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Flechtingen - Ivenrode - Altenhausen - Flechtingen (Durch den Flechtinger Höhenzug)

Autor: Uwe Barthauer
Erstellt: 18.05.2013

Flechtingen - Ivenrode - Altenhausen - Flechtingen

Durch den Flechtinger Höhenzug



Wandern

 
Dauer Jahreszeit Straße
20 km 6-8 Std. März - Okt. 5%
Piste/Feldweg Wanderweg- pfad
10% 85%

Schwierigkeit

Höhendifferenz

Frequentierung
Leicht niedrig niedrig

Unterkunft

Sonstiges
privat Überwiegend schattige Waldwanderung für Kinder geeignet

»Legende«

Nordwestlich von Magdeburg - zwischen Börde und Altmark - unweit der ehemaligen innerdeutschen Grenze, liegt der etwa 20 x 20 km große und nur 179 m  hohe Flechtinger Höhenzug. Ein Grundgebirge der Varisziden und zur Flechtinger - Roßlauer Scholle gehörig, bildet er das nördlichste deutsche Hartsteinvorkommen. 
Sanft gewellt, überwiegend mit Laubwald bedeckt, mit Wiesen durchsetzt und von vielen Erlen-gesäumten Bächen durchzogen, ist er ein wunderschönes und kaum erschlossenes Wandergebiet. Mit dem Wasserschloss Flechtingen und dem Schloss Altenhausen und ihren gepflegten Parkanlagen setzt er auch historische Akzente.

 

Zum Vergrößern auf das Bild klicken
  • Wasserschloss Flechtingen
  • Im Schlosspark
  • Alte Eiche
  • Blick über den Schlossteich
  • Waldwiese
  • Sägemühlenbach
  • Alte Eichenallee

Hier Wanderkarte

Flechtingen-Altenhausen-Flechtingen-map-ads-de.pdf

 

Durch den Schlosspark entlang der Teiche


Etwa 100 km nördlich des Harzes, taucht das Grundgebirge der Varisziden mit seinen paläozoischen 420 Mill. Jahre alten Gesteinen noch einmal aus der Tiefe auf und zeugt von einer Zeit, in der die Großkontinente Laurussia und Gondwana zusammen stießen und den Superkontinent Pangäa bildeten. Jener Kontinent, der alle Landmassen der Erde vereinte. Hier  auf einer kleinen etwa 400 km² großen Fläche, dem Flechtinger Höhenzug, wird er noch einmal sichtbar. Nur 179 m ist er noch hoch, vom Eis der Kaltzeiten gewaltig abgehobelt und neu modelliert.

Sanft gewellt, überwiegend mit artenreichem  Laubmischwald bedeckt, in dem kleine Bäche von Wiesen umgeben und von Erlen umstanden silberblinkend über kiesigem Grund flink dahin eilen. Kleine ehemalige Steinbrüche und Ziegelteiche, die wassergefüllt Bäume, Himmel und Wolken widerspiegeln und vor allem: fast menschenleer, so stellt sich der Flechtinger Höhenzug dar. Wer hier wandern will, sollte mit Karte und Kompaß umgehen können. Markierte Wege gibt es hier nicht und viele Wege sind nur Pfade die sich durch Busch und Wald dahin ziehen.

Unsere Wanderung beginnt auf dem Parkplatz vor der Kirche. Tafeln an der Patronatskirche und vor dem Burgtor informieren über die Geschichte dieser Bauwerke. Das Wasserschloss war seit Jahren nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich und harrte der Wiederauferstehung bzw. einer nutzvollen Verwendung. Die chaotischen Wildwestverhältnisse der Nachwendezeit zeigten ihre Spuren und wirkten bis in jüngerer Zeit nach. Heute ist es wieder wie Phönix aus der Asche auferstanden. "Auferstanden aus Ruinen"... und nicht mehr "Ruinen schaffen ohne Waffen".

Vor der Gemeindeverwaltung in Richtung Straße und hier nach Westen, am Teich vorbei und vor dem Gasthof links. Auf der anderen Straßenseite befindet sich die Schlossmühle mit einem unterschlächtigen Wasserrad. Am Gasthof weiter durch das Tor und in den Park hinein. Von der Bastion mit der Kanone aus hat man einen Blick zum Schloss hinüber. Auf der wasserabgewandten Seite ein Aufschluss des hier vorkommenden Gesteins. Eine Tafel informiert über die Historie des Steinabbaus.

