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Touren & Tips zum Wandern und Radwandern
Im Elm (Schöppenstedt-Tetzelstein-Königslutter)

Autor: Uwe Barthauer
Erstellt:16.05.2016

Im Elm

Schöppenstedt - Tetzelstein - Königslutter


Wandern

 
Dauer Jahreszeit Straße
Piste/Feldweg Wanderweg- pfad
18 km 6 - 8 Std. März - Okt. 15%
10% 75%
 
Schwierigkeit Höhendifferenz Frequentierung
Unterkunft Sonstiges
leicht niedrig mäßig
privat überwiegend Waldwanderung 
 
»Legende«

20 km östlich von Braunschweig erstreckt sich der Elm als kleiner Buchen bestandener Höhenzug. 25 km lang, 5 - 8 km breit und 324 m hoch ist er ein beliebtes Wandergebiet. Kaum besiedelt, wenn man von einigen Förstereien und den wenigen Gasthäusern absieht, bietet er wunderschöne Wandermöglichkeiten. Vor allem im Frühling mit dem frischen Grün und zahlreichen blühenden Pflanzen oder im Herbst mit seiner lebhaft bunten Laubfärbung ein wahrer Traum. Wir wandern von Schöppenstedt über die Küblinger Trift mit ihren schönen Fernsichten und ihren z.T. alten Obstbäumen und Hecken hinauf zum Tetzelstein und weiter nach Königslutter.


 
Zum vergrößern auf das Bild klicken
  • auf der Küblinger Trift
  • Wallfahrtskirche Küblingen
  • Marienstatue
  • Fiale früher als Kniestein vor Madonna genutzt
  • Nachtviole (Lunaria redevivia)
  • Blick nach Eitzum
  • Buchen im Frühling
  • Ostportal Stiftskirche Peter & Paul
  • Im Kreuzgang
  • Stiftshäuser

Hier Wanderkarte

Schöppenstedt - Tetzelstein - Königslutter
 

Von Schöppenstedt zur Küblinger Trift


Wir beginnen diese Wanderung am Bahnhof in Schöppenstedt. Schöppenstedt - das ist die Stadt der Streiche und genau so berühmt wie das ehrwürdige Schilda mit seinen Schildbürgern. Das fängt schon am Bahnhof an. Da steht doch tatsächlich ein Schild "Achtung Zugverkehr überschreiten der Gleise nur nach Aufforderung durch den Fahrdienstleiter". Ups... auf der einen Seite ein Prellbock, der das Gleis in unserer Richtung absichert und auf der anderen Seite eine stillgelegte von Meter hohem Unkraut überwuchert Strecke, die ins Nirgendwo führt. "Es fährt ein Zug nach nirgendwo". Der Prellbock, ramponiert, verbeultes Gleissperrsignal (Sh2), sieht aus als hätte ihn mal jemand zum bremsen benutzt.

Ich will jetzt lieber mit dem lästern aufhören, sonst bekomme ich noch Schöppenstedter Streiche anderer Art und die können schmerzhaft sein. Über die Straße und parallel zu den überwucherten Gleise in die Straße "An der Bahn" einbiegen. Die Straße geht später in "Sandberg" über. Am Ende nach links in die "Fallsteinstraße" einbiegen, über die "Neue Straße" und an der "Helmstedter Straße" nach rechts. Wir sind hier in Küblingen einer früher selbständigen Gemeinde.

Vor uns die St. Marienkirche, eine frühere Wallfahrtskirche. Das besondere - sie ist eine Winkelkirche. An der romanischen Dorfkirche wurde rechtwinklig eine gotische Kapelle angebaut. Nach dem später die trennenden Mauern niedergerissen wurden entstand diese Winkelkirche. In einer Mauernische an der Ostseite der Kapelle die Madonna. Die unfertige, weil fehlerhafte, Fiale an der Südseite diente einst als Kniestein vor der Madonnenstatue.

Die sich östlich davon befindende gusseiserne Pumpe ist der sogenannte Küblinger Spring, der einst wegen seines weichen Wassers berühmt war. Die Küblinger achteten sehr genau darauf, dass keine Fremden sich am Brunnen bedienten.

Der Straße in Richtung Eitzum folgen. Am Kreisel gegenüber dem Friedhof, nach rechts und den Fuß- und Radweg auf der linken Seite benutzen. Die Ähnlichkeit mit einem Bahndamm ist nicht zufällig. Es ist ein Teil der ehemaligen Strecke der Braunschweig-Schöninger-Eisenbahn, genannt Bimmel-Lutchen, die hier bis 1971 im Güterverkehr entlang dampfte .Etwa 50m hinter den letzten Häusern den Feldweg nach links. Es ist die alte Küblinger Trift.

