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Kloster Michaelstein - Eggeröder Brunnen - Kloster Michaelstein (Im Klostergrund)

Autor: Uwe Barthauer
Erstellt: 19.04.2015

Kloster Michaelstein - Eggeröder Brunnen - Kloster Michaelstein

Im Klostergrund


Wandern

 
Dauer Jahreszeit
Straße Piste/Feldweg Wanderweg- pfad
15 km 5-6 Std.
 
März - Okt.
0% > 5% 95%
Schwierigkeit Höhendifferenz
leicht mäßig
Frequentierung Unterkunft Sonstiges
niedrig privat hist. und schattige Waldwanderung
 
»Legende«

Bei Blankenburg, am nördlichen Harzrand, liegt das ehemalige Zisterzienserkloster Michaelstein in einem urwüchsigen Tal, umgeben von einer herrlichen Landschaft aus bewaldeten Bergen und zahlreichen Teichen. Startpunkt unserer Rundwanderung mit historischen Aspekten überwiegend durch Laubwald zu den Höhlen des Volkmarskellers, den Ruinen des aufgegebenen Klosters Alt Michaelstein und
hinauf auf die Elbingeroder Hochfläche zu der Karstquelle des Eggeröder Brunnens und zurück.
 
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  • Kloster Michaelstein
  • Torhaus
  • Im Klostergrund
  • Klosterquelle
  • ehem. Fischteich
  • Volkmarskeller
  • Mauerreste Alt Michaelstein
  • Eggeröder Brunnen
  • Brockenblick
  • Zum Klosterfischer

Hier Wanderkarte


Michaelstein - Eggeröder Brunnen - Michaelstein
 

Im Klostergrund


Das Zisterzienserkloster Michaelstein bei Blankenburg, ein Highlight für Kulturfreunde jeglicher Coleur. Hier kommt jeder zu seinem Recht.  Der Architekturbegeisterte, der geschichtlich Interessierte und vor allem der Liebhaber klassischer Musik. Sitz des "Telemannischen Collegium Michaelstein", das auf barocken Instrumenten zeitgenössische Musik spielt und der Landesmusikakademie des Landes Sachsen-Anhalt. So kann der Wanderer mitunter schon am Morgen mit musikalischen Klängen seine Tour beginnen.

Das Kloster 1146 oberhalb des heutigen Standorts bei der Klause des Volkmarskellers gegründet, wurde schon ab 1152 an seinen heutigen Standort verlegt. Im Bauernkrieg 1525 durch aufständische Bauern zerstört und 1533 während einer Fehde gegen den sächsischen Herzog Georg dem Bärtigen nochmals zerstört, fehlten danach die finanziellen Mittel um die dreischiffige Basilika wieder aufzubauen und die Ruine wurde abgerissen.

Nach Einführung der Reformation 1543 fällt das Kloster  an die Grafen zu Regenstein die auch die Abtwürde wahrnehmen. Die Grafschaft Regenstein kommt 1599 als erloschenes Lehen an Braunschweig-Wolfenbüttel. 1942 erwarben die Braunschweiger Welfen Gebäude und Liegenschaften und 1945 dann die sogenannte "Bodenreform". Die erste Aufführung des Telemann Kammerorchesters Blankenburg erfolgte 1968 und 1977 Gründung des Instituts für Aufführungspraxis der Musik des 18. Jahrhunderts. 2002 dann die Einrichtung der Landesakademie für Musik.

Soviel erst einmal vorab. Ich werde später noch auf näheres eingehen, aber Sie sehen, auch kleinere Orte können kulturelle Leuchttürme sein.

Wir beginnen am Torhaus und folgen der Ausschilderung "Volkmarskeller" - "Eggeröder Brunnen" Tal aufwärts. Links von uns am Hang, durch einen Damm talwärts vom Talgrund getrennt, der Goldbach. Tief unten im Tal dann die Teiche, wie Perlen an einer Schnur aufgereiht. Die eigenartige Wasserführung erklärte sich mir auch erst nach einigem nachdenken und ist in den Ordensregeln der Zisterzienser begründet. Die Anlage eines Klosters erfolgte immer nach dem gleichen Schema und im günstigsten Fall nach dem Idealplan der Benediktiner von St. Gallen, der im 9.Jahrhundert entwickelt wurde. Waren die Zisterzienser doch ein Reformorden der Benediktiner.

Für die vorgeschriebenen täglichen Waschungen im Brunnenhaus wurde klares sauberes Wasser benötigt. Da das Wasser nun einmal nicht bergauf fließt, ließ man es einfach von oben bergab in das Kloster fließen. Küche und Garten profitierten auch vom fließenden Wasser und der Unrat wurde auf diese Weise auch beseitigt. Für mittelalterliche Verhältnisse geradezu eine vorbildliche Hygenie.

