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Riddagshausen - Schapen -Wendhausen (Traditionelle Braun- Grünkohlwanderung)


Autor: Uwe Barthauer
Erstellt: 05.012.2015

 

Riddagshausen - Schapen - Wendhausen

Traditionelle Braun- Grünkohlwanderung


Wandern

 
Dauer Jahreszeit Strasse
Piste/Feldweg Wanderweg- pfad
12 km 3-4 Std. Nov. - Febr. < 5%
60% 35%
 
Schwierigkeit Höhendifferenz Frequentierung
Unterkunft Sonstiges
leicht gering niedrig
privat Abwechslungsreiche Wanderung


»Legende«

Während der kalten Jahreszeit erfreuen sich im gesamten norddeutschen Raum die Grünkohlwanderungen einer allgemeinen Beliebtheit. Wir wandern durch das Naturschutzgebiet Riddagshausen mit seinen Fischteichen und vielen Laubwäldern durch eine sanft gewellte abwechslungsreiche Landschaft nach Wendhausen.



 
Zum vergrößern auf Bild klicken
  • Schapenbruchteich
  • Blick über den Mittelteich
  • Fischergehöft
  • Beobachtungsstation
  • ehem. Hutewald
  • Blick auf Schapen
  • Gasthaus Schäfersruh
  • ehem. Bahnhof Schapen (Braunschweig - Schöninger - Eisenbahn)
  • Am Sandbach

Hier Wanderkarte

Riddagshausen - Schapen - Wendhausen

 

Vorwort


Überall in Norddeutschland kennt man im Winter die in Gruppen stattfindenden Grünkohlwanderungen, wobei große Mengen dieses Wintergemüses mit je nach Region in verschiedener Zubereitung und mit verschiedenen Beilagen verzehrt werden. Auch ist dabei der oft (über)reichliche Genuss hochprozentiger Spirituosen, die auch schon während der Wanderung konsumiert werden, üblich.

So wird der Kohl z.B. zwischen Weser und Ems mit Grütze gekocht und mit Pinkel, eine etwas fettige Grützwurst, als Beilage serviert. In Westfalen ist es die Kohlwurst und im braunschweigischen die Bregenwurst. Eine aus Hack und Bregen (niederdeutsch für Hirn) bestehende Wurst.

Weil hier früher eine rotlaubige Variante, die nach längerem kochen braun wird, angebaut wurde, wird er hier als Braunkohl bezeichnet. Dieser Braunkohl, weniger ergiebig im Ertrag und strenger im Geschmack, wurde vom Grünkohl verdrängt und nur der alte Name Braunkohl hat sich bis heute erhalten. Und so gibt es im braunschweigischen keine Grünkohl- sondern eine Braunkohlwanderung.
 

Durch das Naturschutzgebiet Riddagshausen


Braunschweigs gute Stube, das Zisterzienserkloster Riddagshausen mit seinem von Teichen und Wäldern geprägten Naturschutzgebiet und Europareservat, ist Ausgangspunkt unserer Wanderung. Sage und schreibe, 28 Fischteiche gab es hier einst, 10 werden noch extensiv genutzt und der Schapenbruchteich ist Naturschutzfläche. Die anderen Teiche sind verlandet und mit Erlenbrüchen bestockt. Diese Wasserlandschaft, die Wiesen und die Laubwälder des Landschaftsschutzgebietes Buchhorst, bilden ein wunderschönes Naturensemble das zahlreichen und seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Schöner kann eine Wanderung kaum beginnen.

Wir starten am Nordufer des Kreuzteiches, dem westlichsten und größten Teich des Gebietes, wenden uns nach Osten, gehen am Mittelteich vorbei und dann über den Damm nach rechts. Der Blick unter den Bäumen hindurch über die Teiche ist selbst jetzt, wo die Teiche leer gefischt und abgelassen sind, einfach nur schön. Am schönsten ist es natürlich wenn im Winter unter einem blauen Himmel eine blasse Wintersonne die Bäume ihren blauen Schatten auf eine weiße Fläche werfen lässt, oder im Sommer unter diesen schattigen alten Eichen mit Blick über die flirrende Wasserfläche, von der her die Laute der Wasservögel ertönen.

Apropos Wasservögel; die Mitnahme eines Fernglases ist hier nicht nur empfehlenswert - nein, sie ist ein unbedingtes muß. Wie will man sonst die vielen Vogelarten sehen und erleben.