Was jetzt kommt, ist der Traum eines Wanderers. Ein Feldweg mit alten Feldhecken und zum Teil alten blühenden Obstbäumen der allmählich aufwärts strebt. An den freien Stellen die Ausblicke über Eitzum oder Sambleben zum Elm. Das frische Grün, der blühende Raps, in den Hecken der Vogelgesang und in den blühenden Obstbäumen das summen der Bienen - Herz was willst du mehr. Wie schrieb doch Ludwig Uhland in seinem Gedicht Frühlingsglaube: "Die Welt wird schöner mit jedem Tag, man weiß nicht was noch werden mag. Das Blühen will nicht enden".

Rückwärts gewandt, geht der Blick über die Hügel von Asse und Fallstein bis zu den verblauenden Höhen des Harzes. Dazu ein blauer Frühlingshimmel mit weißen Wolken. Man möchte ewig so weiter wandern und wünscht sich nichts mehr, als das der Weg niemals enden möge.
 

...weiter zum Tetzelstein


Über die Straße Sambleben - Eitzum und weiter die Trift aufwärts bis zum Waldrand. Alle Träume enden einmal und so ist auch dieser Traum hier zu Ende. Setzen Sie sich auf eine der beiden Bänke, entweder an der Trift mit Blick nach Osten oder am Waldrand mit Blick zurück und lassen Sie eine Weile die Seele baumeln. Nun in den Buchenwald mit seinem jungen frischen Grün hinein und wandern Sie unter diesem Blätterdach in dem leuchtenden grüngoldenen Licht dahin. Nach ca 50 m geht rechts ein Pfad ab. Achten Sie auf die Beschilderung, dem grünen Pfeil auf einer Tafel. Unser Weg führt in einem sanften auf und ab dicht am Waldrand dahin bis zu einem Forstweg. Rechts am Waldrand eine Bank. Lassen Sie mich einmal Gottfried Keller zitieren: "Trink, oh Auge, was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluss der Welt". Halten Sie inne, schauen noch einmal über die Hügel zu den Höhen des Harzes und beherzigen Sie den Rat.

Sollten Sie durstig sein, (Durst ist schlimmer als Heimweh, denn das vergeht) gehen Sie ca. 200m geradeaus bis zur Ausflugsgaststätte "Watzumer Häuschen". Ansonsten nach links und aufwärts. Immer der Ausschilderung "Tetzelstein" nach. Am Ende des Weges, beim Wendeplatz links den Pfad nehmen, der nach wenigen Metern nach rechts geht. Auf die Ausschilderung achten! Am Querweg, es ist der Tetzelweg (früher Hagenweg), nach links. Nach ca. 2 km, kurz vor dem Parkplatz Tetzelstein, der Weg macht eine leichte Linkskurve, geradeaus in den Waldweg und bis zum Gasthaus Tetzelstein.

Nein ich bin hier nicht am Umsatz beteiligt, bekomme nicht einmal ein Freibier. Das ich den Tetzelstein immer wieder erwähne, ist schlicht der Tatsache geschuldet das es das einzige Wirtshaus mitten im Elm und der Elm nicht allzu groß ist. So das man auf längeren Touren immer wieder hier vorbei kommt. Außer bei Wanderungen am Elmrand. Da gibt es dann auch mehrere Gasthäuser.

Hier soll der Sage nach der Ritter von Hagen den Ablassprediger Johann Tetzel ausgeraubt haben, nach dem er sich vorher auch die zukünftigen Sünden vergeben ließ. Das soll allerdings auch an anderen Orten geschehen sein. Wer die Vita dieses zweifelhaften Geistlichen und seine Geldgier kennt, hält das durchaus für möglich. Einer anderen Version nach soll der Ritter von Küblingen den Tetzel sogar erschlagen haben  (Johann Tetzel starb am 11. August 1519 in Leipzig eines natürlichen Todes). Eine Hälfte der Ablassgelder gingen an Tetzel selbst und an Albrecht von Brandenburg - Kurfürst und Erzbischof von Mainz, Erzbischof von Magdeburg und Bischof von Halberstadt. Die andere Hälfte bekam der Papst für den Bau der Peterskirche.

Der richtige Tetzelstein, ein Sühnekreuz, steht links vor der Gaststätte in einer Hecke an seinem vermutlich ursprünglichen Standort, nach dem er zuvor mehrfach umgesetzt wurde. Der Sage nach soll unter ihm ein Ablassprediger begraben sein. Die neugotische Kapelle östlich der Wiese erzählt die "mildere Version" der Sage.
 

