Wandervogel Uwes Homepage
Touren & Tips zum Wandern und Radwandern
Bodenfelde - Neuhaus (Weite Wälder - Stille Täler)

Autor: »Uwe Barthauer
Letzte Aktualisierung: 19.11.2009

 

Von Bodenfelde nach Neuhaus/Solling

Weite Wälder - stille Täler


Wandern

Fernwanderweg
z.T. Weserberglandweg

 
Dauer Jahreszeit Strasse
Piste/Feldweg  Wanderpfad- weg
5 - 8 Std. 18 km   März-Okt.      10% 
       50%          40%

Schwierigkeit

Höhendifferenz

Frequentierung

Unterkunft 

Sonstiges
    leicht    niederig     niederig
  Privat   für KInder geeignet


»Legende

Der Solling - neben dem Harz Niedersachsens zweites Mittelgebirge - ist eine von Mischwald bedeckte Buntsandsteinerhebung. Von Wiesentälern radial durchzogen, gehört er zu den schönsten Landschaften des Weserberglandes. Diese Wanderung führt, auf zum Teil einsamen Wegen, von Bodenfelde an der Weser zum Wildpark Neuhaus im Naturpark Solling-Vogler.
 
zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Abend an der Weser (Foto Ch. Zander)
  • Stiller Waldteich (Foto Kl. Hofmeister)
  • Im Reiherbachtal (Foto Kl. Hofmeister)
  • Reiherbachtal (Foto Kl. Hofmeister)
  • Im Dölmetal (Foto Kl. Hofmeister)
  • Hexenring (Foto Kl. Hofmeister)
  • Im Wildpark (Foto Kl. Hofmeister)
  • Der heimliche Herrscher (Foto Ch.Zander)

 

Wanderkarte


Bodenfelde-Neuhaus-Solling-map-ads-de.pdf

 

Von Bodenfelde zum Wanderparkplatz Papiermühle

 

Der Solling, ein fast kreisrundes Gebirge, am östlichen Oberlauf der Weser gelegen, gehört zu den dichtbewaldesten Gebieten Norddeutschlands. Mit der “Großen Blöße” erreicht er eine Höhe von 528 m und gehört damit zu den Mittelgebirgen. Seine Täler verlaufen alle radial und sind nur in den unteren Bereichen ackerbaulich genutzt. In den oberen Bereichen herrscht fast ausschließlich Grünlandbewirtschaftung vor. Seine Fließgewässer sind eher dahin plätschernde Bäche als rauschende Wildwasser.
 
Die Besiedlung ist ausgesprochen dünn. Die wenigen Siedlungen sind aus Glashütten hervor gegangen, wie z.B. Amelith, Silberborn oder Hellental. Andere verdanken ihre Existenz landesherrschaftlichen Jagd‑ und Forsteinrichtungen oder Gestüten wie Nienover und Neuhaus. Außerhalb der Orte wird man eher einem der hier zugewanderten Luchse begegnen, als einem Menschen. Zumindest unter der Woche. Es sei denn, es sind Forstbedienstete.

Um in diese Waldeinsamkeit zu gelangen, beginnen wir am Bahnhof Bodenfelde. Bodenfelde ist sowohl mit dem Pkw als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Wir gehen am Bahnhof in nördliche Richtung in die Poststraße bis zur Wienser Straße, biegen hier halb links in die selbige ein, dann bei der zweiten Kreuzung nach rechts in die Mühlenstraße und auf dieser bis zur Amelither Straße. Jetzt nach rechts und aus Bodenfelde Richtung Polier ‑ Amelith hinaus.

Nach verlasssen des Ortes auf der linken Straßenseite weiter, (leider müssen wir ein kurzes Stück auf der Straße gehen) überqueren die nach Wahmbeck abbiegende Straße, danach über die Gleise der Bahnstrecke Bodenfelde ‑ Ottbergen und dann links in die Straße "An der Papiermühle" abbiegen. Hier weiter bis zum Wanderparkplatz.

