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Im Südharz - rund um den Hohnstein (Rundwanderung Neustadt - Hufhaus - Neustadt)

Autor: Uwe Barthauer
Letzte Aktualisierung: 24.07.2011
 

Im Südharz – rund um den Hohnstein

Rundwanderung: Neustadt – Hufhaus – Neustadt


Wandern
 

Dauer Jahreszeit Straße
Piste/Feldweg Wanderpfad- weg
4 -5 Std. 15 km   März - Okt.     5% 
        0%           95%

Schwierigkeit
 
Höhendifferenz

Frequentierung

Unterkunft
 
Sonstiges
   leicht      mäßig        niederig
   Privat Waldwanderung für Kinder geeignet
» Legende
 
Unweit im Norden von Nordhausen, im thüringischenTeil des Harzes, liegt, überragt von der mächtigen Burgruine Hohnstein und umgeben von Wiesen und Wäldern, das fast vergessene Städtchen Neustadt/Harz. Start- und Endpunkt unserer Wanderung. Durch vielfältige Mischwälder wandern wir – auch das gab es im Harz - vorbei an den alten Stollen des historischen Steinkohlebergbaus, zu dem früheren fürstlich Stolbergischem Gestüt und jetziger Ausflugsgaststätte "Hufhaus" und zurück, über die Burgruine Hohnstein mit ihren wunderschönen Fernsichten, zu unserem Ausgangspunkt.
 
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  • Blick in den Vorharz
  • Stadttor
  • Neustädter Roland
  • Burgstraße
  • Felsentor
  • Kappelbachtal
  • Burggaststätte
  • Ruine Hohnstein

 

Hier Wanderkarte


Neustadt_-_Hufhaus_-_Neustadt.pdf
 

Von Neustadt zu den Rhyolithfelsen des Felsentores

 

Unsere Wanderung beginnt in Neustadt/Harz auf dem großen Parkplatz vor dem "Alten Tor". Hier ist auch die Bushaltestelle der Nordhäuser Verkehrsbetriebe, mit denen unser Start und Ziel, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu erreichen ist.

Neustadt am Harz, einst Hauptort der Grafschaft Hohnstein, verlor mit dem Bau der heutigen Bundesstraße 4 und den dadurch bedingten Verlust seiner Verkehrsverbindungen, an wirtschaftlicher Bedeutung und geriet ins Abseits. Einst verlief hier die alte Heerstraße Nürnberg - Quedlinburg sowie die Poststraße von Nordhausen nach Braunschweig. Auch der Eisenbahnbau ließ dieses Städtchen außen vor und so überdauerte dieses wirklich kleine und verträumte Fachwerkstädtchen mit seinem hist. Stadtkern, dem Stadttor, seinem hölzernen Roland und seinen Fachwerhäusern die Jahrhunderte. Hermann Löns weilte seinerzeit hier zu einer Kur.

Wir wenden uns nach Süden und betreten das Städtchen durch das alte Stadttor. Das Türmerhäuschen wurde erst später auf gesetzt. Wie schrieb doch Goethe in seinem Türmerlied: "Ich blick in die Ferne, - Ich seh in der Näh' - Den Mond und die Sterne - Den Wald und das Reh". Ja, damals – damals war das hier vor dem Tor und man konnte wirklich den Wald sehen. Heute sind hier der Parkplatz und einige Häuser zwischen Turm und Wald

Nun immer der Straße nach bis zur Kreuzung und hier nach rechts. Links das kleine unscheinbare Gebäude ist die alte Stadtwaage. Nach ca. 100 m das Hotel Ratskeller, eine Dependance des Hotel Hohnstein. Hier an dem ehemaligen Rathaus steht auch der Neustädter Roland, eine der drei hölzernen Südharzer Rolandsfiguren. Außer dieser hier, noch in Nordhausen und in dem kleinen Dorf Questenberg.

Der hiesige Roland hat das Schwert in der Scheide stecken und erhebt die rechte Schwurhand. Das Schwert in der Scheide bedeutet, daß die Stadt nur die niederige Gerichtsbarkeit ausübte. Die Schwurhand erinnert an  den großen Stadtbrand von 1678 in dem auch die Urkunden mit verbrannten. Die Bürger mußten danach ihre verbrieften Rechte erneut beschwören.

Eigentlich ist ein Roland fast zuviel der Ehre für diese kleine Stadt, die eigentlich nur aus einer größeren Straße, sowie eine handvoll kleiner Sträßchen und Gassen besteht. Die Einwohnerzahl überschritt erst nach der Eingemeindung umliegender Orte die 1000 Personen. Das alte Neustadt hatte selten mehr als 500 Bürgern Wohnstatt und Erwerb geboten. Aber immerhin, es war eine „Stadt“ - wenn auch nur eine Ackerbürgerstadt - mit den verbrieften Rechten der Stolberger Grafen und mit Mauer und Toren wohl versehen und verwahrt.