Vom Tetzelstein nach Königslutter


Nach erfolgter Besichtigung und und eventueller Regenerierung unserer körperlichen Kräfte, den Weg rechts von der Gaststätte, bei der großen Buche, in nördlicher Richtung nehmen. Ausgeschildert ist "Königslutter - Lutterspring". Der Weg ist eigentlich für Radfahrer und Mountainbiker gesperrt. Bei einigen Zeitgenossen war der Schulbesuch anscheinend nicht nur kostenlos sondern so gar umsonst, wie zahlreiche Reifenspuren verraten. Vielleicht sollte man denen mal erklären, dass das Schwarze die Buchstaben sind. Ansonsten gilt meine "Empfehlung" aus meiner Tourenbeschreibung Königslutter-Langeleben-Tetzelstein-Evessen. Gehen Sie bei feuchtem Wetter auf diesen dann schlammigen Pfad, zumindest während der Jagdsaison, aufrecht und verzichten auf das Pilze suchen. Sie könnten sonst mit einem Wildschwein verwechselt werden.  

Heute ist der Pfad trocken, (allerdings zerfurcht) die Sonne scheint, die Bäume glänzen im frischen Grün, was wollen wir mehr. Kurz vor der Straße Tetzelstein - Langeleben rechts ein Wasser gefüllter Erdfall. Erdfälle oder Dolinen gibt es im Elm mehrere und einige wenige sind mit Wasser gefüllt. Das sind aber keine Quellgewässer sondern sogenannte Himmelsbrunnen oder Himmelsweiher, die, wie der Name schon sagt, ihr Wasser aus den Niederschlägen beziehen. Das das Wasser auf dem klüftigen Kalk nicht versickert, dafür sorgen Rotalgen, vor allem die Krustenrotalgen die Pseudoparenchyme bilden, die den Untergrund abdichten.

Über die Straße und den Langelebener Rundholzplatz, ein kurzes Stück auf dem Forstweg und dann nach links den schmalen Pfad abwärts. Immer der Beschilderung nach. Dieser herrliche Pfad unter den alten Bäumen hat nur einen Nachteil. Er verläuft in Nähe der Straße und so kann der Verkehr mitunter sehr lästig sein. Nach der Wiese, kurz vor der früheren Gaststätte Lutterspring, über die Straße und den Pfad links am Parkplatz vorbei bis zur Lutterquelle.

Die Quellfassung ist ein Werk des Barockbaumeisters Hermann Korb, der hier im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel seine Spuren hinterlassen hat. Folgen Sie dem Pfad links der Lutter. Bei dem großen Quellteich, dem Kutscherloch, können Sie wahlweise rechts oder links vorbei gehen. Informationstafeln informieren über die hier vorhandenen Quellarten. Ein wunderschöner Pfad hier unter den alten Bäumen längs der Lutter. An dem Landeskrankenhaus vorbei und vor der Grünanlage rechts an der Mauer aufwärts bis zum "Kaiserdom" der Stiftskirche Peter und Paul. Grablege Lothars III. HRR und seiner Gemahlin Richenza, sowie deren Schwiegersohn dem Welfen Heinrich dem Stolzen, Vater Heinrich des Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern.

Sehen Sie sich den Dom an, mit dem in Deutschland einzigartigen Löwenportal nach lombardischen Vorbild, dem eigenartigen Jagdfries an der Apsis und einem der besterhaltensten romanischen Kreuzgänge. Gehen Sie vom Kaiserdom "Auf  dem Plan" abwärts bis zur "Schöppenstedter Straße", hier links und folgen Sie der Straße über "Kattreppeln" und "Gänsemarkt" bis zur "Marktstraße". Über den Markt bis zur "Braunschweiger Straße", über die Ampel und auf der "Bahnhofsstraße" bis zum Bahnhof. Hier können Sie die Rückfahrt antreten.
 

Nützliche Hinweise und Informationen


 
Anreise 

Mit dem Pkw:
A2 bis Helmstedt und über B244 nach Schöningen weiter über B82 bis Schöppenstedt.

A39 bis Cremlingen/Königslutter und weiter über Sickte nach Schöppenstedt.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit dem Zug bis Schöppenstedt.
Rückfahrt nach Schöppenstedt:
Mit dem Zug bis Helmstedt und weiter mit Bus Linie 370 nach Schöppenstedt. 

Verkehrsverbund Region Braunschweig (VRB) Niedersachsen- und Schönes-Wochenende-Ticket werden anerkannt.

Hier Fahrplanauskunft
 
Kartenmaterial

L3730 Königslutter
L3930 Schöningen
Landesvermessung und Geoinformationen Niedersachsen

KV-Plan Elm
1:25000
KV-Verlag Hans Tacken Essen
ISBN- 978-3-89641-342-0





 
Unterkunft - Einkehr und Verpflegung
 
In Königslutter stehen verschieden gastronomische Einrichtungen zur Verfügung In Schöppenstedt stehen Verschieden gastronomische Einrichtungen zur Verfügung


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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

letzte Änderung: 09.06.2016
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