Links das Fachwerkanwesen des Fischereibetriebes Klaus Lübbe. Hier können Sie auch Fische käuflich erwerben. (Die Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte dem Link). Links dann die Wasserfläche des Schapenbruchteiches. Habe ich zu Anfang etwas großspurig den Kreuzteich als den größten Teich bezeichnet, so gilt das nur für die bewirtschafteten Teiche. Tatsächlich ist der Schapenbruchteich, unter Einbeziehung der Verlandungszonen, der größere Teich. Wirtschaftlich nicht genutzt, sind seine Uferzonen von einem Röhrrichtgürtel umsäumt hinter dem sich die Erlenbrüche des Schapenbruchs erstrecken. So ist der Teich ein herrliches Biotop in dem sogar die seltene Krebsschere (Stratiotes aloides) vorkommen soll.

Dort wo der Damm auf den Querweg trifft, rechts eine Beobachtungsstation. Steigen Sie ruhig einmal hinauf und schauen über das Wasser. Denn zugänglich ist der Teich nur von diesem Weg aus und nur von hier hat man einen umfassenden Blick über die Wasserfläche. Am Querweg nach links. Wir wandern überwiegend auf dem europäischen Fernwanderweg E6, der von Finnland bis in die Türkei führt. Ich hatte Ihnen ja auf einer vorigen Tourenbeschreibung versprochen, das wir noch weitere Teile dieses Weges "unter die Hufe" nehmen wollen.

Rechts einige kleinere Wiesen, hinter denen sich der Buchenwald - Nomen est Omen - der Buchhorst erhebt. Links die Überreste eines Hutewaldes und dahinter die Erlenbrüche des Schapenbruchs. Hinter dem Wald mit seinen Erlenbrüchen links und vor uns die Bruchwiesen. Als Sauerwiesen und typisches Habitat der Seggengesellschaften sind sie nur noch von geringer wirtschaftlicher Bedeutung und werden auch nicht mehr genutzt. Das heißt dann aber, das der Mensch die Pflege übernehmen muß, soll die Bewaldung verhindert und die Landschaft offen gehalten werden.

Am Querweg nach links und auf die Trasse der früheren Braunschweig-Schöninger-Eisenbahn zu. Auf dieser weiter links auf die beliebte Ausflugsgaststätte "Schäfersruh" und dem ehemaligen Bahnhof Schapen - heute eine Forschungseinrichtung zur Artengenetik - zu. Im Bahnhofsgebäude finden  in den Sommermonaten Ausstellungen über das Naturschutzgebiet statt.
 

Durch das Dibbesdorfer- und Essehoferholz nach Wendhausen


Vor dem Bahnhof in den grasigen Weg nach rechts, am Kreuzweg geradeaus und am Friedhof vorbei in Richtung Mehrzweckhalle. Links oberhalb der Senke Schapen, das von hier aus gesehen  immer noch einen bäuerlichen Eindruck macht. In den vielen Gräben, die diese Senke durchziehen, fand ich zahlreiche seltene Pflanzen. So unter anderem die Wasserprimel (Hottonia palustris), den Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) oder den sehr seltenen Pillenfarn  (Pilularia globulifera).

An der Mehrzweckhalle nach links (es ist die Strasse Buchhorstblick) bis zur Weddeler Strasse. Hier rechts und vor dem Ortsausgang in die letzte  Strasse, den Schradersweg, nach links bis zur Hordorfer Strasse. Jetzt rechts und aus dem Ort hinaus. Nach Ortsausgang ca. 100m den Feldweg nach links und auf den Wald zu. Der E6 führt links um den Wald herum. Es gibt aber eine schönere Alternative. Am Waldrand nach rechts, leicht aufwärts, und kurz vor dem Scheitelpunkt den kaum noch zu erkennenden Weg nach links in den Wald hinein.

Nach ca. 200m biegt der Weg, eigentlich nur ein Pfad - auf keiner Karte verzeichnet, nach rechts in nordöstlicher Richtung ab. Ein schöner, ja geradezu paradiesischer Weg, hier unter den hohen Buchen. Der frühere Verlauf geradeaus abwärts, über einen kleinen Bach, ist wegen Windwurfs nicht mehr passierbar. Aber kein Paradies ohne Schlangen. Am Ende trifft unser Weg nämlich auf die Hordorfer Landstrasse. Jetzt auf der Strasse nach links, nach dem Wald über den wieder renaturierten Sandbach und gleich hinter der Brücke - die Strasse knickt rechts ab - nach links. Hinter der Pferdekoppel über die Wiese nach rechts und auf die linke Waldecke zu.

