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Altmarkrundkurs Teil VIII ("Von Zichtau nach Diesdorf")


Autor: »Uwe Barthauer
Letzte Aktualisierung: 30.11.2009

 

Altmarkrundkurs Teil VIII: Von Zichtau nach Diesdorf

"... steige hoch, du roter Adler ..."


Radfahren

Fernradwanderweg

Altmarkrundkurs
 
Dauer      Jahreszeit  
Straß Piste/Feldweg
6‑8 Std.  66km   April - Okt.
       30%          70%  

Schwierigkeit

Höhendifferenz

Frequentierung

 Unterkunft

 Sonstiges
     leicht        niederig        niederig
Zelt/Privat für Kinder geeignet

»Legende
 
Durch die herrlichen Mischwaldbestände der Hell‑ oder Zichtauer Berge (auch als die Altmärker Schweiz bezeichnet) und das Niedermoor sowie den Naturpark Drömling, dem Reich von Biber und Kranich mit seinen Gräben, Wiesen und Baumreihen, fahren wir zu unserem Startpunkt und dem Ende des Altmarkrundkurses nach Diesdorf.
 
zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Im Drömling
  • Zichtauer Berge
  • Eisernes Kreuz
  • Eberesche
  • Kunrauer Vorfluter
  • vor Mellin
  • Im Drömling
  • Wiesental

 

Radwanderkarte


Zichtau-Wittingen-map-ads-de.pdf

 

 Durch die Hellberge

 

Nach Verlassen des Campingplatzes Zichtau, fahren wir bis zur Hauptstraße und biegen hier links Richtung Klötze ein. Die Straße steigt allmählich und dann kräftig an; oben ‑ fast auf dem Scheitelpunkt, bei den letzten Häusern in die schmale feldsteingepflasterte Straße nach rechts einbiegen. Nach Erreichen des Scheitelpunktes des ansteigenden Weges geht dieser in ein langgezogenes Gefälle über und erreicht als einfacher Feldweg den Waldrand. Nach ca. 1,5 km durchqueren wir ein kleines Wiesental. Auf der anderen Seite im Wald geht es nach links und gleich wieder am nächsten Abzweig folgen wir dem Altmarkrundkurs nach rechts.
 
In allmählichem Anstieg wird das “Eiserne Kreuz” erreicht, ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Forstbediensteten. An der sternförmigen Wegkreuzung aufpassen, unser Rundkurs geht in NW‑Richtung weiter und erreicht nach 5 km den Ortseingang von Klötze. In Klötze der Schützenstraße folgen, nach rechts in die Breite Straße einbiegen und gleich wieder links in die Burgstraße. An der Kirche vorbei und Klötze auf der Oebisfelder Straße verlassen. Am Ortsausgang der Ausschilderung nach halb links auf den Wald zu folgen. In ständigem sanftem auf und ab durch den Wald nach Quarnebeck. Quarne oder Quere ist im niederdeutschen eine Bezeichnung für eine Wassermühle und Beck oder Bäke bedeutet nichts weiter als Bach. Also Mühlenbach auf Hochdeutsch. 
 
In Quarnebeck links und gleich wieder rechts der Straße nach Trippigleben folgen. Die Landschaft verändert nun ihren Charakter. War es bisher eine Moränenlandschaft, haben wir nun eine weite flache, von Gräben durchzogene und zu nehmend feuchter werdende Ebene.
 

 Im Drömling

 

Wir kommen jetzt in den Drömling, Sachsen‑Anhalts größtem Niedermoor. Ein kleinerer Teil gehört auch zu Niedersachsen. Hier im ehemaligen Urstromtal der Elbe, markieren die Flüsse Aller und Ohre die Wasserscheide zwischen Weser und Elbe bei einem Höhenunterschied von max. 2m. Langsam fliessend und in zahllosen Armen zerteilt entstand hier ein Feuchtgebiet ähnlich dem Spreewald. Die älteren Siedlungen befinden sich auf sandigen Inseln die als "Horste" bezeichnet werden. Miesterhorst, Grafhorst, Buchhorst usw. 1720 wurde der Drömling dann durch Friederich den Großen kultviert und entwässert.
 
Etwa 1 km hinter Trippigleben rechts der Straße nach Köckte zu. Durch das Dorf hindurch und in nord‑westlicher Richtung verlassen. Nach 2,5 km links und hinter dem Vorwerk Mienenberg vorbei. Der Drömling wird hier immer typischer, immer mehr Wiesen, Gräben, Hecken und Baumreihen mischen sich mit kleineren Waldstücken in das Landschaftsbild. Wir sind jetzt im Naturpark Drömling mit einer vielfältigen Fauna und Flora. An Vögeln. kommen hier z.B. vor: Schwarz‑ und Weißstorch, Bekassine und die Rohrdommel, und auch der Kranich brütet hier. Selbst Biber und Fischotter sind wieder heimisch geworden. Durch den geringen Höhenunterschied und den nur wenigen Metern auseinander liegenden Flußsystemen bedingt, existiert auch wieder ein Bibervorkommen an der Aller.
 
