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Gieselwerder - Urwald Beberbeck (Ein Märchenschloss und alte Bäume)

Autor: »Uwe Barthauer                    
Letzte Aktualisierung: 19.11.2009
 

Im Reinhardswald ‑ von Gieselwerder zum Urwald Beberbeck

Ein Märchenschloss und alte Bäume


Wandern

 
Dauer    Jahreszeit Straße
Piste/Feldweg Wanderpfad- weg
6‑8 Std. 20 km  März - Okt.      10%
       50%        40%

Schwierigkeit  

Höhendifferenz  

Frequentierung 

Unterkunft 

Sonstiges
   leicht      niederig    niederig
     Privat   Für Kinder geignet

»Legende
 
Im äußersten Norden Hessens erstreckt sich längs der Weser, zwischen Fulda und Diemel, der Reinhardswald als Teil des nordhessischen Naturparks Habichtswald‑Reinhardswald. Mit dem Bramwald, dem Kaufungerwald und dem Solling bildet er das obere Weserbergland. Es ist das Märchenland der Gebrüder Grimm. Klein aber fein beherbergt es Kostbarkeiten wie die Sababurg, die als das Dornröschenschloss gilt, den 1571 gegründeten und wohl ältesten erhaltenen Tierpark Europas, die einstige Wallfahrtskirche Gottsbüren oder den Urwald von Beberbeck ‑ ein ehemaliger Hutewald ‑ mit seinen uralten Baumriesen.
 
zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Blick nach Gottsbüren (Foto Kl. Hofmeister)
  • Morgen an der Weser (Foto Kl. Hofmeister)
  • Baumriesen (Foto Kl. Hofmeister)
  • Alte Buche (Foto Kl. Hofmeister)
  • Seltsame Formen (Foto Kl. Hofmeister)
  • Sababurg (Foto Kl. Hofmeister)
  • Sababurg (Foto Kl. Hofmeister)

 

 Wanderkarte


Gieselwerder-Sababurg-Urwald-Beberbeck-Gieselwerder-map-ads-de.pdf

 

Von Gieselwerder zur Sababurg

 

Start und Ziel ist in Gieselwerder ‑ in unmittelbarer Nähe der Weserbrücke ‑ der Burghof der ehemaligen Burg. Auf der hier verlaufenden Hauptstraße in westlicher Richtung bis zur B 80 gehen, immer der Ausschilderung “Sababurg” nach. Die Markierung ist ein auf dem Kopf stehendes "T"‑ähnliches Zeichen. An der Bundesstraße nach links bis kurz vor dem Ortsausgang, hier der Markierung über die Straße folgen und den Weg in den Wald hinauf. Am ersten Querweg links und nach ca. 500 m rechts den schmalen Pfad steil bergauf gehen. Immer der Markierung nach.
 
Wer vorher in eine der Rückegassen, und damit im wahrsten Sinne des Wortes auf dem “Holzweg” gerät, geht einfach weiter aufwärts bis zum Querweg und hält sich hier links, bis er wieder auf den Wanderpfad trifft. Der Aufstieg gestaltet sich dann zwar etwas mühseliger, ein umdrehen lohnt sich allerdings nicht.

Der Pfad ist schmal, zum Teil lehmig ‑ rutschig und im dichten Unterholz nicht immer sofort zu erkennen. Oben, auf dem Forstweg eine X‑förmige Wegekreuzung. Den halb links bergauf führenden grasbewachsenen und feuchten Weg nehmen, am nächsten Forstweg nach rechts und nach wenigen Metern auf dem markierten Pfad links aufwärts. Und als wäre das nicht schon anstrengend genug gewesen, erwartet uns nun eine kleine “sportliche Einlage”. Mächtige umgestürzte Buchen liegen quer über dem Pfad und wir dürfen nun, je nach Alter und Kondition, uns im klettern oder springen üben.

 

Auf “Abwegen” zur Sababurg und in den Urwald

 

Oben ‑ hoffentlich unversehrt ‑ angekommen, die schmale Waldstraße überqueren und auf dem breiten Forstweg geradeaus weiter. An der Blöße nicht der Markierung abwärts auf dem Pfad folgen, ( wir kommen hier auf dem Rückweg vorbei ‑ Abwechslung muss sein) sondern links dem Forstwirtschaftsweg nach. Der Weg rechts, mit der Raute gekennzeichnet, führt nach Gottsbüren mit seiner ehemaligen Wallfahrtskirche. Den allerdings werde ich in einer anderen Tour beschreiben. Nach ca. 3 km an der Wegkreuzung nach rechts Richtung Westen und bergabwärts bis zum Waldrand.
 
