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Im Nordharzer Vorland (Ringelheim - Altwallmoden - Ostlutter - Langelsheim)

Autor: Uwe Barthauer
Erstellt: 27.06.2014
 

Im Nordharzer Vorland

Ringelheim - Altwallmoden - Ostlutter - Langelsheim


Wandern

 
Dauer Jahreszeit
Straße Piste/Feldweg Wanderweg- pfad
20 km 5 - 7 Std.
 
ganzjährig
10 % 30 % 60 %
Schwierigkeit Höhendifferenz
Frequentierung Unterkunft Sonstiges
leicht niedrig
gering privat Landschaftlich abwechslungsreiche Wanderung

»Legende«

Zwischen Salzgitter und dem Harz erheben sich zahlreiche Hügelketten, kaum bekannt und nur wenig erschlossen, die wunderschöne Wandermöglickeiten bieten. Eine Landschaft die im ersten Moment nur wenig ansprechend wirkt. Wer sich jedoch in wenig bekannte Winkel begibt und auch Umwege in Kauf nimmt, wird angenehm überrascht sein was diese "Zuckerrübensteppe" so alles zu  bieten hat. Wir wandern von dem früheren Benediktinerkloster Ringelheim aus, zunächst noch entlang des Naturschutzgebietes "Innerste Aue", auf zum Teil kaum genutzten Wegen und Pfaden, durch die Hügel der zum Innerste Bergland gehörenden Barenberge, die hier mit dem 310m hohen Windenberg ihre größte Höhe erreichen, bis nach Langelsheim am Harz.

 
Zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Gewitterstimmung über Ostlutter
  • Schloss Ringelheim
  • Taubenturm mit Schule
  • Klostermühle
  • Brockenblick
  • Cholerafriedhof
  • Blick über Altwallmoden
  • Begräbnisstätte derer von Wallmoden
  • Gedenkstein
  • am Radberg
  • Am Radberg
  • Blick auf Langelsheim und Harz

Wanderkarte


Ringelheim - Altwallmoden - Ostlutter - Langelsheim
 

Von Ringelheim nach Altwallmoden


Wir beginnen in Salzgitter-Ringelheim, an diesen sogenannten "Bahnhof" (passend zu dieser Stadt) und wenden uns nach rechts in die Poststraße und weiter in die Bahnhofsstraße. Nach einem weiten Linksbogen über die Goslarsche Straße in die Johannesstraße und durch das Tor in den Gutshof. Hinter den Wirtschaftsgebäuden links die ehemalige barocke Kloster- und jetzige katholische Kirche St. Abdon und Sennen. Unmittelbar daran die frühere Abtei des Benediktiner Klosters.

Nach dem Reichsdeputationshauptschluß 1803 und dem Ende des Fürstbistums Hildesheim säkularisiert, gelangte es in den Besitz des Grafen Friedrich von der Decken und wurde in ein Schloss mit klassizistischer Fassade umgewandelt. 1848 legte dann sein Sohn Adolf den englischen Landschaftspark an. Zuletzt beherbergte es bis Ende der 1990 Jahre eine Fachabteilung des Landeskrankenhauses Königslutter, steht seitdem leer und harrt einer neuen Verwendung. Park und Schloss machen heute einen ungepflegten und verwahrlosten Eindruck.

Ringelheim gehört neben Liebenburg, Derneburg, Lamspringe und anderen zu den Klöstern, die nach dem Goslarer Rezeß 1643 von den Hildesheimer Bischöfen wieder neu mit Mönchen besetzt wurden, um das Bistum zu rekatholisieren. Was allerdings nur von mäßigem Erfolg gekrönt war. Und so war der Hildesheimer Bischof, als Folge der Hildesheimer Stiftsfehde (1519 - 1523) und es Normaljahres 1628 (Westfälischer Friedensvertrag), ein katholischer Reichsfürst mit überwiegend evangelischer Bevölkerung und damit, nach den Regeln des Summepiscopats, kurioserweise auch das Oberhaupt der evangelischen Pfarrer.