Wir wandern an der Uferseite des Teiches durch den Park, den Eduard v. Schenk zwischen 1860 und 1897 als englischen Landschaftspark anlegen ließ. Interessant, die Frühblüherwiesen und die seltenen nordamerikanischen und europäischen Gehölze. Weiter über den Damm der den Schlossteich vom Sieben Inselteich trennt. Diese Inseln, stellen sozusagen die Familie des E.v.Schenk dar.

Kurz vor dem Tor den Weg nach links am Seeufer weiter. Herrlich ist es hier unter den Schatten spendenden Bäumen und immer wieder die Aussicht über das Wasser zum Schloss. Nach dem passieren des Dammes, der den oberen teilweise verlandeten Teich vom unteren Teich trennt, nun weiter am oberen Teich bis zur Bungalowsiedlung. Hier nach rechts aufwärts bis zur schmalen Straße und hier links nach Süden, die nach Hilgesdorf führende Kreisstraße überschreiten und auf der anderen Seite weiter dem Weg durch die Wiesen bis zum Bach folgen. Hier über die Brücke - links am Waldrand lädt eine Bankgruppe zu einer kurzen Rast ein - und weiter zwischen Wald und Wiese bis zum Waldrand.
 

...und weiter nach Ivenrode


Wer einen Blick in das Wiesental des Sägemühlenbaches werfen möchte, geht an der Wegeeinmündung ca. 100 m nach links und hat hier Gelegenheit dieses wunderschöne Wiesental in Augenschein zu nehmen. Wie gerne möchte ich hier durch das Gras entlang des Baches meiner Wege ziehen. Aber es ist Frühling und damit Brut- und Setzzeit und das heißt für den Wander- und Naturfreund: Störungen vermeiden und auf den Wegen bleiben!

Wieder zurück, folgen wir dem Weg entlang des Waldes nach Westen und dann nach links in den Wald hinein. Zunächst noch immer der Ausschilderung Holzmühlenteich - Steinbruch nach. Dort wo die Ausschilderung nach rechts weist, geradeaus nach Süden und bei dem von links kommenden Weg nach Südwesten dem gemählich ansteigendem Weg folgen. Jetzt immer geradeaus bis sich rechts der Wald lichtet und wir vor uns die Ortschaft Hilgesdorf sehen können. Hier an dem Kreuzweg nach links. Am Ende des Weges, bei dem von rechts spitz ankommenden Weg, eine Bank und das Schild "Sägemühlendamm".

Nun nach links über den Sägemühlendamm. Nach rechts geht der Blick über die Wiesen zu einem kleinen Teich und nach links in die Wiesen des Bachtales. Am Ende des Dammes dem breiten Forstweg, der alten Heerstraße, halb rechts in südöstlicher Richtung nach. Sehr breit, wie eine Schneise zieht sich der Weg dahin. Rechts und links begleitet von uralten tief beasteten Eichen und damit dieser Weg erhalten bleibt, sind auch wieder junge Eichen nachgepflanzt worden.

Es ist die alte Heerstraße, der alte Hellweg, der an Stelle der heutigen B1 von Braunschweig über Helmstedt nach Magdeburg führte. Nach ca. 1,5 km, am Kreuzweg, nach rechts in Richtung Süden. Die vielen Wasser gefüllten Gräben lassen hier wahre Heerscharen von Mücken gedeihen, die immer wieder lästig werden. Einzelne rechts des Weges befindliche Scheinzypressen zeigen von einer gewissen Spielerei und Liebhaberei der Forstleute.

Nach etwa weiteren 1,5 km öffnet sich rechts der Wald und gibt den Blick über eine Wiese frei. Nach ungefähr weiteren 100m wird die schmale Straße erreicht, die zur Revierförsterei Altenhausen führt. Ihre Gebäude, jenseits der Wiese, werden von einer gewaltigen Blutbuche überragt, deren rotes Laub weithin sichtbar ist. Die vor uns liegenden Gebäude gehören schon zu Ivenrode. Auf der Straße nach links und nach wenigen Metern wird die von Bodendorf nach Ivenrode führende Landesstraße erreicht.