 

Auf dem Weg zur versunkenen Stadt Nienover

 

Nun auf den asphaltierten Wirtschaftsweg nach Norden durch die Felder und am Aussiedlerhof vorbei auf den Waldrand zugehen. Der Blick zurück zeigt den alleinstehenden Kahlberg. Geologisch und geographisch Interessierte werden sofort erkennen, es handelt sich um einen Umlaufberg. Irgendwo zwischen uns und dem Berg muß einmal die Weser geflossen sein.
 
Dem Himmel sei Dank, endet nun der Asphaltweg. Wie schrieb doch Erich Kästner: “Die Seele wird vom Pflastertreten krumm...” Genauso fühle ich mich jetzt und bin erleichtert, das sich der Weg nun im Wald in einen Forstwirtschaftsweg verwandelt. Wir wandern durch einen Eichen‑Buchen Hainbuchenmischwald, wie er einst für den ganzen Solling typisch war und auch wieder werden soll. Linker Hand gibt ein kleines Wiesental schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das was uns später erwartet. Der Weg steigt zunächst allmählich an, um dann nach ca.2 km in ein langgestrecktes Gefälle über zu gehen
 
Am Ende des Gefälles vor uns ein Querweg, links ein alter Grenzstein dessen in Sütterlin verfaßte Inschrift verwittert und kaum noch lesbar ist. Jenseits des Querweges ein stiller Waldteich, umgeben mit einigen Bänken lädt er zu einer kurzen Rast ein. Wir wenden uns hier nach rechts und folgen der Ausschilderung “Amelith”. Rechts plätschert ein Bach zu Tal und links, oberhalb des Berghanges, schimmern die Mauern des Jagdschlosses Nienover durch die Bäume. Dieses Schloß, an Stelle einer von den Grafen von Northeim errichteteten und im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Burg erbaut, diente den hannoverschen Königen als Jagdschloß und später auch als Gestüt.
 
Wir treten aus dem Wald heraus und sehen vor uns das Reiherbachtal. Nach rechts talabwärts geht der Blick über grüne Wiesen bis hin zu dem schon jenseits der Weser liegendem Reinhardswald. Das sich vor uns befindliche historische Stallgebäude ist noch mit “Sollingschiefer” eingedeckt. Sollingschiefer, gespaltene Buntsandsteinplatten, war die im Oberweserraum vorherrschende und typische Dacheindeckung. Leider hat der letzte Steinbruch, der diese Platten herstellte, seinen Betrieb schon vor Jahrzehnten eingestellt. So sind heute nur noch wenige Gebäude mit diesen ungewöhnlichen Dächern zu finden.

Hier nach links in nördlicher Richtung bis zum Wanderparkplatz, dann zwischen Parkplatz und dem vor uns liegenden Haus nach halb rechts in den Feldweg einbiegen. Würden wir uns links halten, kämen wir zu dem Jagdschloß und hätten noch vor einigen Jahren auf der davor befindlichen Wiese eine ungewöhnliche Aktivität bemerken können. An dieser Stelle befindet sich die Stadtwüstung Nienover. Um 1180 von den Grafen von Dassel gegründet wurde sie bereits um 1270 nach kriegerischen Handlungen zerstört und verlassen. Archäologen nutzten nun die Gelegenheit eine komplette Stadt aus zu graben. Allerdings wird der Laie nichts spektakuläres sehen. Wurde eine Stelle aus gegraben, vermessen, kartiert und die Funde archiviert, wurde das Ganze wieder verfüllt, so das die Ausgrabungen über die Fläche wanderten. Heute steht hier eine Informationstafel, die über die Ausgrabungen informiert und der Nachbau eines mittelalterlichen Hauses.

 

Über Amelith ins Dölmetal

 

Wie schon bemerkt, folgen wir dem rechten Weg und lassen Nienover hinter uns zurück. Unser Wanderweg ist jetzt der Weserberglandweg, der von Hann. Münden zur Porta Westfalica führt und mit einem "W" gekennzeichnet ist. Wir wandern durch Wiesen und Felder ‑ die irgendwie der Flurbereinigung entgangen sein müssen ‑ auf einem grasbewachsenen und notdürftig befestigten Feldweg durch ein breites Tal. Einzelne Bäume begleiten unseren Weg und neugierig schnaubend folgen uns Pferde, die friedlich auf ihren Koppeln grasen. Auf der anderen Seite des Baches, von Birken begleitet, verläuft die Landstraße Bodenfelde ‑ Amelith. Weit genug entfernt und nur wenig befahren, werden wir von keinem Verkehrsgeräusch belästigt.

