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Touren & Tips zum Wandern und Radwandern
Rötgesbüttel - Leiferde - Gifhorn (Über Moor und Heide - durch Sumpf und Sand)


Autor: Uwe Barthauer
Erstellt: 11.03.2013

Rötgesbüttel - Leiferde - Gifhorn

Über Moor und Heide - durch Sumpf und Sand


Wandern
Rad fahren
 

Dauer

Jahreszeit

Straße

Piste/Feldweg

Wanderweg -pfad
6 - 8 Std. 21km
 
März - Okt. 10%
50% 40%
Schwierigkeit Höhendifferenz Frequentierung
Unterkunft Sonstiges
Leicht
 
niedrig niedrig
Privat Für Kinder geeignet. Kann auch als Fahrradtour durchgeführt werden.
 
»Legende«

Felder und Wiesen durchsetzt mit Feldhecken, Gehölzgruppen und Einzelbäumen in einer weiten parkartigen Landschaft. Laub- und Kiefernwälder, Sumpf und Moor und auch Heideflächen prägen diese sanft gewellte  weite flache Landschaft. Der Gesang der Lerchen und der heisere Ruf des Bussards, der unter den weißen Wolken  eines blauen, endlos weit gespannten Himmels seine Kreise zieht; der würzige Duft von raunenden Föhren deren kupferrote Stämme im Streiflicht erglühen, Birken mit ihren hellen weiß leuchtenden Stämmen, gewaltige uralte Eichen und grenzenlose Einsamkeit erwarten den Wanderer.


 
Zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Großer Viehmoorteich
  • Ehem. Revierförsterei Druffelbeck
  • Pferde auf der Koppel
  • Kraniche
  • Dorfkirche Leiferde
  • Heidegehöft
  • Im Viehmoor
  • Im Viehmoor
  • Waldteich
  • Allerkanal bei Winkel
  • In der Gifhorner Heide

Hier Wanderkarte


Roetgesbuettel-Leiferde-Gifhorn-map-ads-de__1.pdf

 

Von Rötgesbüttel nach Leiferde


Rötgesbüttel, Ribbesbüttel, Isenbüttel, Warmbüttel usw. Wegen der vielen Büttelorte wird diese Gegen auch scherzhaft "Die Büttelei" genannt. Eine Landschaft ist das, die fast unmerklich und sanft vom Papenteich in die Lüneburger Heide übergeht, so das man nicht genau weiß ist das nun schon die Heide oder nicht. Eine Landschaft zwischen den Welten und so hat sie von allem das Beste. Vom Papenteich die Laubwälder und die weiten Baum- und Strauch-gesäumten Felder, von der Südheide die dunklen Fuhren mit ihren kupferfarbenen Stämmen, die hellen Birken und in den Dörfern die Niedersachsenhöfe von alten Eichen umstanden. 

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Bahnhof in Rötgesbüttel. Vom Bahnhof nach Norden, über den Bahnübergang und nach rechts Richtung Ribbesbüttel einschwenken. Nach verlassen des Dorfes den zweiten links abzweigenden sandigen Weg, unmittelbar am Waldrand entlang, nehmen. Jetzt in Richtung Westen, zunächst noch zwischen Feld und Wald, taucht unser Weg in den Kiefernwald ein. Rechts eine Schonung, überragt von einzelnen alten Fuhren mit ihren dunkelgrünen schirmartigen Kronen und ihren roten Stämmen die im morgendlichen Streiflicht erglühen, die weiß bereiften Büsche und Gräser, dazu ein blaßblauer, ja fast pastellfarbener Himmel - eine Morgenstimmung wie in Edvard Griegs "Peer Gynt". So also sieht Musik aus.

Nach etwa 1km wird die frühere Revierförsterei Druffelbeck erreicht. Hier hätte ich Förster sein mögen, so romantisch liegt dieses Gehöft am Waldesrand. Am Waldrand unter einer mächtigen Eiche eine Bank die zu einem kurzem Verweilen einlädt. Wir wenden uns vor der Försterei nach rechts, gehen durch den kleinen Ort Druffelbeck und weiter nach Vollbüttel. Auf dem Druffelbecker Weg weiter bis zur Hauptstraße, über die selbige und weiter auf den Maschplatz und aus Vollbüttel hinaus. 

Hinter Vollbüttel, am Abzweig, rechts halten und auf den Waldrand zu. Von nun an immer am  Wald entlang in westlicher Richtung. Der Weg ist als Wanderweg nach Leiferde ausgeschildert. Der Weg ist teilweise mit einer wassergebundenen Decke versehen, teilweise asphaltiert und kann deshalb auch bequem mit dem Rad befahren werden.

Dieser überwiegend aus  Eichen und Hainbuchen bestehende Wald steht z.T. unter Schutz und ist ein Relikt der früheren Wälder der Lüneburger Heide, bevor sie unter den Siedepfannen der Lüneburger Saline verfeuert wurden. Die ach so "romantischen Wacholderheiden" sind nichts weiter als das Ergebnis einer Umweltzerstörung auf Grund eines gigantischen Raubbaues. Allerdings sind die heute noch vorhandenen Heideflächen so gering, das wir sie und ihre typischen Lebensgemeinschaften schützen müssen. 