Diese überschreiten und auf dem gegenüber liegenden Weg weiter abwärts. Dort wo der der Weg einen kleinen Schlenker nach links macht, steht rechter Hand ein gewaltiger Mammutbaum. Diese Bäume (Sequoiadendron giganteum) sind mit einem Durchmesser von bis zu 17m und einer Höhe von 95m die größten Bäume unseres Planeten, bei einem Alter von bis zu 3900 Jahren! Der "General Sherman Tree" im Giant Forest des kalifornischen Sequoia-Nationalparks ist mit einer Holzmasse von 1489m³ der größte Baum der Erde.

Gemessen daran, ist das hier nur ein "Teenager". Da aber auch Teenager sterben können, ist nur wenige Meter weiter ein junger Baum gepflanzt worden. Wir Gärtner und Forstleute sind ja eigentlich unverbesserliche Optimisten. Wenn wir heute einen Baum pflanzen, sehen wir den schon in aller Pracht vor uns, wohlwissend das wir das niemals erleben werden. Beglückwünschen wir also dem Kollegen zu seinem Optimismus. Ich will ja nicht ganz unbescheiden sein und dem göttlichen Willen vorgreifen, wünschen tät ich es mir schon, diesen Baum ausgewachsen zu sehen. Aber leider hilft das wünschen ja bekanntlich nur im Märchen.

Nun nur noch ein kurzes Stück Richtung Südost durch den Wald bis zu der von Ivenrode herkommenden Straße, hier nach links und an der früheren Ziegelei und jetzigem Reiterhof vorbei bis zur Straße Altenhausen - Flechtingen und diese überqueren. Auf der anderen Straßenseite rechts dann eine alte Eichenallee die nach Altenhausen führt und als Reitbahn und Wanderweg genutzt wird. Wer also noch nach Altenhausen möchte geht durch die Allee parallel zur Straße nach Altenhausen. 

 

Über Altenhausen zurück nach Flechtingen


Vor Altenhausen die heute nur noch für den Güterverkehr benutzte Bahnstrecke überschreiten und in die Bahnhofsstraße nach links. Hier die erste Möglickeit nach rechts in den gepflegten Schlosspark. Das Schloss wird heute als Gestüt und Ferienanlage für Reiterferien genutzt. Nach dem wir Park und Schloss besichtigt haben, den selben Weg aus dem Park zurück, die Gleise überschreiten, ein kurzer Schlenker rechts und dann links immer zwischen den Koppeln und Feldern nach Norden.

Wer nicht nach Altenhausen möchte, geht geradeaus weiter und am Querweg bei der gewaltigen alten Eiche nach links. Von rechts kommt der von Altenhausen kommende Weg her. Auf grasigem Feldweg wandern wir zwischen Pferdekoppeln und Feldern nach Norden bis zum Waldrand. Links im Wald der Rittmeisterteich. Vor dem Wald nach rechts und am nächsten Querweg nach links wieder auf den Wald zu. Vor der Pferdekoppel nach rechts und nach einem kurzen links-rechts Schlenker in den Wald hinein.

An der Schneise dem Weg nach links Richtung Norden folgen. Der Weg ist sumpfig, mit Gras und Kraut bewachsen und bei feuchtem Wetter nur unter Schwierigkeiten zu nutzen. Pferde und Sumpf - die ideale Mischung für Mücken und Bremsen auch Pferdefliegen genannt. Funktionskleidung schützt zwar vor den Unbillen des Wetters und nach dreitägigem tragen auch vor bösen Menschen und wilden Tieren, allerdings nicht vor diesen. Außerdem macht sie dann auch ziemlich einsam. Also den Mückenschutz nicht vergessen. Wer keinen dabei hat, hier ein Tipp: Die  Blüten und Blätter des Rainfarnes (Tanacetum vulgare) - Ein zungenloser Korbblütler - schützen mit ihrem Duft ebenfalls vor Mücken.

Am Ende des Weges auf der von Emden herkommenden Straße ein Stück nach links, die Straße Ivenrode - Bodendorf überschreiten und auf dem Forstweg weiter sanft aufwärts. Rechts und links einige ehemaligen kleinere Steinbrüche. Am Querweg nach links Richtung Nord - West bis zur Straße Altenhausen - Flechtingen. Unmittelbar vor der Straße rechts  im Wald, direkt am Wegrand, drei bronzezeitliche Hügelgräber.