Die vor uns befindliche Kirche, aus dunklem rotem Stein erbaut, enthält im Inneren einen barocken Kanzelaltar und einen ebenfalls barockenen Taufengel. Dieser rote Stein ist Porphyr, die korrekte geologische Bezeichnung lautet: Rhyolith. Viele Bauwerke sind hier aus diesem Stein erbaut.

Die Kirche links passieren und weiter bis zum evang. Fachkrankenhaus. Nun nach links und auf dem schmalen Pfad durch den Kurpark. Am Ende des Parkes - bei der Sitzgruppe - auf den vor uns liegenden Querweg nach links, über die Straße und den Weg halb rechts am Waldrand entlang aufwärts. Ausgeschildert ist: Hufhaus – Nordhäuser Talsperre – Stolberg – Felsentor. Dort wo der Weg am Waldrand in den Wald eintritt, links die roten Rhyolithfelsen des Felsentores. Weit schieben sie sich vor und engen das kleine Bachtal ein.

 

 ...und weiter zum Hufhaus



Wir sind hier im Bereich des Ilfelder Rhyoliths, der hier mit einer Mächtigkeit von 300 m ansteht und eine Fläche von ca. 55 km² bedeckt. Wenn Magma unter der Oberfläche allmählich auskühlt, bilden sich große Kristalle. Wird dieses Magma dann doch noch durch vulkanische Tätigkeit aus geworfen, bleiben die großen Kristalle erhalten und werden von den kleineren umschlossen. Diese Struktur bezeichnet der Geologe als Porphyr. Dieses Gestein verwittert zu Steingrus wobei die härteren Kerne erhalten bleiben und die für diesen Raum typischen Kuppen bilden.

Wir wenden uns nun nach links und durchschreiten das Felsentor in nördlicher Richtung. Rechts und links sind überall auf den Berghängen die roten Felsen zu sehen. Nach ca. 200 m weitet sich das Tal etwas und Schilder in Form einer Tanne weisen auf Bergbaurelikte hin. Hier im Ilfelder Becken, wurde von 1740 – 1862 Steinkohle abgebaut. Genau wie im benachbarten Rabensteiner Stollen am Netzkater, der heute als Museumsbergwerk in Betrieb ist. Hier wurde sogar (mit Unterbrechungen) bis 1949 Steinkohle gefördert. Die Stollen wurden erst vor einigen Jahren gesichert und geschlossen.

Dem Weg weiter bergauf folgen, bis wir die alte Poststraße der „Braunschweigischen Post“ von Nordhausen nach Braunschweig erreichen. Immer der Ausschilderung „Hufhaus“ nach. Hier nach links auf die Poststraße und weiter bergauf. Auf der Poststraße ist dann das Posthorn unser Wegweiser. Nach etwa 1 km zweigt rechts ein Weg  zur Nordhäuser Talsperrre ab. Eine Tafel informiert darüber, dass wir uns hier im Grenzgebiet zwischen dem Porphyr und der Grauwacke befinden. Wer sich dafür interessiert, folgt dem Weg einige Meter in den Hohlweg hinein und hat hier die Aufschlüsse der Grauwacke, ein klastisches Sediment maritimen Ursprungs und korrekt als Litharenit bezeichnet.

Unser Weg führt weiter bergauf, bis zum Gipfel des Heidelberges und senkt sich dann zum Forstort "Kleines Hornfeld" ab. Dieser Forstort, eine kleine Wiese an einem Kreuzweg, bietet eine Sitzgelegenheit für eine kurze Rast. Weiter dem grasbewachsenen Weg folgen, der eine kurze Strecke bergauf führt um dann in einem Gefälle über zu gehen. Am Ende des Gefälles, an einer Wegkreuzung nach links, der Ausschilderung „Hufhaus“ nach. Der Wegweiser befindet sich rechts bei einer Sitzbank.

Zunächst noch allmählich senkt sich der Weg, um dann steil abwärts zu gehen. Unten nach links und gleich wieder rechts über die Blöße und unter der Hochspannungsleitung hindurch bergauf Richtung „Hufhaus“ . Nach kurzer Strecke, sehen wir vor uns die ersten zum Komplex Hufhaus gehörenden Gebäude. Nun nach links bis zur Zufahrtsstraße.

Das Hufhaus, einst das Fürstlich Stolbergische Gestüt (daher der Name), war zu DDR-Zeiten ein Ferienheim. Heute ein Hotel und eine Ausflugsgaststätte, die sich allerdings in einem Zustand befindet, den man nur noch als abgewirtschaftet bezeichnen kann. Ich kann für dieses Etablissement keine Empfehlung aussprechen. Wer großen Durst hat mag hier einkehren. Ich würde hier jedoch nur Flaschenbier trinken.
 