Rechts der Gutshof mit seinen historischen Wirtschaftsgebäuden. Das Gebäude das aussieht wie eine Kapelle ist aber nur der 1710 errichteter Taubenturm, dem 1748 eine Schule angebaut wurde. Dieses winzige Gebäude sagt viel über die damalige Bildungssituation aus..."kann Er schreiben, kann Er lesen? Kann Er das kleine Einmaleins? Dann ist Er zum Schulmeister bestallt." So war das im Deutschen Reich, ein dummes Volk läßt sich eben einfacher (ver)führen und das "Gottesgnadentum" war noch allgegenwärtig.

Gegenüber dem Schloss die wundervoll restaurierte Klostermühle, die von 1898 bis 1930 als Elektrizitätswerk diente. Nach wenigen Metern dann rechts das Tor zu Park und Schloss. Gehen Sie ruhig einmal hinein und sehen Sie sich den desaströsen Zustand des an sich wundervollen Parks an, und erst das Schloss. Solche Bilder kannte ich bisher nur aus den neuen Bundesländern kurz nach der Wende.

Am Querweg nach rechts bis zur Straße, jetzt nach links und die mit Weidenbäumen umsäumte eilig dahin rauschende Innerste auf der Brücke überqueren und die nächste  Straße rechts. Hinter den letzten Häusern geht unser Weg dann in einen Feldweg über. Links die Felder mit ihren bunten Rainen aus Disteln, Klatschmohn und Kornblumen  und rechts das Naturschutzgebiet "Innerste Aue". Eine herrliche Auenlandschaft, wie es sie nur noch wenige gibt. Weit geht der Blick über die Felder zu den Hügeln der Barenberge und weiter zu den Bergen des Harzes, über die der Brocken weit hervor ragt. So macht das wandern Freude.

Nach ca. 500m links der der Cholerafriedhof. Nach einem Choleraausbruch 1855 wurde hier mit Zustimmung des Grafen v. Decken, der dieses Grundstück der Gemeinde schenkte, ein Begräbnisplatz eingerichtet, da man bei einer Beisetzung im Ort eine Ansteckung befürchtete. Bei dem jährlichen Bittgang wurde er später als Betstelle genutzt. Vom Kolpingwerk wieder hergerichtet ist er heute eine Stempelstelle des Harzklubs und ein Rastplatz..

Von rechts nähert sich die Innerste unserem Wanderweg. Breit und träge fließt sie nun dahin und zeigt uns die Darmpfulsmühle (Ringelheimer Mühle), einer noch heute mit Wasserkraft betriebene Weizenmühle, an. Am Querweg nach links und am Bachlauf nach Südosten. Auf Höhe der Ortschaft Altwallmoden, am Kreuzweg nach rechts über den Bach und nach Wallmoden hinein. An der Straße einmal kurz  nach rechts und wieder links und an der Gärtnerei vorbei aufwärts zum Waldrand. Wer möchte geht vorher in den Ort und schaut sich das Schloss an. 
 

Durch die Barenberge nach Ostlutter

 
Am Waldrand nach links bis in den Ort hinein. Hier  am Thedelskamp nach rechts und spitz nach südwest in den Wald hinauf. Am nächsten Abzweig links spitz wieder nach Südosten. Der Weg, der kaum noch Spuren einer Benutzung aufweist, führt mit Totholz übersäet, durch eine Dickung verschiedener Laubhölzer und ist z.T. nur schwer passierbar. Kurz vor dem Scheitelpunkt endet er scheinbar im Nichts. Lassen Sie sich dadurch aber nicht täuschen. Schlagen Sie sich etwa 50m  durch das Unterholz und dem mit Totholz durchsetzten hohen Gras bis zu dem breiten etwas tiefer liegenden Forstweg durch und hier nach links.

Ungefähr 200m weiter, in einem Fichtengehölz, rechts der Friedhof derer von Wallmoden. Sollten Sie ihn sich ansehen, bedenken Sie bitte, Sie sind hier auf einem "Friedhof". Verhalten Sie sich bitte entsprechend und schließen Sie beim weggehen wieder die Pforte. Der Weg erreicht die hier in den Kurven unübersichtliche schmale und vielbefahrene B 248. Deshalb rechts den schmalen Pfad nehmen, der  unmittelbar nach der Schranke parallel zur Bundestraße verläuft.