Das Waldbild hier; Laubwald, am Bach überwiegend Eschen und Erlen und am Hang Buchen. Gehört dieser Wald doch zum "Vogelschutzgebiet Laubwälder zwischen Wernigerode und Blankenburg". Unser Weg strebt in diesem steiler werdenden Tal allmählich aufwärts, so das sich Talgrund und Weg annähern. Der Waldboden ist zu dieser Jahreszeit mit Teppichen von Anemonen und Bärlauch bedeckt .
 

Zum Eggeröder Brunnen


Nach den Fischteichen links, oberhalb des Talgrundes, eine Informationstafel und Treppenstufen, die zu einem ca. 1m hohen Rohr führen, aus dem Wasser hervorquillt. Die sogenannte Klosterquelle. Ein verfülltes und nicht vollständig abgedichtetes Bohrloch, aus dem Wasser mit der Qualität einer Heilquelle hervor dringt. Zum Erkunden der hier vorkommenden und bis 1969 in der Grube "Braune Sumpf" abgebauten Roteisenerze ( Hämatit), wurde  diese Bohrung 1965 niedergebracht.

Die bewirtschafteten Fischteiche sind zu Ende. Die nun folgenden  Teiche sind teilweise verlandet, mit einem Rand von Wasserpflanzen umgeben und auf ihrem Grund wächst, in diesem klaren gleichmäßig temperierten Wasser, die Brunnenkresse (Nasturtium officinale ).Ein herrliches Biotop für allerlei  Lurche und Wasservögel.

Nachdem uns die Teiche verlassen haben - zunächst jedenfalls - links am Wegrand ein Denkmal für die bei einer Dynamitexplosion am 16. März 1893 umgekommenen 8 Bergleute der Eisenerzgrube Volkmars. Ursache war der unsachgemäße Umgang mit Dynamit bei Temperaturen unter 7º C. Dynamit ist an Kieselgur im Verhältnis 3:1 gebundenes Nitroglycerin. In feuchter Umgebung wird das Nitroglycerin durch Wasser verdrängt und tritt bei Temperaturen von unter 7° C in Tröpfchenform aus. Heute wird im Bergbau kein Dynamit mehr verwendet.

Acht Bergleute, das klingt zunächst nicht viel. In der Grube waren allerdings nie mehr als 11 Arbeiter beschäftigt. Der Betrieb wurde danach eingestellt. Interessant sind die Orte aus denen die Bergleute kamen und welche Entfernungen sie - zu Fuß!!! - bis zu ihrer Arbeitsstelle in Kauf nahmen.

Etwa 1km weiter dann rechts eine Tafel die auf die Karsthöhlen des Volkmarskellers hinweist und eine Stempelstelle des Harzklubs. Links geht der Weg zum Eggeröder Brunnen ab. Gehen Sie einige Meter weiter geradeaus, bis rechts bei den Resten einer kaum noch zu erkennenden Mauer, über einige Stufen ein schmaler Pfad in Serpentinen zu den Höhlen aufwärts führt.

Diese Höhlen einst eine Einsiedelei, später dann eine Höhlenkirche wie die Weihekreuze verraten, können ohne Taschenlampen betreten werden. Wie bemerkt, können. Eine Taschenlampe ist trotzdem empfehlenswert. Der Lichteinfall durch das Höhlenportal ist dürftig aber ausreichend. Weiter dem Pfad folgend kommen wir zu den Ruinenresten des Klosters Altmichaelstein, die sich direkt über den Höhlen befinden.

Wieder zurück, zwischen den beiden Stauteichen der Ausschilderung "Eggeröder Brunnen" nach links folgen. Kurz vor dem erreichen der Wochenendhaussiedlung Jasperode - benannt nach dem früheren von den Nationalsozialisten ermordeten braunschweigischen Ministerpräsidenten Dr. Heinrich Jasper - die sich heute auf dem Gebiet der Wüstung Engerode befindet, rechter Hand ein Wasselösestollen. Das hier vorkommende Roteisenerz (Hämatit) wurde im Magazinverfahren abgebaut. D.h. von unten nach oben, wo bei stehen gelassene Strebepfeiler das Grubengebäude stützen. Reste der Stollen lassen das im Korallenoolithkalk zementierte Hämatit erkennen.

