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Im Ith - von Lauenstein nach Ockensen (Über Stock und Stein - durch Busch und Wald)

Autor: Uwe Barthauer
Letzte Aktualisierung: 11.03.2011
 

Im Ith - von Lauenstein nach Ockensen

 „Über Stock und Stein – durch Busch und Wald“


Wandern
 
Fernwanderweg E11
 
Dauer  Jahreszeit  Straße
Piste/Feldweg Wanderpfad- weg
6-8 Std. 18 km März-Okt     5% 
    10%        85%

Schwierigkeit 

Höhendiffernz  

Frequentierung

Unterkunft

Sonstiges
schwer      niedrig      niedrig
 Privat/Zelt für Kinder nur bedingt geeignet
»Legende
 
Der Ith, ein schmaler Klippen-gekrönter Höhenzug des Weserberglandes, steigt mit seinem Kamm von Osten her allmählich an, um dann mit hohen Klippen steil zur Weserseite hin ab zu fallen. Über diese Klippen führt der mit 22 km längste Klippenwanderpfad Norddeutschlands. Eine Wandertour die immer wieder herrliche Ausblicke ermöglicht und besonders im Frühjahr und im Herbst ihre Reize hat. 
 
zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Blick zum Ith
  • Zeltplatz Naturfreunde Lauenstein
  • Adam und Eva
  • Auf dem Mönchsstein
  • Am Ithturm
  • Weg durch die Felsen
  • Wasserbaum Ockensen

 

Wanderkarte


lauenstein-ockensen-map-ads-de.pdf

 

Vom Naturfreundehaus Lauenstein zu den "Adam und Eva" Klippen  

 

Dort wo sich im Norden der schmale Schichtrippenkamm des Iht verbreitert und mit dem 439m hohen Lauensteiner Kopf seine größte Höhe erreicht, liegt, am Rande Lauensteins an der Straße Vogelsang (der Name ist Programm), in einem weiten Wiesengelände am Waldrand, das Naturfreundehaus Lauenstein.

Vom Parkplatz des Naturfreundehauses Lauenstein aus beginnt unsere Wanderung. Wir folgen dem Pfad unterhalb des Hauses in nördlicher Richtung durch die Büsche bis zum Querweg. Dabei schweift der Blick an den freien Stellen über das Saaletal hinüber zu Kanstein und Osterwald. Am Querweg angekommen, nach rechts über den Bach und an der Wegeinmündung den Hecken gesäumten Weg nach links nehmen, immer am Waldrand zwischen Wald, Wiesen und Felder entlang bis in den Wald hinein.

Nun bergauf der Ausschilderung "Ithklippen – Adam und Eva" nach. Im Wald dann an der Kreuzung dem Weg  halb rechts aufwärts folgen. Wir wandern hier durch einen herrlichen Buchenmischwald, der besonders im Frühling mit seinen Blütenteppichen oder im Herbst mit dem bunten Laub ein wunderschöner Wanderweg ist.
 
An der nächsten Abzweigung nach links weiter bergauf, (immer der Ausschilderung nach) bis wir auf der Höhe den - aus dem oberen Jura stammenden und aus dolomitisierten Korallenoolithen-Kalk bestehenden - Schichtrippenkamm des Ith erreicht haben. Im Unterschied zum Muschelkalk (Calciumcarbonat), ist Dolomit ein Magnesium-Calciumcarbonat, deutlich härter (Mohssche Härte 3,5 - 4) und in Schichten verwitternd. Auch ist er nur schwer salzsäurelöslich.

Der Ith, wie auch der benachbarte Kanstein, sind durch Reliefumkehr entstanden, auch Inversion genannt. Die aus dem Schichtrippenkamm heraus gewitterten Klippen tragen Namen wie Fahnenstein, Adam und Eva, Mönchstein oder Kamelkopf etc. und sind teilweise zum Klettersport freigegeben. Näheres auf den Internetseiten der I.G. Klettern Niedersachsen e.V.
Seit einigen Jahren horsten hier auch wieder Wanderfalke und Uhu. An typischen Florenelementen kommen u.a. vor: hohler Lerchensporn (Corydalis cava), Christopheruskraut (Actea spicata), purpurblauer Steinsame (Lithosphermum purpurocaeruleum), Die Akelei (Aquilegia vulgaris) und die im Norden seltene und geschützte Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium). Seit einigen Jahren ist der gesamte Klippenzug auch unter Schutz gestellt worden. Darum unbedingt das Wegegebot beachten.
 