Auf der vor uns befindlichen Hochfläche über die Wiese (von rechts kommt der markierte Weg) bis zur Straße Sababurg ‑ Gottsbüren. Die Fernsichten nach Norden sind grandios. Weit geht der Blick Richtung Gottsbüren über Felder und Wiesen bis zu den Höhen des Sollings und den schon jenseits der Diemel in Nordrhein‑Westfalen liegenden Teilen des Weserberglandes. An der Straße nach links abbiegen und auf der Straße etwa 1km nach Süden. Dieses Teilstück ist weniger angenehm. Belästigt vom Straßenverkehr und den Asphalt krumm tretend wird der zu Hofgeismar gehörende und nur aus wenigen Häusern bestehende Ortsteil Sababurg erreicht. Warum man hier noch keine Wanderer freundliche Wegeführung gefunden hat? Es ist eben “Hessisch Sibirien”!

An der Straßenkreuzung rechts Richtung Beberbeck, vorsichtig über die Straße und auf dem Fußweg nach Westen. Die Sababurg und den Tierpark zunächst noch links liegen lassen, an den Parkplätzen vorbei zum Waldrand, am ersten Weg links und gleich wieder rechts auf dem Pfad parallel zur Straße immer der Ausschilderung “Urwald” nach. Nach etwa 1 km über einen Forstweg (der Pfad ist jetzt ein grasbewachsener Weg) und dem überschreiten eines weiteren Forstweges bis zur Informationstafel “Urwald Sababurg”. 

 

Durch den Urwald zurück zur Sababurg

 

Mehrere durchnummerierte Pfade unterschiedlicher Länge, die in keiner Wanderkarte verzeichnet sind, führen durch das Naturschutzgebiet. Darum aufgepasst: Wir benutzen den Pfad Nr. 7, der zur Sababurg und wieder zurück führt. Die Nummern sind in unregelmäßigen Abständen auf den Bäumen aufgemalt. Der Pfad verläuft unter riesigen uralten Eichen und Buchen, durch hüfthohes Farnkraut und sumpfigem Gelände zunächst nach Süden um sich dann nach Osten zu wenden. Die mächtigen Bäume, zum Teil abgestorben, zusammengefallen und liegen gelassen ‑ so wie sie gerade gestürzt sind ‑ das Totholz und der hohe Adlerfarn zusammen mit dem teilweise sehr dichten Unterholz lassen vergessen, das es sich um einen ehemaligen Hutewald handelt ‑ ein Urwald aus zweiter Hand.
 
Die tief ansetzende Beastung der alten Bäume lassen die ehemals weiten Abstände erkennen. Das Waldbild eines Hutewaldes entspricht mehr dem eines offenen Parkes als unsern heutigen Wäldern. Für den Wander‑ und Naturfreund sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, sich in Naturschutzgebieten an das Wegegebot zu halten. Sind solche ökologischen und biologischen Kostbarkeiten doch sehr empfindliche Systeme. Der Vollständigkeit halber sei noch bemerkt: Auf der anderen Seite des Waldes, nahe des Jagdschlosses Beberbeck, liegt die Gemarkung “Beberbecker Hute” mit der aus alten, als Naturdenkmal ausgewiesenen, Eichen bestehenden Huteallee.

Dem Pfad bis zur Einfriedung des Tierparks folgen und dann immer bergab am Zaun entlang bis zum Parkplatz. Nach rechts über dem Parkplatz am Eingang des Tierparks vorbei ‑ wer gut in der Zeit liegt und Interesse hat, kann den sehenswerten Park besuchen ‑ und den Fußweg an der Mauer aufwärts zur Sababurg. Die Burg, bewirtschaftet und mit einem erstklassigen Ambiente, besitzt einen sehenswerten Burggarten und gilt als “das Dornröschenschloss”. Und da wir schon genug gelaufen und durstig sind, sei uns eine Einkehr gegönnt. Einfach herrlich ist es bei schönem Wetter auf der Terrasse mit ihrer wunderschönen Fernsicht. Wie schrieb doch Victor v. Scheffel in seinem Frankenlied: ...ich wollt mir wüchsen Flügelund genau das wünsche ich mir hier auch immer.