Vom Eggeröder Brunnen zurück zum Kloster Michaelstein


In Jasperode bis zur Wegekreuzung aufwärts. Rechts noch einige aufgestaute Fischteiche. Der letzte Teich ist die aufgestaute Quelle des Goldbaches, der Eggeröder Brunnen. Die Wüstung Engerode war einst ein Hüttenplatz, als Curia zum Stift Quedlinburg gehörig, an dem die hier anstehenden Roteisenerze verhüttet wurden. Der Ort war mit Wall und Palisaden befestigt. Er muß also ein bedeutender Hüttenstandort gewesen sein.

An der Wegkreuzung zweimal nach  rechts der Ausschilderung Hüttenrode in südlicher Richtung nach. Links, oberhalb des Ortes, auf der Wiese ein Teilstück des ehemaligen Walles. Noch heute von beeindruckender Mächtigkeit. Wir wandern weiter durch Wiesen und Felder aufwärts bis zum Kreuzweg. Rechts ein herrlicher Blick hinüber zum Brocken, der sich weit über die Elbingeröder Hochfläche erhebt.

Am Kreuzweg nach links Richtung Hüttenrode und den nächsten Weg links auf den Wald zu. Im Wald in einem weiten Linksbogen bis zum "Herzogsweg"(die Markierung ist ein roter Punkt), der spitz nach rechts abgeht. Jetzt abwärts bis zum Querweg und hier nach rechts der Ausschilderung "Bastweg" folgen. Gleich hinter der Kurve den Weg nach rechts immer der Ausschilderung "Bastweg" nach. Der Weg führt durch einen Laubmischwald gemählich aufwärts um sich dann abzusenken.

Bei der großen z.T. wieder aufgeforsteten Blöße, links zwischen dem Besenginster, eine Bank die zu einer kurzen Rast mit Blick zum Brocken einlädt. Bei einem kleinen Taleinschnitt links,der Ausschilderung "Michaelstein" nach links folgen. Sollten Sie diesen Abzweig verpasst haben, keine Panik. Alle Wege führen nach Rom. Meistens jedenfalls, aber nicht immer direkt. Nehmen Sie einfach hinter der kleinen Kuppe den nächsten Weg links, oder gehen Sie einfach weiter bergab und kurz vor Oesig auf den E11 nach links Richtung Blankenburg.

Unser Weg führt um eine kleine Kuppe herum durch einen lichten Buchenhochwald mit seinen silbernen Stämmen. Gehen Sie jetzt immer abwärts, über einen Kreuzweg - von rechts kommt der E11 und die anderen Wege  her -  weiter abwärts. Halblinks sind im Tal schon die Dächer von Michaelstein zu sehen. Sie können auch jetzt schon nach links um den Berg herum abwärts gehen und den nächsten rechts spitz abgehenden Weg weiter abwärts.  Den Goldbach auf der kleinen Brücke überqueren und zwischen den Teichen zum Restaurant "Klosterfischer".

Sie könne aber auch abwärts, über den nächsten Kreuzweg und dann nach rechts. Bei der Wegeinmündung nach links und abwärts zum Goldbach. Sie kommen dann direkt vor dem Kloster an. Orientieren Sie sich immer an den Gebäuden des Klosters. Notfalls einfach "quer durch die Botanik" abwärts.

Nach dem Klosterfischer nach links am Haupteingang des Museums vorbei, durch das Torhaus und bis zu unserem Ausgangspunkt. Sollten Sie noch Zeit und Lust haben, besuchen sie das Museum, das sich vor allem mit der Thematik Musik befasst. Vorher sollten Sie sich aber im "Klosterfischer" stärken und je nach Gusto und Geldbeutel, entweder im Imbiss mit Biergarten (Selbstbedienung) oder im Restaurant Platz nehmen. Da die Wasser der Heilquelle, wie wir jetzt wissen, in den Goldbach und damit in die Teiche fließen, können Sie beim Schlemmen der hier angebotenen Forellen auch noch was für die Gesundheit tun. Sozusagen sich gesund schlemmen. Erzählen Sie das aber nicht Ihrem Arzt!!!

Ich jedenfalls, wünsche Ihnen beim Nachwandern viel Freude.
 




Anreise:

Mit dem Pkw:
B6n bis Ausfahrt Blankenburg und im Kreisel der Beschilderung Kloster Michaelstein folgen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Mit dem Zug bis Blankenburg weiter mit Bus 253 bis Michaelstein.

Hier Fahrplanauskunft

Kartenmaterial:

Geomap Naturpark Harz Blatt 2
1:50 000
ISBN 3-933671-09-4
 


Einkehr Unterkunft und Verpflegung

 
In Blankenburg stehen Unterkünfte verschiedener Kategorien zur Verfügung Vom Verfasser empfohlen "Zum Klosterfischer"
 
 

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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

letzte Änderung: 30.12.2015
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