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Hellental - Silberborn - Hellental (Im Tal der Lieder...)

Autor: »Uwe Barthauer                                     
Letzte Aktualisierung: 21.01.2010

 

Im Solling: Hellental ‑ Silberborn ‑ Hellental

Im 'Tal der Lieder' ‑ wo Hermann Löns einst Urlaub machte

 
Wandern
 
Dauer   Jahreszeit Strasse 
Piste/Feldweg Wanderpfad- weg
5‑7 Std. 15 km   März‑Okt.     10%
        50%        40%

Schwierigkeit

Höhendifferenz

Frequentierung 

Unterkunft  
 
Sonstiges
    leicht     niederig      niederig 
   Privat   Für Kinder geeignet

»Legende
 
Der Solling, Niedersachsens zweites Mittelgebirge, bedeckt von Laub‑ und Mischwäldern ‑ in den Hochlagen auch noch von Fichte ‑ wird von Wiesentälern radial durchzogen, in denen kleine Bäche sanft zu Tal plätschern. Eines dieser schönen Wiesentäler ist das Hellental. Hier, wo Hermann Löns mehrfach in dem gleichnamigen Dorf weilte und seine Erzählungen 'Hellental' und 'Das Tal der Lieder' schrieb, führt diese Wanderung durch das Tal und dem Hochmoor Mecklenbruch bis zu dem Ort Silberborn und wieder zurück.
 
zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Frühling im Hellental
  • Das Hellental
  • Blick von den Räuwerköppen
  • Junges Grün
  • Im Mecklenbruch
  • Blick gegen Hellental und Ahlsburg

 

Wanderkarte


Hellental-Silberborn-Hellental-map-ads-de.pdf

 

Von Hellental zum Mecklenbruch

 

Der an der Oberweser gelegene Solling bildet mit dem Vogler und den Höhenzügen der Ahlsburg den Naturpark Solling‑Vogler. Er gehört zu den am dichtesten bewaldeten Gebieten Norddeutschlands. Bedeckt mit Laubmischwäldern ‑ und in den Hochlagen mit Fichten ‑ wird er von Wiesentälern radial durchzogen. Eines dieser schönen Wiesentäler ist das Hellental mit dem gleichnamigen ehemaligen Glasmacherdorf. Im "Dorfkrug", dem heutigen "Lönskrug", verweilte Hermann Löns mit seiner Lebensgefährtin Ernestine Sassenberg des öfteren. Von Hellental, an der ehemaligen braunschweigisch‑hannoverschen Landesgrenze gelegen (die Helle war Grenzbach) handeln auch seine Erzählungen “Hellental” und “Das Tal der Lieder”.

Am Lönskrug ‑ dem ehem. Meisterhaus der Glashütte ‑ beginnt auch die Wanderung. Vom Parkplatz aus in südwestlicher Richtung der Ausschilderung Silberborn folgen. Der Weg, ein befestigter Wirtschaftsweg, teilt sich nach ca. 500 m. Rechts geht es nach Schießhaus und über dem Weg auf der südlichen Talseite ebenfalls nach Silberborn. Wir folgen jedoch dem Weg im Tal längs der Helle aufwärts. Rechter Hand begleiten uns zunächst noch Trockenmauern und darüber am Berghang Rudimente früherer Streuobstwiesen. Links plätschert die Helle in weiten Schwüngen durch Wiesen und Weiden, von Hecken und Gehölzgruppen begleitet, zu Tal.

Vor uns, halb links, erhebt sich die Große Blöße, mit 528 m die höchste Erhebung des Sollings. Der Weg führt durch Wiesen, die mit Gehölzen und Einzelbäumen durchsetzt, einen parkartigen Eindruck vermitteln. Helle oder Hölle bezeichnet ein sumpfiges Quellgebiet. Und tatsächlich eilen von den Hängen herab zahlreiche Bächlein, munter über Stock und Stein hüpfend, durch das Gras der Helle zu. Springtime, Quellenzeit nennen die Briten den Frühling und wie ich finde, ein zutreffende Bezeichnung für diese Jahreszeit. Das Geräusch murmelnder Bäche und der Gesang der Vögel, blühende Weidenkätzchen und der erste grüne Schimmer über Bäume und Sträucher, der Geruch von feuchtem Gras, vermischt mit dem würzigen Duft der Fichten und dazu auch noch eine warme Frühlingssonne ‑ es ist eine Freude zu leben ‑ so wandern wir dahin.