 
 

Zurück zum Ausgangspunkt

 

Da das Wünschen aber (leider) nur im Märchen hilft, wir hier auch nach einer ausgiebigen Rast keine Wurzeln schlagen wollen und noch einen weiten Rückweg vor uns haben, bleibt uns nichts weiter übrig als “in die Strümpfe” zu kommen. Wehmütig den gastlichen Ort verlassend, durch das Burgtor auf dem Fahrweg abwärts gehend, schreiten wir über dem Parkplatz zur Kreuzung und wenden uns auf der Straße nach rechts in Richtung Reinhardshagen.
 
Oh, Wanderer freue dich, du darfst wieder Asphalt treten! Warum nur, haben die hier keine vernünftigen Wanderwege geschaffen? Belästigt vom Autoverkehr und röhrenden "Asphalthirschen” auf ihren Bikes geht es etwa 1 km gen Osten bis zum Waldrand. Dort links auf dem Weg in den Wald hinein und nach ungefähr 2 km an einem Kreuzweg ( wir sind auf dem Querweg her gewandert) treffen wir wieder unsere Markierung, das kopfstehende T. Nach weiteren 100m teilt sich der Weg, die Wegmarkierung weist nach rechts. Links ein Stein mit Zeilen von Hermann Löns: lass deine Augen offen sein, geschlossen deinen Mund ‑ und wandle still, dann werden dir geheime Dinge kund. Man kann ja zu Löns stehen wie man will, aber wo er recht hat, hat er Recht.

Der Weg verwandelt sich in einem schmalen Pfad, Fuldabruch steht in der Wanderkarte und so ist auch der Weg. Morastig, mit hohem Gras bewachsen führt er durch Unterholz und Brombeergestrüpp allmählich bergauf. Oben erreichen wir einen Forstweg, der uns bekannt vorkommen dürfte. Sind wir doch hier auf dem Hinweg von dem markierten Weg abgebogen. Jetzt nur noch weiter bis zur Straße, den Pfad hinunter, noch einmal über die Bäume turnen und eventuell ‑ bei feuchtem Wetter ‑ auf dem nassen Gras oder dem schmierigen Lehm ausrutschen, auf den A... (jugendfreie Version ‑ "Allerwertesten") fallen und wir sind wieder in Gieselwerder. Hoffentlich ohne körperliche Schäden und um das Erlebniss eines schönen Wandertages reicher.

 

Nützliche Hinweise und Informationen


Start und Ziel sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur unzulänglich zu erreichen. Nur Mo. ‑ Fr. und zum Teil auch nur an Schultagen. Teilweise Tarifgebiet Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN) oder Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV). Hier wirkt sich die deutsche "Kleinstaaterei" aus, zumal nördlich von Bad Karlshafen in NRW der Nahverkehr Höxter ‑ Paderborn (Nhp) zuständig ist. Übergangstarife oder auch nur Übergangsmöglichkeiten ‑ Fehlanzeige. Allerdings gibt es während der Saison Sa ‑ So u. Mi einen Linienverkehr auf der Weser.

 
 
Anreise:
 
Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln*
PNV: VSN Linie 211 ‑ NVV Linie 192 
Bahnstationen in der Nähe: Bodenfelde ‑ Bad Karlshafen ‑ Hann. Münden ‑ Hofgeismar

Mit dem Schiff
Rehbein Linie  oder Linie 2000
 
Mit dem Auto
Aus Rg. Kassel B 3 bis Hann. Münden weiter auf B 80 bis Gieselwerder
Aus Rg. Göttingen ‑ B 3 bis Hann. Münden weiter auf B 80 bis Gieselwerder.
Aus Rg. Hannover ‑ A 7 bis Ausfahrt Hedemünden weiter über B 3 / B 80 bis Gieselwerder

Kartenmaterial:
 
Naturpark Habichtswald ‑ Reinhardswald
1:50 000
Hessisches Landesvermessungsamt
ISBN 3‑89446‑319‑8

 

Einkehr, Verpflegung und Unterkunft
 

Dornröschenschloss "Sababurg"
34369 Hofgeismar/Sababurg
Fon. 05671-808-0
Fax.05671-808-200
 
 
Wahlsburg‑Lippoldsberg: auf der anderen Weserseite ca. 3 km stromab
Pension- Garni Hieronymus   vormals *** Lippolsberger Hof ***
 

In Oberweser/Gieselwerder stehen verschiedene Unterkünfte zur Verfügung
 
 
 
Sicherheitshinweise:
Das betreten des Urwaldes ist bei Gewitter, Sturm, Eisregen oder Schneelast aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Durch herabfallende Äste oder stürzende Bäume besteht Lebensgefahr!!         

 
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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

"...und das bin ich"

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letzte Änderung: 10.02.2016
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