An der Wegekreuzung beim Flöthgraben aufpassen, die Wegeführung ist geändert und stimmt nicht mehr mit den Radwanderkarten überein. Vor dem Graben nach rechts und nach Norden zur Straße Buchhorst ‑ Kusey. Auf der Straße dann nach links einbiegen und dem nächsten Weg rechts folgen. Am “Zuschlagsdamm” nach links und ungefähr 4 km später am Kunrauer Vorfluter nach rechts immer am Graben entlang auf Kunrau zu. Hinter der stillgelegten Bahnlinie Oebisfelde ‑ Salzwedel, in einem kleinen Wäldchen rechts abbiegen und nach Kunrau hinein.
 
Die Wege hier sind im Frühjahr oder nach längeren Regenfällen oft in einem Zustand der eher ein "Schlammcatchen" als das Rad fahren ermöglicht. Ich bin hier schon langgefahren, da haben meine Mitreisenden und ich ausgesehen wie nach einer Moorpackung. Wir haben dann unsere Räder und uns bei der nächsten Gelegenheit erst einmal abgespritzt. Gott sei Dank, gibt es ja noch hilfreiche Mitmenschen. Allerdings ist das schlimmste Teilstück durch die geänderte Wegeführung entfallen.
 
Wurde der Drömling noch zu DDR‑Zeiten intensiv landwirtschaftlich genutzt, so erfolgt die Bewirtschaftung heute zunehmend extensiv, wobei er wieder zunehmend vernässt. Der schlechte Zustand der Wege ist also zum Teil dem Naturschutz geschuldet.
 
 

Von Kunrau nach Diesdorf

 

In Kunrau am Schloss und dem Schlosspark vorbei: Im Schloss ist der Sitz des Natur‑Erfahrungszentrums Drömling. Wer mag, dreht eine Runde durch den Schlosspark, bevor wir den Flecken Richtung Brome verlassen. Am Ortsausgang von Kunrau ‑ vor dem Friedhof ‑ nach rechts in den Altmarkrundkurs einbiegen. Nach ca. 1 km eine Weggabelung; hier halb links in den Wald hinein.
 
Wir haben mit Kunrau den Drömling verlassen und so hat sich auch wieder die Landschaft verändert. Wir radeln über sanfte Hügel durch einen duftenden Kiefernwald durch das ehemalige Sperrgebiet parallel zur früheren Grenze. Nach ungefähr 5 km eine kleinere Acker‑ und Wiesenfläche. Die rechts befindlichen Grundmauern sind die Reste eines früheren Forsthauses, das im Rahmen der Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR abgerissen wurde. Links im Wald, etwas abseits des Weges, sind einige Hundegräber zu sehen. Hier am Ende der Ackerflur dem Rundkurs nach links folgen und in sanftem Gefälle aus dem Wald hinaus.
 
Vor uns auf einer Anhöhe das Dorf Mellin ‑ von 1989 bis 1990 Grenzübergangsstelle (Güst) Brome ‑ Mellin (in meinem alten Reisepass sind noch die entsprechenden zweifarbigen Stempel der DDR). In Mellin auf die B 248 nach rechts einschwenken und nach 100m kurz vor dem Ortsausgang, der Ausschilderung nach links aufwärts folgen. Die Kopfsteinpflasterung ist nur von kurzer Dauer und geht in einem Wirtschaftsweg über. Auf gemählich ansteigendem Weg durch den wunderschönen Laubmischwald bis zu der Försterei Groß Wismar.
 
Wer zum Campingplatz nach Ahlum möchte, fährt hier rechts und an der nächsten Abzweigung halb links durch den Wald auf Ahlum zu. Wir jedoch fahren links auf Klein Wismar zu und verlassen den Beetzendorfschen Forst bei Neuenstall. In Neuenstall, einem früheren Vorwerk, nach rechts und hinter den letzten Gebäuden den nächsten Weg links bergauf nach Jübars nehmen. In Jübars über die Straße und geradeaus auf der Straße nach Bornsen. Nach Hanum, unmittelbar an der ehemaligen Grenze gelegen, zum Ferienhof mit Übernachtungsmöglichkeiten ‑ auch im Zelt‑ geht es links ab.
 