Hier treffen wir wieder auf den E6. Am Waldrand leicht aufwärts und nach wenigen Metern weist die Markierung des E6 nach rechts in den Wald hinein. Der E6 verläuft jetzt parallel zum Waldrand nach Norden. Sie können aber auch weiterhin am Waldrand aufwärts gehen. An der Waldecke auf dem Forstweg nach rechts. Zunächst noch in östlicher später in nordöstlicher Richtung. Etwa 500 m vor dem Waldrand, am Kreuzweg bei einer Sitzgruppe, den E6 nach links verlassen. Ausgeschildert ist "Kral". Der E6 verläuft nämlich zwischen Essehof und Wendhausen auf der Landstrasse und das asphalttreten können wir uns ersparen.

Nach wenigen Metern dann rechts der sogenannte Kral. Ein ringförmiges hölzernes Bauwerk mit einer Feuerstelle in der Mitte, das Sie von der Forstverwaltung anmieten können. Hier können Sie auch, wie in diesem unbeugsamen gallischen Dorf, Ihre unterwegs erlegten Wildschweine grillen. Ich glaube, die rechnen so pro Person mit 1 - 2 größeren Schweinen. Für Obelix allerdings etwas mehr. Klären Sie das aber vorher mit dem Jagdpächter ab. Der mag das nämlich nicht, wenn Sie seine Wildschweine so wie die Pilze einsammeln. Denn der hat ein Gewehr und Sie keinen Zaubertrank.

Am Waldrand vor der Pferdekoppel nach rechts und am Querweg nach links Richtung Westen. Links geht der Blick über eine Senke mit Wiesen Feldern zum Wald und rechts in einiger Entfernung die A2. Auf Höhe des Autohofs den befestigten Weg nach rechts, (geradeaus geht ein unbefestigter Weg) unter  der Autobahn hindurch und gleich wieder zwischen Rasthof und Autobahn nach rechts. Am Autohof vorbei und am Waldrand den zweiten Weg links in den Wald hinein. Am Ende des Weges ist die Ampel der Kreuzung ehem. B 248/Essehofer Strasse zu sehen.

Gegenüber der Kreuzung das Hotel und Restaurant "Waldesruh". Links die Bushaltestelle der Linie 230 der Wolfsburger Verkehrsgesellschaft. Über  die Kreuzung in die Strasse "Oberndorf" und nach wenigen Metern links die Gaststätte "Zur schönen Aussicht". Wendhausen verfügt über ein Wasserschloss im Renaissancestil, eine fünfflügelige Holländermühle, ein hist. Pfarrwitwenstift und eine romanische Dorfkirche.
 

Nützliche Hinweise und Informationen


Diese Tour ist zu jeder Jahreszeit äußerst reizvoll. Sie müssen sich nicht auf die Braunkohlzeit beschränken. Es wird allerdings zunehmend schwieriger noch ländliche Gaststätten für eine Kohlwanderung zu finden. Überalterung und Nachfolgeprobleme führen zu vermehrter Aufgabe. So exestieren viele Gasthäuser heute nicht mehr.
 
Anreise
 
Mit dem Pkw:

A2 bis Ausfahrt Braunschweig Ost Richtung Braunschweig "Berliner Strasse". Links in den "Messeweg". Hinter Hotel Seela nächste links in "Am Hasselteich". Hier Parkmöglichkeiten.

A39 bis Rautheim Richtung Braunschweig. An der Ampel geradeaus. Am Kreuzteich vorbei unsd hinter den letzten Häusern Parkplatz "Gänsekamp".

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Ab Braunschweig  Hauptbahnhof: Strassenbahn Linie 1 bzw. 2 bis Rathaus und umsteigen In Bus Linie 413 bzw. 418 und bis Hst. Kreuzteich.

Rückfahrt mit Bus Linie 230 bis Messeweg und umsteigen in Bus 413 bis Julius-Kühne-Institut (Parkplatz Am Hasselteich) oder Kreuzteich (Parkplatz Gänsekamp)

Zurück zum Bahnhof: Bus 230 bis Rathaus und umsteigen in Strassenbahn Linie 1 bzw. 2.

Verkehrsverbund Region Braunschweig. Niedersachsen- und Schönes-Wochenende-Ticket werden anerkannt.

Hier Fahrplanauskunft:
 
Kartenmaterial

L3728 Braunschweig 1:50 000 Landesvermessung Niedersachsen
 
Einkehr und Verpflegung
 
Hotel und Restaurant
Landhaus Waldesruh
Gaststätte
"Zur schönen Aussicht"
 

Sonstiges:
 
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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

letzte Änderung: 17.03.2017
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