Unser Weg geht nach dem Wald durch eine Feld- und Wiesenlandschaft die mit Einzelbäumen und Feldgehölzen durchsetzt ist. Nach dem passieren einer rechts befindlichen Streuobstwiese noch einmal durch ein kleines Gehölz - das Schweineholz - und wir erreichen die ersten Häuser von Leiferde. Die Straße Hegdfeld  geradeaus weiter bis zum Badenbütteler Weg (die zweite rechts) und hier nach rechts bis zur Hauptstraße. 

Diese überschreiten und auf dem Gehweg nach rechts und links an der früheren Molkerei, dem jetzigen Artenschutzzentrum des NABU, vorbei. Immer nach Osten und aus dem Dorf hinaus. Ein Besuch des Artenschutzzentrums ist lohnenswert, zumal die Eintrittsgelder einer sinnvollen Verwendung zu geführt werden. Zumimdest einen Blick auf den Schornstein und das Storchennest sollte man sich gönnen. 
 

Durch das Viehmoor zum Allerkanal


Am Ortsende den asphaltierten  und Birken-gesäumten Wirtschaftsweg nach links. Vor einigen Jahren noch, waren links anstelle der heutigen Gebäude, die Öltanks der DEA. Früher standen hier  die Ölförderpumpen beinahe wie   Bäume im Wald. Eine neben der anderen und gaben der Gegend den Namen "Klein Kuwait". Direkt gespenstig war es hier bei Nebel zu wandern. Diese nickenden Pumpen sahen dann aus wie Wesen aus einer anderen Welt. Heute sind die Vorkommen erschöpft und die Pumpen demontiert.

Wir wandern hier durch das Viehmoor, ein Niedermoor, das in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch den Reichsarbeitsdienst entwässert wurde. Woran noch ein Gedenkstein am Wegesrand erinnert. Heute sind die Teiche und die feuchten Wiesen ein Rast- und Rückzugsgebiet vieler Vogelarten. Auch die Kraniche rasten hier während des Vogelzuges. Deshalb wurde dieses Gebiet auch unter Naturschutz gestellt und das heißt für uns:"Auf den Wegen bleiben".  Das Artenschutzzentrum in Leiferde bietet fachkundige  Führungen an.

Am Waldrand halb rechts und  den nächsten den Weg rechts. Nach etwa 100m stehen wir an dem Rastplatz beim großen Teich. Bänke und Tische laden zu einer auch ausgedehnten Rast ein. An Wochenenden und Feiertagen ist dieser Platz stark frequentiert. Mit einem Feldstecher läßt sich das Wassergeflügel gut beobachten.  Auf  alle Fälle ein Platz, den man sich als Wanderer und Naturfreund merken sollte.

Wieder zurück zum Weg und nach rechts, immer entlang des Entwässerungsgrabens. Nach ungefähr 2km wird die ICE Strecke Hannover - Stendal - Berlin erreicht und auf einer Brücke überquert. Wie zu sehen ist, verläuft die Strecke schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen, durch die Landschaft. Hier war die Versuchsstrecke der Deutschen Reichsbahn. Hier stellte 1936 die stromlinienförmig verkleidete Dampflok 05002 den deutschen Rekord für Dampflokomotiven mit 200,4 km/h auf. Hier wurde auch der Kruckenberg Schienenzeppelin getestet. Diese Strecke schrieb also Eisenbahngeschichte. Bis zum Ausbau der Strecke, befand sich hier an Stelle der Brücke, ein Anruf gesteuerter Bahnübergang. Das Bahnwärterhäuschen rechts stammt noch aus den Anfangsjahren und wird heute als Wochenendhaus genutzt.

Unser Weg führt geradeaus durch den harzig duftenden Kiefernwald (z.T. auch Douglasie) weiter und erreicht nach ca. 1km den Allerkanal. In den Jahren 1860 - 1863  erbaut, sollte er dem Hochwasserschutz dienen. Die engen Allerschleifen führten immer wieder zu Hochwassern. Der Allerkanal, etwa 5m breit und 1m tief, ist in seinem Verlauf überwiegend beschattet und da wo sonnige Abschnitte sind, blüht im Sommer die gelbe Teichrose (Nuphar lutea), auch Mummel genannt, wächst das Pfeilkraut (Sagittaria sagettifolia) und andere Wasserpflanzen. Der Boden ist, wie bei allen Heidegewässern, sandig-kiesig und die Wasserqualität gut.

So kommt hier eine artenreiche Fauna vor. Elritze, Bachschmerle, div. Libellen und auch der Eisvogel ist hier des öfteren zu beobachten. Da die Faschinen vermorscht sind, stürzen die Uferböschungen ein und es entwickelt sich ein naturisiertes Gewässer.  
 