Rechts Wiesen, links Felder und darüber an den Talhängen Wälder und Wiesen, so wandern wir dahin bis wir die B 241 erreichen. Vor der Straße den Pfad rechts über die Wiese und auf einem Steg über den Bach bis zu dem Gasthaus “Im Sollinger Walde”. Jetzt vorsichtig die (mäßig befahrene) Bundesstraße nach links überqueren und weiter auf der einzigen Straße durch Amelith. Am Ortsausgang verwandelt sie sich wieder in einem Forstweg. Rechts der Wald, links eine Galerie von Bäumen, dahinter ein liebliches Wiesental mit weidenden Rindern, durch das der Reiherbach gemütlich seines Weges zieht ‑ das Leben kann so schön sein ‑ kurzum, ein Weg bei dem man bedauert das er nicht länger ist.
 
Kurz bevor der Weg ganz in den Wald eintritt, lädt linker Hand eine Bank zum Rasten ein. Weit, sehr weit geht von hier der Blick über das schöne Reiherbachtal und Amelith, bis hin zu dem in der Ferne grüßenden Reinhardswald und läßt den Solling größer erscheinen, als er tatsächlich ist. Genau der richtige Platz zum ausruhen, innehalten und die “Seele baumeln zu lassen”.
 
Nach ausgiebiger Rast weiter in den Wald hinein. Nach ca. 100 Metern teilt sich der Weg auf. Wir gehen geradeaus den zerfurchten und teilweise morastigen Weg durch einen ehemaligen Fichtenbestand, immer dem “W” nach. Die Stürme und andere Kalamitäten der letzten Jahre haben mit dem einstmals dominierenden Fichtenbestand im Hochsolling gewaltig aufgeräumt und den Umbau zu vielfältigen und gesunden Laubmischwäldern begünstigt. So ist auch hier, die Fläche mit jungen Buchen bestockt und nur noch vereinzelte Fichten und deren Stuken erinnern an das vormalige Waldbild.
 
Unser Weg steigt allmählich an, überquert einen Forstweg und führt auf der anderen Seite als schmaler Pfad durch einen Fichtenwald weiter bergauf, bis wir einen Wanderparkplatz erreichen. Hier auf der schmalen Straße von Derental nach Neuhaus ‑ eigentlich nur ein “Sträßlein”, manche Fahrradwege sind breiter ‑ rechts und dann links den Waldweg bergab. Immer dem “W” nach. Jetzt wieder ein kurzes Stück aufwärts bis zum Querweg, nun nach rechts durch ein kleines Waldstück und wir sind im Ahletal das oberhalb der Ahlequellen zum Dölmetal wird.
 
 

... und weiter zum Wildpark

  

Linker Hand der Wald, rechts Galerien und Wiesen, so wandern wir beschwingt dahin. Der Blick geht zur jenseitigen bewaldeten Talseite, und die durch das Tal verlaufende B 497 wirkt sich kaum störend aus. Das kann an Wochenenden und Feiertagen u.U. etwas anders sein, besonders die Motorräder sind dann unangenehm. Nach ca. 5 km erreichen wir die ersten Häuser von Neuhaus.
 
Das heute zu Holzminden gehörende Neuhaus, bestand einst aus zwei Orten gleichen Namens. Das braunschweigische Neuhaus ‑ entstanden aus einem Jagdschloß ‑ und zum Landkreis Holzminden gehörig, sowie dem hannoverschen Neuhaus ‑ Altkreis Uslar, hervorgegangen aus einem Gestüt. Beide Ortsteile wurden 1969 zusammengelegt und dem Landkreis Holzminden zugeordnet. 1973 dann mit Silberborn und Fohlenplacken in die Stadt Holzminden eingegliedert
 
