osten und von rechts kommt der andere Weg von Treseburg her. Nach links gehen nun beide Pfade wieder vereint auf schmalem felsigen Grat hinüber zum Wilhelmsblick. Der Blick von diesem Felsen ist einfach wunderschön. Rechts die Bode, links die Bode und wir mitten dazwischen. Da die Bode, hier an dieser engsten Stelle des Umlaufberges von beiden Seiten einen Bogen macht, sieht es aus als würden vier Flüße darauf zufließen.
 
 

Zurück zur Roßtrappe

 

Nach dem wir uns sattgesehen haben, den Stufen auf der westlichen Seite abwärts folgen bis zu dem kleinen Platz. Vor uns eine Felswand mit einem Tunnel. Einstmals sollte hier ein künstlicher Wasserfall entstehen, aber den Erbauern ging das Geld schon vorher aus und so blieb nur der Tunnel übrig. Interessant sind die quarzgefüllten Spalten die hier wie auch am benachbarten Wildstein Chrysoberyll enthalten. Dem nach Diamant und Korund dritthärtestem Mineral unserer Erde. Ein Edelstein, der als Katzenauge gehandelt wird. Allerdings sind die hiesigen Kristalle zu klein für die Verarbeitung und das Vorkommen für eine wirtschaftliche Nutzung zu gering. Und so ist es mal wieder nichts mit dem reich werden.

Die Spalten entstanden, als das Magma in den Plutonen allmählich aussaigerte, d.h. die Mineralien setzten sich ‑ je nach ihrem spezifischen Gewicht ‑ ab und übrig blieb Fluor. Das in mehreren hundert Grad heißem Wasser gelöst nun begann ‑ unter Gasentwicklung ‑ die umgebenen Gesteine auf zu lösen. In den dabei entstehenden Spalten stieg das heiße Wasser auf und die gelösten Mineralien sublimierten in den Spalten, und so sind auch die Erzlagerstätten entstanden. “Vergreisung” oder thermohydrale Vererzung nennt das der Geoleoge.
 
Beim weitergehen durch den Tunnel das Haupt demutsvoll neigen und gesenkten Hauptes durch den Stollen. Wer meint das ignorieren zu können und größer als 1,60 m ist, wird umgehend in Form einer Beule körperlich ermahnt. Am Ende treffen wir auf die von Treseburg nach Thale führende Straße. Hier nach links und etwa nach 200 m bei der Bank den parallel links zur Straße verlaufenden Pfad hangaufwärts in Richtung Todtenrode ‑ Roßtrappe nehmen, unsere Markierung ist ein grüner Balken.
 
Der Weg verläuft zunächst noch durch einen Laubwald in dem sich immer mehr Fichten mischen. Nach überschreiten des zweiten Querweges geht es geradeaus noch ca. 1,1 km nach Todtenrode. Wer hungrig und durstig ist, geht geradeaus weiter und kehrt dort in dem “Alten Forsthaus” ein und von dort weiter zur Roßtrappe. Wir jedoch biegen hier rechts in die Forststraße ein und gehen am Denkmal des Johann Georg v. Langen, einen der drei großen Harzer Forstmeister, vorbei bis zur Straße Wienrode ‑ Treseburg. Nach etwa 500 m eröffnet sich ein weiter Blick über den Unterharz.

An der Straße ca. 200 m nach links und dann dem Wegweiser “Roßtrappe” nach rechts über die Straße auf holperigem und zerfahrenem Forstweg folgen. Unsere Markierung ist jetzt ein gelbes Dreieck. Nach ungefähr 2 km vor uns die Straße Thale ‑ Treseburg. Unser Weg verläuft parallel oberhalb der Straße. Auf Höhe der zur Roßtrappe führenden Straße, dem Wegweiser nach rechts über die Straße folgen und auf der Zufahrtsstraße zur Roßtrappe weiter. Etwa nach 1 km führt die Straße durch einen mächtigen Wall. Schon in der Jungsteinzeit angelegt, schützte er die Winzenburg bis ins hohe Mittelalter.

Noch ca. 500 m und wir erreichen die Parkplätze und das Hotel‑Restaurant “Roßtrappe”. Nach dieser Tour haben wir uns nun eine Erfrischung verdient und können hier in diesem gepflegten Haus einkehren. Bevor wir jedoch wieder zurück reisen, noch einen lohnenswerten Blick ‑ von der Terrasse aus ‑ über Thale und dem Vorharz.

Nützliche Hinweise und Informationen

Diese Wanderung geht buchstäblich über "Stock und Stein" und erfordert daher festes Schuhwerk.

Die Schurre ist zur Zeit wegen eines Bergsturzes immer noch gesperrt. Deshalb ab Rosstrappe den Sessellift benutzen und unten um die Rosstrappe herum



Anreise:


Mit der Bahn
über Quedlinburg bis Thale. Vom Eingang zum Bodetal aus führt ein Sessellift zur Roßtrappe.
Mit dem Pkw
aus Richtung Braunschweig: A 395 bis Dreieck Vienenburg und weiter B6n bis Ausfahrt Thale.
Aus Hannover oder Kassel: A7 bis Ausfahrt Rhüden und weiter über B6 bis Thale.
Aus Magdeburg oder Halle: A14 bis Aschersleben und weiter B6n bis Thale
In Thale der Ausschilderung "Roßtrappe" folgen.


Kartenmaterial:
Naturpark Harz Blatt 2
1:50 000
GeoMap Verlag
ISBN 3‑933671‑09‑4
 

Anreise:
Mit der Bahn über Quedlinburg bis Thale. Vom Eingang zum Bodetal aus führt ein Sessellift zur Roßtrappe.
Mit dem Pkw aus Richtung Braunschweig: A 395 bis Dreieck Vienenburg und weiter B6n bis Ausfahrt Thale
Aus Hannover oder Kassel: A7 bis Ausfahrt Rhüden und weiter über B6 bis Thale.
Aus Magdeburg oder Halle: A14 bis Aschersleben und weiter B6n bis Thale
In Thale der Ausschilderung "Roßtrappe" folgen.
 

Einkehr, Verpflegung und Unterkunft
 

 Hotel‑Restaurant Roßtrappe      
 Öffnungszeiten:
 
01.11. - 30.04.  10:00 - 18:00 Uhr  
 01.05. - 31.10.   10:00 - 18:00 Uhr
 

"Hotel "Forelle"
Ortsstraße 28
D-06502 Thale OT Treseburg
Tel: 03947 /775022
Email: forelle-thale@freenet.de
Öffnungszeiten: Siehe Homepage
 
 

Altes Forsthaus Todtenrode 
Täglich von 11:00 - 21:00 Uhr geöffnet

 

In Thale oder Treseburg stehen ausreichend Unterkünfte zur Verfügung.
 

Sonstiges:
Diese Tour kann auch in umgekehrter Richtung gemacht werden. Man hat dann zum Schluß den fantastischen Anblick des Bodekessels vor sich, aber auch noch den anstrengenden Aufstieg zur Roßtrappe.

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 Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar
© Uwe Barthauer Braunschweig

 

"...und das bin ich"

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letzte Änderung: 21.12.2015
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