Am Ende des Pfades, dem Weg auf der anderen Seite der Ausschilderung "Ostlutter" folgen. Bleiben Sie jetzt immer auf diesen Weg. Links über uns sind am Berghang  immer wieder Buntsandsteinklippen zu sehen. Wir werden heute noch viele Klippen sehen. Dort  wo der Wald rechts zurück weicht und einem Acker Platz macht, bis zum Ende des Feldes. Der Weg geht links in eine Spitzkehre bergauf. Gleich beim Ansatz (achten Sie auf die Ausschilderung  bzw. auf die Pfeile an den Bäumen!!!) dem kaum sichtbaren Pfad nach Süden durch die Bäume folgen.

Der Pfad geht in einem grasigen und fast zugewachsenen Waldweg über, um nach etwa 100m in einen Forstweg zu münden. Nun immer geradeaus nach Süden bis zu einem Querweg. Hier nach links und leicht in einem Rechtsbogen aufwärts. Dort wo der Weg wieder nach links führt, Achtung!! auf dem schmalen Pfad nach rechts. Achten Sie auf Pfeile und Beschilderung!!! Sollten Sie den Abzweig verfehlen, kein Problem, bleiben Sie einfach auf dem Weg. Sie würden dann allerdings den vielleicht schönsten Teil unserer Wanderung verpassen.

Ein kurzes Stück diesen Pfad aufwärts treffen wir auf einen breiten Weg, auf diesem nach rechts. Links ein Gedenkstein für Heinrich Verwohl der hier am 7. Oktober 1945 ausgeraubt und niedergeschossen wurde und in Folge der Schussverletzungen am 16. Oktober verstarb. Eine böse Zeit war das damals, der Krieg war zwar vorbei, aber Hunger und Elend groß und die Not noch lange nicht zu Ende. Banden von sogenannten "Displaced Persons", ehemalige Kriegsgefangene aus Polen und der Sowjetunion zogen plündernd durch das Land und sannen auf Rache für das ihnen zugefügte Unrecht.

Der Weg führt uns durch die aufgelassenen und wieder mit dunklen Fichten bewaldeten Steinbrüche Ostlutters. Rechts Felswände und links hinter dem Geländer, das den Weg absichert, tiefe senkrechte Schluchten. Wie war das noch einmal im Freischütz, die Szene in der Wolfsschlucht? "Milch des Mondes fiel aufs Kraut", "Samiel! Erschein!" und  "Die siebente sei dein! Aus seinem Rohr lenk sie nach seiner Braut. Dies wird ihn der Verzweiflung weih'n, ihn und den Vater …" Hier möchte ich nicht im dunkeln bei Vollmond oder Gewitter entlang gehen. Bei Tageslicht aber ist dieser Weg nur romantisch und erinnert an das Elbsandsteingebirge. Angesichts dieser Natur ist es kaum zu glauben, das diese Steinbrüche erst vor 60 Jahren stillgelegt wurden.

Der Weg, am Ende des Steinbruchs wieder zugewachsen, verwandelt sich in einen Pfad und erreicht eine freie Fläche, einen Acker, mitten im Wald. Am Waldrand nach links und abwärts bis zu der Forststraße. Wer vorher den Abzweig verfehlt hat, hier kommt er von links. Auf der Forststraße nach rechts, aus dem Wald hinaus und nach Ostlutter.
 

Entlang von Radberg und Appelhorn nach Langelsheim

 
Linker Hand der Wald, rechts Felder und vor uns die Dächer von Ostlutter mit dem Radberg und dahinter die blauen Höhen des Harzes. Es sind Bilder wie diese, die in dieser ansonst doch recht eintönigen Ackerlandschaft immer wieder für Überraschungen sorgen. Es sind die vielen bewaldeten Hügel, die sich über die fruchtbaren Weizen- und Zuckerrübenfelder in dieser sonst so ausgeräumten Landschaft erheben und ihren Reiz ausmachen. Wer hier durch die Hügel und entlang der Flußauen von Oker oder Innerste Wege und Pfade findet, oft mit abenteuerlichen Umwegen, kann sich schöner und erlebnisreicher  Wanderungen sicher sein.