Oben angekommen, fällt der Blick auf die beiden hangseitig gelegenen Klippen Adam und Eva. Die Klippe mit dem „Schwangerschaftsbauch“ soll die Eva sein. Früher ein beliebter Kletterfelsen steht er heute unter Totalschutz.
 
 

...und weiter über den Ithturm zum Lauensteiner Pass

 

Wir wenden uns hier auf dem schmalen und engen Pfad nach Süden. Der nicht gesicherte Pfad ist steinig und mit Wurzeln übersät. Unmittelbar links geht es dann 30 – 50m senkrecht in die Tiefe, die sich am Fuße der Felsen in einem sehr steilen Hang noch weitere 150 – 200m bis an den Rand des Gebirges fortsetzt. Deshalb bitte Vorsicht walten lassen.

Die auf der sehr dünnen Humusdecke wachsenden Bäume bieten einen bizarren, ja beinah gespenstigen Anblick, mit ihren verdrehten Stämmen und Ästen und ihrem knorrigem Wuchs. Der Blick der sich vor allem in der vegetationsarmen Jahreszeit in Richtung Weser bietet, ist überwältigend.
 
Nach ca. 2 km wird dann der Mönchstein erreicht. Hier sollen der Sage nach, 12 Mönche am 8. Juli 1633 die Schlacht bei Oldendorf (Hess. Oldendorf) beobachtet haben, und als sich der Sieg der Protestanten abzeichnete,von diesen Felsen Hals über Kopf geflohen sein. Allerdings nur eine Sage - aber eine nette - denn die geografischen Verhältnisse sprechen eine andere Sprache, wie ein Blick in die Landkarte verrät.
 
Unter uns aber Bisperode und dahinter Hastenbeck, wo am 26. Juli 1757 der Herzog von Cumberland als Oberbefehlshaber der „Observationsarmee“ die schon gewonnene Schlacht gegen die Franzosen verloren gab, was dann am 8. und 10. September 1757 zur Konvention von Zeven führte. Der unweit von hier in Eschershausen geborene Wilhelm Raabe hat die Ereignisse in seinen Romanen „Hastenbeck“ und „Das Odfeld“ verarbeitet.
 
Etwa 2 km weiter, haben wir den Ithturm erreicht. Ein Aussichtsturm, der uns weite Fernsichten über das Weser- und Saaletal, über Ith, Kanstein, Hils und Osterwald ermöglicht. Unser Pfad führt an der Sitzgruppe vorbei weiter nach Süden, bis wir nach ca. 3 km den großen Steinbruch erreichen. Hier dem Pfad nach links bis zum Forstweg und auf diesem nach rechts immer bergab bis zur Passstraße Lauenstein - Harderode
 
 

 Über die Bremker Klippen zum Wasserbaum nach Ockensen

 
  
Nun über die Straße und auf dem schmalen Pfad steil bergauf (auf die Markierung E11 achten) bis zum Poppenstein, der eine Aussicht über Harderode und den Höhenzügen von Schecken und Hasselburg ermöglicht. War der Pfad schon bisher schmal und beschwerlich, wird er nun zum Abenteuer. Man glaubt kaum, das man sich auf einen ausgewiesenen Wanderweg befindet. Schmal, von dichtem Unterholz bedrängt, mal über die Klippen, mal um die Klippen herum, mal hangauf oder hangab, über und durch Felsen und Wurzelwerk schlängelt er sich kilometerweit bergauf und bergab entlang der Klippen dahin. Und immer wieder herrliche Aussichten in das Tal.
 
Nach etwa 8 km (gefühlt mindestens das doppelte), kurz hinter den Bremker Klippen, etwa da wo die Hochspannungsleitung den Ith überquert, eine Aussicht nach Osten über Ockensen zum Kanstein hinüber. Hier den Weg nehmen, der in nord-östlicher Richtung bergab führt. In einem weiten Rechtsbogen verläuft der Weg bis zum Waldrand. Jetzt wieder nach Süden und zum Parkplatz Wasserbaum.
 