Und zurück über die Burgruine Hohnstein



Auf der Zufahrtstraße nach links und bergab bis zum Wegestern, jetzt geradeaus steil bergab. Wir wandern hier durch einen Buchenmischwald, der besonders im Herbst mit seiner Laubfärbung seine Reize hat. Der Weg führt in Kurven abwärts bis in das in das liebliche Wiesental des Kappelbaches. Vor uns ist schon rechts der Burgberg zu sehen. Nun auf der Straße nach rechts und nach ca. 100 m dem Wegweiser nach links dem schmalem Pfad durch die Büsche folgen, auf einem Steg den Kappelbach überqueren und über die Wiese auf den jenseitigen Waldrand zu.

Am Wald nach links und ca 100 m weiter den schmalen Pfad rechts nehmen, der sich in Serpentinen aufwärts windet. Auch hier wieder Rhyolithfelsen. Am Ende auf dem Zufahrtsweg zur Burg nach rechts (Achtung eine Stufe von ca. 1 m überwinden) und durch das Burgtor in die Burg hinein. Vor uns die Burggaststätte, von deren Terrasse aus, man einen fantastischen Blick in das Harzvorland hat.

Die Burgruine ist in allen Teilen frei zugänglich und hervorragend mit Hinweisen versehen, die über die einzelnen Gebäudeteile informieren. Die Fernsicht hinüber zur Hainlaite über die Rüdigsdorfer Schweiz und Neustadt ist einmalig.

Den Zufahrtsweg zurück bis zur Spitzkehre. Hier an dieser sternförmigen Wegkreuzung dem schmalen Pfad nach Süden, steil ins Tal hinunter folgen. Immer der Ausschilderung „Neustadt“ nach. Ab halbem Weg rechts ein alter nicht mehr genutzter Hohlweg. Rechts begleitet von alten Kastanienbäumen geht es abwärts bis zum Gondelteich. Hier an der Pavilliongaststätte „Zum fröhlichen Karpfen“ mit seinen Stühlen, Tischen und Sonnenschirmen vorbei auf dem Teichdamm bis zum „Neuen Schloss“ – ein Domänengebäude das an Stelle der zerstörten Burg als Verwaltungssitz errichtet wurde – und hier nach links in die Burgstraße einbiegen. Geradeaus geht es zum Waldbad und zum Campingplatz. Nun auf der Burgstraße durch Neustadt bis zum Ratskeller und unserem Hinweg nach bis zum Parkplatz.


 

Nützliche Hinweise und Informationen




 
Anreise:
Mit dem Auto

Aus Halle oder Göttingen:
A 38 bis Ausfahrt Nordhausen oder B 80 dann B 4/B 81 bis Niedersachswerfen und weiter über L 1037 Richtung Neustadt 

Aus Erfurt
B 4/B 81 bis Niedersachswerfen und weiter über L 1037 Richtung Neustadt

Aus Braunschweig
A 395 ‑ B 4/B 81 bis Ilfeld weiter über L 2075/1037 Richtung Neustadt

Aus Hannover
A 7 bis Ausfahrt Rhüden ‑ B 6 bis Bad Harzburg ‑
B 4/B 81 bis Ilfeld weiter über L 2075/1037 Richtung Neustadt

Aus Magdeburg
B 81 bis Ilfeld weiter über L 2075/1037 Richtung Neustadt

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit dem Zug bis nach Nordhausen und weiter mit HSB oder Straßenbahn Linie 10 bis Niedersachswerfen-Ost.
In Niedersachswerfen-Ost umsteigen in Bus Linie 23 Verkehrsbetriebe Nordhausen.



 
 Kartenmaterial


 
KV-Plan Freizeit im Harz 
Kommunalverlag Hans Tacken
1:50 000
ISBN  3 - 89641 - 524 - 1
 
Naturpark Harz Blatt 2
Geo-Map
1:50 000
ISBN  3 - 933671 - 09 - 4
 

Einkehr und Verpflegung

Ausflugs- und Ferienhotel
Hufhaus/Harzhöhe
99768 Ilfeld/Südharz
Tel: 036331-48125
Fax: 036331-48126
Täglich geöffnet
 

Burggasthof Hohnstein
Burgruine Hohnstein
Täglich geöffnet
Di - So 11:00 h - 22:00 h
Mo Ruhetag
D-99762 Neustadt / Harz
Telefon: 0 3 63 31 / 4 90 49
 

In Neustadt stehen verschieden Gaststätten zur Verfügung
 

Unterkunft


                                                          In Neustadt stehen verschiedene Unterkünfte zur Verfügung



 
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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

letzte Änderung: 21.12.2015
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