Nach ca. 3 km und dem passieren eines kleinen Fichtenwäldchens, vor uns ein Sperrschild das das Weitergehen untersagt. Gesperrt, aus Naturschutzgründen für Fußgänger, Radfahrer und Reiter. Nun rechts dem schmalen Pfad in Serpentinen aufwärts der Ausschilderung Silberborn folgen, bis wir oben den von Hellental herkommenden südlichen Hangweg treffen, auf dem wir links einbiegen. Nach weiteren 200 m eine Bank und ein Schild “Räuwerköppe” (Räuberköpfe). Ein wunderschönes Panorama liegt vor uns. Der Blick geht über die Wiesen des Hellentales hinüber zu den Buchen‑ und Fichtenwäldern der Großen Blöße. Es lohnt sich, einmal innezuhalten und das Ganze zu genießen.

 

Durch das Mecklenbruch

 

100 m weiter, an der Weggabelung links halten und etwa einem Kilometer später links dem Wegweiser Rundweg Mecklenbruch folgen. Ein schmaler Pfad führt durch dichten Fichtenwald abwärts, überquert einen kleinen Bach und geht wieder aufwärts. Rechts ist schon ein sumpfiges, mit Moorbirken bewachsenes mooriges Gebiet zu sehen.

Oben bei einer knorrigen alten Buche, nach rechts auf den Forstwirtschaftsweg einbiegen und diesem in westlicher Richtung folgen. Rechts von uns befindet sich nun das Mecklenbruch. Vereinzelte Fichten, die sich selbst ausgesamt haben und Moorbirken drängen vom Rand aus in das Moor hinein. Moorbirken (Betula pubescens), unterscheiden sich sich von den Sandbirken (Betula verucosa) mit ihrem schleppenden Wuchs, durch einen starren straffen aufrechten Wuchs und den flaumbehaarten Knospen. Diese Wuchseigenschaften machten sie zur Herstellung von Reiserbesen besonders geeignet.
 
Da wir aber keine Besenbinder sind, und das Moor ‑ ein Naturschutzgebiet ‑ nicht betreten dürfen und auch nicht wollen, so wandern wir weiter bis zu einer rechts befindlichen Informationstafel die über das Hochmoor informiert. Hier beginnt auch der Bohlenpfad, der durch das Moor führt. Nach wenigen Metern, ein Aussichtsturm der Ausblicke über das Moor und die Torfstiche ermöglicht. Ende des 18. Jahrhunderts und auch nach 1945 trocken gelegt und abgetorft, wurde es erst in jüngerer Zeit wieder vernässt. Ist doch ein Hochmoor, gelöst vom Grundwasserspiegel, ausschließlich auf die Niederschläge angewiesen und wächst pro Jahr durchschnittlich nur um 1 mm. Es werden also Jahrzehnte wenn nicht sogar Jahrhunderte vergehen müssen, bis das Torfmoos wieder seine Funktionen übernehmen kann. Deshalb bitte unbedingt auf dem Weg bleiben.
 
"Oh, schaurig ist's über das Moor zu gehn, wenn es wimmelt vom Heiderauche,  sich wie Phantome die Dünste dreh'n und die Ranke häkelt am Strauche", schrieb einst Annette von Droste‑Hülshoff ‑ und wer an einem neblig trüben Novembertag hier vorbeikommt, mag dieses wohl nach empfinden können. Heute, an einem sonnigen Vorfrühlingstag jedoch, liegt das Moor braun und einsam vor uns dar und der blaue Himmel spiegelt sich im braunen Wasser der Torfstiche wider und wer schon früh am Morgen hier vorbei kommt, kann vielleicht noch das knarrende und kollernde Balzen des Birkhahns vernehmen.

 

Über Silberborn zurück nach Hellental

  

Wir folgen dem Bohlenpfad, der sich später in einen schmalen Pfad verwandeln wird und uns immer wieder Einblicke in das Moor ermöglicht, bis wir einen breiteren Weg erreichen und an der nächsten Wegkreuzung links durch den Fichtenwald auf den Waldrand zu.
 
Vor uns, jenseite der Wiesen, liegt Silberborn. Nun am Waldrand nochmals nach links, immer der Ausschilderung “Rundweg Mecklenbruch” folgen bis zu der vor uns sich befindlichen Silberborner Allmende, die heute wieder vom roten Höhenvieh des Harzer Schlags beweidet wird. Ist doch das Höhenvieh, angepasst an den klimatischen Verhältnissen, besonders geeignet zur extensiven Beweidung. Die geringere Milchleistung allerdings, begünstigte die Ausbreitung anderer Milchviehrassen wie das fränkische Gelbfleckrind oder die schwarzbunten Flachlandrassen. Nur eine kleine Population des rotbraunen Höhenviehs , eine hiesige Unterart des Harzer Höhenviehs, konnte sich im Solling erhalten.
 