In Ostlutter auf der Dorfstraße nach links und vor dem Ortsausgang, hinter dem Reiterhof, nach rechts in den Schlagbaumsweg. Nach den letzten Häusern, nimmt uns ein wunderschönes Wiesental auf. Links am Berg wieder Buntsandsteinklippen. Dort wo der Hauptweg rechtwinkelig nach rechts abbiegt, in den beinah zugewachsenen Weg geradeaus. Rechts hinter einer Galerie von Büschen und Bäumen, eine Pferdekoppel. Unser Weg, zumindest ist er in den Karten noch als solcher eingezeichnet, wird auf Höhe des Ackers nur noch zu einem mit hohen Gras bewachsenen Feldrain, der sich mit unebenen Untergrund zwischen Wald und Feld dahin zieht.

Am Ende des Waldes treffen wir auf einen gepflasterten Weg, es ist der "Weiße Weg" eine alte Heerstraße. Ein kurzer Linksbogen und vor uns der frühere Truppenübungsplatz und das jetzige Naturschutzgebiet Appelhorn. Appel hat nichts mit Apfel zu tun, wie man zunächst vermuten könnte, sondern ist die in Südniedersachsen verwendete niederdeutsche Bezeichnung für den Feldahorn. Jetzt nach rechts und auf den Wald zu und geradeaus eine kurze Strecke durch den Wald. Rechts weicht der Wald zurück und gibt den Blick über die Felder frei.

Links der Wald, rechts Hecken so wandern wir auf der nun asphaltierten Straße dahin. Hinter dem Wald nach einem leichten Linksknick dann der Blick über Langelsheim zu den Harzbergen. Nur noch bergab und da wo der "Weiße Weg" am Anfang von Langelsheim in die Seesener Straße mündet, nach links bis zur Kreuzung und nach rechts in die Mühlenstraße und die nächste Straße, die Steimelestraße,  links. Auf dieser bis zur Breite Straße und jetzt wieder rechts. An der Kreuzung nach links in die Meisterstraße und die nächste rechts, es ist die Bahnhofsstraße, bis zum Bahnhof.

Hier können Sie ihre Rückreise mit der Bahn antreten. Wobei es vollkommen egal ist in welcher Richtung Sie fahren. Sie haben die Möglichkeit entweder über Goslar oder aber über Seesen zu fahren. Nehmen Sie also den erstbesten Zug. Vorher sollten Sie sich aber stärken und da es unterwegs so gut wie keine Möglichkeit zur Einkehr gibt, der Dorfkrug in Ostlutter  öffnet in der Woche erst ab 17:00 Uhr und der Tannenhof in Könneckenrode ist geschlossen, so ist hier die Gelegenheit. Ich empfehle Ihnen das Cafe und die Bäckerei-Konditorei Helge Koch in der Harzstraße.
 

Nützliche Hinweise und Informationen


Anreise:
Mit dem Pkw;
Aus Richtung Hannover 
A7 bis Ausfahrt Grasdorf Richtung SZ-Bad - Goslar und weiter über B6  und K37 bis Ringelheim

Aus Richtung Braunschweig
B248 bis Hohenrode und weiter über L498 nach Ringelheim

Aus Richtung Göttingen
A7 bis Ausfahrt Rhüden und weiter über B82/B248 Lutter am Barenberg - Hohenrode und über L498 nach Ringelheim.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln;
Mit dem Zug bis Salzgitter-Ringelheim
Auskunft hier:

Start und Ziel liegen Bereich des VRB Niedersachsen- und Schönes-Wochenende-Ticket werden anerkannt.

Kartenmaterial:

L 3926 Bad Salzdetfurt
L 3928 Salzgitter
L4126 Seesen
L 4128 Goslar
Landesvermessung Niedersachsen

Einkehr Verpflegung und Unterkunft

Die Einkehr unterwegs ist problematisch. Der Tannenhof in Könneckenrode ist, wie viele Dorfwirtschaften, geschlossen oder sie haben ungünstige Öffnungszeiten. Darum ausreichend Verpflegung und Getränke mitnehmen.

Dorfkrug Ostlutter
Mo - Sa ab 17:00 Uhr
So+Feiertag 11:00 - 15:00 Uhr
und ab 17:00 Uhr
Di. Ruhetag
In Langelsheim stehen Unterkünfte und gastronomische Einrichtungen unterschiedlicher Kategorien zur Verfügung
 


Sonstiges:

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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

letzte Änderung: 21.12.2015
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