...und durch die Gifhorner Heide nach Gifhorn


Wer im Gifhorner Ortsteil Winkel einkehren möchte, nimmt den Pfad rechts am Allerkanal entlang (Radfahrer hinter der Brücke rechts die Asphaltstraße nehmen) bis zur Schäferbrücke. Über die Brücke und nach rechts weiter nach Winkel hinein. An der Einmündung, beim eisernen Pferd, geht es rechts zum "Lönskrug".  Hier weilte seinerzeit Hermann Löns des öfteren. Einige seiner Erzählungen spielen auch hier in Winkel, allerdings sah das damals hier etwas anders aus. Ein paar Höfe und ansonsten Wald und  Heide wo heute Häuser stehen.  Wer nicht  im Lönskrug einkehrt, weiter in einem weiten Linksbogen bis zum Naturschutzgebiet Gifhorner Heide. 

Sonst von der Allerkanalbrücke geradeaus weiter und den ersten Weg rechts. Wir sind hier im Naturschutzgebiet Fahle Heide, ein durch Windverwehungen  während der Saale-Eiszeit (Drenthe II) entstandenes Dünenfeld. Durch Ausblasungen sind hier Senken entstanden, die, auf Wasser undurchlässigem Untergrund und vom Grundwasser getrennt, teilweise mit Oberflächenwasser gefüllt, kleine Tümpel sogenannte Schlatts bilden, die auch zeitweilig trocken fallen können. Ein ideales Amphibiengebiet, auch wächst hier der unter Naturschutz stehende Königsfarn (Osmunda regale).

Am Ende des Weges nach rechts Richtung Norden und den nächsten Weg links und Winkel in einem weiten Bogen umgehen, bis zur Straße Winkel - Gifhorn. Nun nach rechts bis zum Beginn des Naturschutzgebietes Gifhorner Heide. Hier treffen wir wieder auf die Variante durch Winkel. Jetzt nach links durch den Kiefernbestand bis zum mit Besenheide bewachsenen Dünenfeld der Gifhorner Heide. Dem Weg diagonal bis in die nordöstlichste Ecke folgen. ​Das ist allerdings kein "muss". Der Weg kann jederzeit nach belieben verändert werden um diese Heidelandschaft zu genießen. Wichtig ist nur, das am Ende die nordöstliche Ecke erreicht wird..

Nun durch den Wald bis zur Brücke über die B4 und nach Gifhorn hinein. Hier auf der Straße "Weiland" bis zur" Winkler Straße", dort nach links bis zur Bahnhofsstraße und auf dieser bis zum Bahnhof Gifhorn Stadt. Von dort können wir die Rückfahrt mit dem Zug antreten. Wer mit dem Bus (Linie 191) die Rückfahrt antreten möchte, geht bis zur Braunschweiger Straße, da nach rechts über die Gleise und nach etwa 50m befindet sich die Bushaltestelle in Richtung Braunschweig. Wer möchte geht nach links nach Gifhorn hinein. Gifhorn verfügt über eine sehenswerte Altstadt mit verschiedenen gastronomischen Einrichtungen.
 

Nützliche Hinweise und Informationen


Die Tour kann auch als Fahrradtour durchgeführt werden. In diesem Fall, hinter dem Allerkanal rechts die Asphaltstraße nach Winkel.

 
Anreise:
 
Mit öffentlichen  Verkehrsmitteln:
Mit dem Zug bis Rötgesbüttel (Strecke Braunschweig - Uelzen)
Mit dem Bus Braunschweig - Gifhorn Linie 191 bis Röttgesbüttel Mitte. 

Verkehrsverbund Region Braunschweig (VRB). Schönes - Wochenende- und Niedersachsenticket werden anerkannt.
Zur Fahrplanauskunft: Hier klicken

Mit dem PKW:
B4 Braunschweig - Gifhorn bis Rötgesbüttel. In Röttgesbüttel der Ausschilderung Ribbesbüttel bis zum Bahnhof folgen (Park & Ride)

Kartenmaterial: 

L3728 Braunschweig 1:50 000
Landesvermessung und Geoinformationen Niedersachen
EAN 978-3-89435-525-8

L3528 Gifhorn 1:50 000
Landesvermessung und Geoinformationen Niedersachen 
EAN 978-3-89435-517-3



 

 

Einkehr, Unterkunft und Verpflegung

 
 
Pension und Restaurant
Zum Fuchsbau
Kellerberg 1
38518 Gifhorn/Winkel
Tel.:05371-7863444
Öffnungszeiten:
Siehe Homepage

In Gifhorn stehen
Gastronomie und Unterkunft
in verschiedenen Kategorien
zur Verfügung

Hotel und Restaurant
"Lönskrug"
Hermann Lönsweg 1
38518 Gifhorn-Winkel
Öffnungszeiten:
Mo - So 10:00 - 23:00 Uhr
Kein Ruhetag!
 

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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig
 

letzte Änderung: 07.04.2016
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