Der Wasserbaum, der zu den gestalteten Naturdenkmalen Niedersachsens gehört, ist eigentlich jüngeren Datums. Zwischen 1904 und 1926 betrieb Hermann Meyer hier eine mit einer elektrischen Turbine betriebene Sägemühle. Der dazu gehörende Mühlenteich befindet sich weiter hangaufwärts. Um sich die täglichen lästigen Kontrollgänge zu ersparen, legte er einen Überlauf an.

Das in dem stark kalkhaltigem Wasser gelöste Calciumbicarbonat fällt bei Luftkontakt als Calciumcarbonat wieder aus und bildet zusammen mit den Moosen und anderem organischem Material Kalktuff oder Süßwassertravertin, daß diesem Überlaufrohr die Gestalt eines Baumstammes verleiht. Unterhalb befindet sich ein geschützter Quellsumpf mit verschiedenen Sumpfpflanzen.

Nun nach Ockensen hinein und in der Ortsmitte auf der „Bergstraße“ nach links bis zum Hofcafe einer Mosterei. Hier können wir uns von den Strapazen erholen. Wer sich noch fit fühlt geht auf der Straße weiter in die Gemarkung auf den Waldrand zu und folgt diesem etwa 10 km wieder zurück nach Lauenstein. Leider sind die an Stelle der eingestellten Kleinbahn verkehrenden Busverbindungen äußerst dürftig und an Wochenenden findet überhaupt kein Verkehr mehr statt. (Bevor hier einer auf dumme Gedanken kommt, gemeint ist: kein öffentlicher Personennahverkehr!!!)

 
 

Nützliche Hinweise und Informationen




 
 
Anreise
 
Nächste Bahnstation ist Coppenbrügge. Die Busverbindungen nach Salzhemmdorf bzw. Duingen sind äußerst dürftig.Fahrplanauskunft hier
 
Mit dem Auto:
Aus Richtung Hildesheim
B1 bis Hemmendorf, in Hemmendorf links nach Bad Salzhemmendorf und und erste Straße rechts nach Lauenstein. In Lauenstein der Ausschilderung Naturfreundehaus folgen.
 
Aus Richtung Hameln
B1 bis Hemmendorf, in Hemmendorf rechts und weiter wie oben.
 
Karte:
 
Naturpark Weserbergland
Schaumburg – Hameln
Landesvermessung und Geobasisinformation
Niedersachsen
ISBN: 3-89453-621-9
 
Einkehr und Verpflegung
 

 
"Lauensteiner Hof"
Edda Heise
Im Flecken 54
31020 Salzhemmendorf
OT Lauenstein
Tel. 05153-6412 Fax 05153-6412
Tägl. ab 17:00 Di Ruhetag
 
 
 
 
An den Flachsrotten 2a
31020 Salzhemmendorf
OT Lauenstein
Tel. 05153-5969
Tägl. 12:00 – 18:00
Mo. + Di. Ruhetage
 
 
 
Bergstraße 6
31020 Salzhemmendorf
OT Ockensen
05153-801824
Öffnungszeiten:
Fr. + Sa. 14:00 h - 18:00 h
So. 9:30 h - 18:00 h
 
Unterkunft
 
 
Vogelsang 53
31020 Salzhemmendorf
OT Lauenstein
Tel. 05153-6474 Fax 05153-5029
Zimmer und Zeltplatz.
Auf dem Zeltplatz sind
Lagerfeuer gestattet.
 
 
 Barbara Mausch
Vogelsang 34
31020 Salzhemmendorf
OT Lauenstein
Tel. 05153-6591 + 96266
Fax 05153-96268
 
 
Edda Heise
Im Flecken 54
Vogelsang 34
31020 Salzhemmendorf
OT Lauenstein
Tel. 05153-6412
Fax 05153-6412
 
 
Sonstiges:
 
Auf Grund der äußerts dürftigen Verkehrsverbindungen empfiehlt es sich in Ockensen ein Fahrzeug ab zu stellen oder die Rückfahrt mit einem Taxi an zu treten. Der Wirt im Scheunencafe ist gerne mit einem Anruf behilflich.
 
Sicherheitshinweise
 
Wegen der Oberflächenbeschaffenheit des Wanderpfades und seiner Führung oft unmittelbar an der Steilkante sind festes Schuhwerk und Trittsicherheit notwendig. Mit kleineren Kindern sollte diese Tour aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden.
 
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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer

"...und das bin ich"

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letzte Änderung: 28.01.2016
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