Wir nehmen nach dem Ortseingang die zweite Straße rechts durch das Neubaugebiet, gehen auf der Brücke über die Dölme, überschreiten vorsichtig die B 497 und wenden uns auf dem Fuß‑ und Radweg nach rechts und gehen etwa 500m bis zum Wildpark. Ein ungefähr 2 stündiger Besuch des selben sollte ein unbedingtes Muß sein, ist er doch mehr als sehenswert. Die den Wildpark umgebenden und denkmalgeschützten Mauern sind Reste des Gestütes. Danach können wir in das Cafe‑Restaurant einkehren, bevor wir wieder zur Straße gehen und an der dortigen Haltestelle den Bus der Linie 210 in Richtung Göttingen nehmen der uns zum Bahnhof nach Uslar bringt, wo wir in den Zug Richtung Ottbergen einsteigen und die eine Station bis Bodenfelde zu unserem Ausgangspunkt zurück fahren.

 Nebenbei bemerkt: Gruppen können im Wildpark nach Voranmeldung eine Führung bekommen. Das hat schon seine Vorteile, in einer Gruppe zu wandern: man bekommt Rabatt, irgendwer gibt immer einen (oder auch mehrere) aus‑ und ganz nebenbei macht es auch noch großen Spaß, den ich auch allen beim "Nachwandern" dieser Tour wünsche!

 

Nützliche Hinweise und Informationen


 
 
Anreise:
 
Mit dem Auto
Aus Richtung Hannover oder Kassel ; A 7 bis Ausfahrt Nörten‑Hardenberg ‑ weiter über B 446 bis Hardegsen dann B 241 bis Uslar und weiter über Landstraße bis Bodenfelde.
 
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit dem Zug bis Bodenfelde.
 
Rückfahrt mit Bus Linie 210 VSN

Start und Ziel befinden sich im Tarifbereich des Verkehrsverbundes Südniedersachsen (VSN), das Niedersachsenticket wird anerkannt (Schönes Wochenende Ticket nur im Schienenverkehr. Ab je 5 Personen Familie Plus Ticket (Beim Fahrer).

Kartenmaterial:

Naturpark Solling‑Vogler 1:50 000
Niedersächsisches Landesverwaltungsamt ‑ Landesvermessung
ISBN 3‑89435‑618‑9
 
 
 
 

Einkehr und Verpflegung
 

Cafe und Restaurant "Am Wildpark"
Geöffnet:
Mai ‑ Oktober       10 ‑ 18 Uhr
November ‑ April 10 ‑ 16 Uhr
Montag Ruhetag
 

Gasthaus "Im Sollinger Walde"
Neustadt 5
37194 Bodenfelde OT Amelith
Täglich ab 11 Uhr geöffnet
Mo+Di Ruhetag
 

Unterkunft
 

In Neuhaus und Bodenfelde
stehen verschiedene Hotels
und Pensionen zur Verfügung.

 
 
Besonders empfehlenswert:
Pension Hieronymus vormals*** Lippoldsberger Hof *** in 37194 Wahlsburg‑Lippoldsberg Schäferhof 14 ‑ 16 ca. 1,5 km südlich von Bodenfelde. (Mi Ruhetag)

Wildpark Neuhaus 
 
Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober: 9.00 bis 19.00 Uhr - November bis April: 9.00 bis 17.00 Uhr    Letzter Einlass eine Stunde vor Schließung 
 
Hunde: Für diese ist der Wildpark zu aufregend, deshalb ist eine Mitnahme nicht möglich

 

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt! Jede urheberrechtsrelevante Verwertung ist ohne Zustimmung des Verfassers unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Nachahmungen, und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und auf den aktuellen Stand gebracht, sowie   auf Stimmigkeit überprüft. Da diese Informationen wie angeboten verfügbar gemacht werden, übernehme ich keine Haftung für jegliche Art von Verlust, Verletzung oder Unannehmlichkeit, die durch diese Informationen hervorgerufen werden könnten.

Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar

© Uwe Barthauer Braunschweig

"...und das bin ich"

Sitemap

⇒Gieselwerder - Urwald Beberbeck

letzte Änderung: 10.02.2016
Alle Vergleiche powered by TARIFCHECK24 GmbH Zollstr. 11b 21465 Wentorf bei Hamburg Tel. 040 - 73098