Die Straße vorsichtig überschreiten und den Weg aufwärts. Rechts hinter der Absperrung, senkrecht unter uns, einer der vielen still gelegten und Wasser gefüllten Steinbrüche. Auch der große Flechtinger Bruch soll 2014 still gelegt und geflutet werden. Am Bruch vorbei und nach ca. 500 m über den Kreuzweg und den nächsten Weg nach halb rechts in den Wald hinein.

Bei der nächsten Weggabelung links den nur wenig genutzten Weg in nordwestlicher Richtung nehmen. Der Weg oftmals nur schwer erkennbar führt dann in einem weiten rechten Bogen nur unweit und in Sichtweite des Sägemühlenbachtales nach Norden. Wunderschön führt dieser Weg durch einen lichten Eichen-Hainbuchenwald, dessen Boden über und über mit Gras und Kräutern bedeckt ist. Nach links immer wieder herrliche Ausblicke in das Sägemühlenbachtal.

Leicht abwärts bis zu einem sumpfigen Quertal, hier nach rechts und dann links über den Bach und den Weg weiter aufwärts. Am Jagdstand nicht dem breiten abzweigendem Weg folgen, sondern geradeaus weiter dem teitweise kaum noch zu erkennendem Weg nach, bis unser Weg spitz auf einen Querweg trifft. Auf diesem rechts  nach Nordosten bis zur Straße. Hier nach links, bis zur Kreuzung und nach links in Richtung Hilgesdorf.

Nach ca. 100m hinter der Bachbrücke den rechts abzweigenden Weg nehmen. Zwischen Feld und Wiese geht es nach Norden bis zur Bungalowsiedlung. Jetzt auf dem Weg rechts abwärts über den Bach und nach links. Zwischen Böschung und Teich nun immer weiter bis Flechtingen, wo wir in einem der vielen Lokale einkehren können. Meine Empfehlung: Die Seeterasse mit ihrer herrlichen Aussicht zum Schloss und dem Wintergarten, der auch bei schlechtem Wetter ein sehr schönes Panorama bietet.

 

Nützliche Hinweise und Informationen


 



Anreise:
Mit dem PKW:
A2 bis Ausfahrt Uhrsleben und weiter nach Erxleben.
Erxleben rechts über Altenhausen nach Flechtingen

 
Mit öffentlichem Personennahverkehr:
Mit dem Zug bis Eilsleben (Strecke Braunschweig - Magdeburg)
und weiter mit dem Bus über Haldensleben nach Flechtingen
Fahrplanauskunft hier

 

Kartenmaterial:

Ohrekreis West Blatt 5
1:50 000
Landesvermessung Sachsen-Anhalt
EAN / ISBN: 9783897611023



 


Einkehr und Verpflegung


Gasthof Seeterasse
​Mi -- So 11:00 Uhr - 23:00 Uhr
Mo + Di Ruhetage
Zur Spetze 1
39345 Flechtingen
Tel.
 039054 2343
 

Restaurant Seeblick
Di - So 11:00 - 23:00
Mo Ruhetag
Altenhäuser Straße 16
39345 Flechtingen

Tel. 039054 2812 


Torhaus Flechtingen
Sa - So + Feiertagen
11:30 - 22:00
Lindenplatz 9
39345 Flechtingen
Tel. 039054 98366

 


Schloss Altenhausen
 Schloßstr. 16
 39343 Altenhausen
Tel.: 039052/92 222 · Fax: 039052/92 123
e-mail: altenhausen@schloss-altenhausen.de

 

Unterkunft
 

In Flechtingen stehen mehrere Pensionen und Privatzimmer zur Verfügung

 

Schloss Altenhausen
 Schloßstr. 16
 39343 Altenhausen
Tel.: 039052/92 222 · Fax: 039052/92 123
e-mail: altenhausen@schloss-altenhausen.de

 

Sonstiges

Wegweiser oder sonstige Ausschilderungen sind kaum vorhanden. Gutes Orientierungsvermögen und Fähigkeiten im Umgang mit Karte und Kompaß sind hilfreich

Richtiges Verhalten im Wald!!!
Der Waldknigge 
   

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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

letzte Änderung: 12.02.2016
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