An der Weggabelung nun nach rechts auf Silberborn zu und den Campingplatz links liegen lassen. Wer jedoch großen Durst verspürt ‑ ist doch Durst schlimmer als Heimweh, denn das vergeht ‑ folgt am Ende des Campingplatzes den Weg links und kehrt in der "Wilddiebstube" ein und nachdem er seinen Durst gestillt hat, den Weg weiter bis zur Straße und hier nach links zum Wanderparkplatz. Ansonsten geradeaus weiter nach Silberborn, an der Straße links und weiter bis zu Straße Neuhaus ‑ Dassel. Hier bietet das Hotel‑Restaurant “Sollinghöhe‑Alte Scheune” Labsal, Unterkunft und Verpflegung an.
 
Nach erfolgter Labung und Regeneration der körperlichen Kräfte, der Straße Richtung Dassel folgen, bis wir am Waldrand auf dem Wanderparkplatz die “ganz Durstigen” (und hoffentlich vom Heimweh geheilten) wieder treffen. Oberhalb der Allmende nun in östlicher Richtung auf dem Forstweg bis zum Bohlenpfad und weiter an unserem Aufstieg von vorhin geradeaus vorbei. Die Groß Blöße halb umrundent und ca. 100m nach der Schutzhütte oberhalb eines kleinen Baches nach links, erreichen wir an der Winterliete wieder das Hellental. Jetzt geht es oberhalb des Hellentals immer in östlicher Richtung bis zum Rastplatz Lönsbuche. Unterwegs, können wir immer wieder herrliche Ausblicke in das Tal genießen. An der Lönsbuche (an der dortigen Schutzhütte eine schöne Aussicht über Hellental) den schmalen Wiesenpfad zwischen den Weidezäunen bergab auf Hellental zu, und wir sind wieder am Lönskrug.
 

Nützliche Hinweise und Informationen


 
 
Anreise:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Nach Hellental: Mit dem Zug bis Stadtoldendorf und weiter mit VSN (Verkehrsverbund Südniedersachsen)Linie 543 bis Hellental, Lönskrug
Nach Silberborn: Mit VSN Linie 210 Göttingen - Uslar - Holzminden (dies wären auch die Umsteigebahnhöfe)
Sonn- und Feiertags VSN Linie 250 Einbeck - Dassel - Neuhaus
 
Mit dem Auto
Aus Rg. Hannover oder Kassel: B3 bis Einbeck dann nach Dassel und weiter Rg. Stadtoldendorf bis Merxhausen. Hier links ab nach Hellental.
 
Aus dem Ruhrgebiet: B1 bis Paderborn weiter B 64 bis Stadtoldendorf und Rg. Dassel bis Merxhausen. Hier rechts nach Hellental.
 
Kartenmaterial:
Naturpark Solling‑Vogler
1:50 000
Niedersächsisches Landesverwaltungsamt
 Landesvermessung
ISBN 3‑89435‑618‑9

 
 


 Einkehr und Verpflegung
 


Lönskrug Hellental
 Lönsstr. 2
37627 Hellental
Tel: 05564 - 20 03-0
 Fax: 05564 - 2  0 03-29 
Öffnungszeiten - siehe Homepage
 
 

 
Hotel "Sollinghöhe"
Dasseler Str. 15
37603 Holzminden / Silberborn i.S.
Telefon: 0 55 36 - 950 80
Telefax: 0 55 36 - 14 22
Öffnungszeiten - siehe Homepage

 
 
 
 

Campingplatz Silberborn
Glashüttenweg 4
D-37603 Holzminden OT Silberborn
Fon: +49 (0) 55 36 664
Fax: +49 (0) 55 36 98 11 60
 


Unterkunft
 
Lönskrug Hellental
 Lönsstr. 2
37627 Hellental
Tel: 05564 - 20 03-0
 Fax: 05564 - 2  0 03-29 
Öffnungszeiten - siehe Homepage
 
 
In Silberborn stehen weitere Unterkünfte zur Verfügung
 
 
Sonstiges:
Die Tour verläuft weitgehend in einem Naturschutzgebiet, ein entsprechendes Verhalten sollte für den Naturfreund und Wanderer selbstverständlich sein ‑ anstatt sich wie die Axt im Wald (mit jedem Schlag daneben) zu benehmen. Wer für seltene Tierarten sich begeistert, sollte sich einmal bewusst werden, das der Anblick mancher Haustierrassen ‑ wie das rotbraune Höhenvieh ‑ seltener sein kann als der von sibirischen Tigern oder Schneeleoparden
  
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© Uwe Barthauer Braunschweig

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letzte Änderung: 17.03.2017
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