Die Straße steigt allmählich an. Oben auf der Kuppe aufpassen, der ausgeschilderte Weg geht halb links auf asphaltiertem Wirtschaftesweg bergab. In flotter Fahrt und vor uns schon den nächsten Anstieg sehend...quer über dem Weg eine Schranke.Wer sich das hier ausgedacht, schreibt Intelligenz auch nur ganz ganz klein, wenn überhaupt. Also scharf abbremsen und die Schranke links umfahren. Man kommt zwar auch so rüber, aber nur unter großen Schmerzen und ohne Fahrrad. Also aufpassen und bremsen!!
 
Oben dann in flotter Fahrt bergab auf der Straße nach Molmke hinein und weiter sanft bergauf nach Diesdorf. Links von uns das sehenswerte Museumsdorf ‑ noch nicht anhalten ‑ an diesem vorbei und der Straße links zu dem Museumskrug folgen. Nach 8 Tagen und über 500 km auf dem Fahrrad haben wir uns nun eine ausgedehnte Pause bei Kaffee und wirklich gutem Kuchen verdient. Wer das Freilichtmuseum noch besuchen will, kann auch hier seine Eintrittskarte erwerben und das von hier aus tun.
 
Nun nur noch 10 km bis Wittingen und wir können wieder mit dem Zug nach Hause fahren. 
 
 

Epilog

 
 
Ich hoffe, die Beschreibung hat Ihnen gefallen und Lust gemacht, die Tour nachzufahren. Wer allerdings Wert auf eine gute Infrastruktur und ausgebaute Radwege legt, ist hier fehl am Platz und sollte stattdessen lieber den Uferradwanderwegen folgen. Radwanderwege heißt nämlich nicht Fahrradwege, sondern auch Wirtschaftswege ‑ und diese dienen in erster Linie der Land‑ und Forstwirtschaft, sind dementsprechend auf deren Bedürfnisse zugeschnitten und nicht in erster Linie auf uns Radfahrer.
 
Die teilweise schlechte Infrastruktur ist auch eine Folge der geringen Frequentierung und der dünnen Besiedlung. Es macht schon einen Unterschied, ob 80.000 Radwanderer jedes Jahr eine Route fahren (so wie auf dem Donauradweg) oder vielleicht gerade mal 800 auf dem Altmarkrundkurs ‑ und ob pro km² 200 oder (wie hier) teilweise weniger als 20 Menschen leben, dürfte auch eine Rolle spielen.
 
Die Schwäche des Altmarkrundkurses ist eindeutig die Beschaffenheit der Wege und die schlechte Infrastruktur, seine Stärken aber sind die abwechslungsreichen Landschaften, die Geschichte und Geschichten der Altmark und vor allem die Natur. Wer Natur und Einsamkeit liebt, ist hier genau richtig.
 
 
 

Nützliche Hinweise und Informationen


Die Länge der Strecken kann jeder Radwanderer natürlich selbst bestimmen. Der Abstand der einzelnen Etappen wurde nur duch den Abstand der Campingplätze bestimmt. Eine andere inviduelle Planung ist möglich.
 
Die Qualität der Wegeführung und ihre Oberflächenbeschaffenheit, so wie die Ausschilderung reicht von sehr gut über mäßig bis zu ‑ mit Verlaub gesagt ‑ "saumäßig". Feldsteinpflaster, knöcheltiefe Sand‑ und Schlammwege und rumpelige Betonplatten müssen einkalkuliert werden. die Schönheit der Landschaft und die Freundlichkeit der Menschen machen dieses doch jederzeit wieder wett.

 

Anreise:

Einzige Bahnstation in der Nähe ist Wittingen.
 
Die Strecke Salzwedel ‑ Oebisfelde ist eingestellt. Ersatz durch Bus Linie 300
mit Fahrradträger für max. 8 Fahrräder
 

Kartenmaterial
 
 
Radwanderkarte Altmark
1:75 000
Bielefelder Verlagsanstalt
ISBN 978‑3‑87073‑233‑2
 

ADFC‑Radtourenkarte
Nr. 8 1:150 000
Havelland Magdeburger Börde
Bielefelder Verlagsanstalt
ISBN 3‑87073‑068‑4
 

Öffnungszeiten:
April - Oktober
Di - So u. Fei. 10:00 - 17:00
 

Unterkunft
 
 
Ferienhof‑Hanum 
(Zeltm
öglichkeit)
Familie Fock
Dorfstraße 15
38489 Hanum
Telefon 039003 / 979977
Mobil 0172 / 5440087
 
 
 

Pension R. Schlundt
Bergstraße 10
29413 Diesdorf
Tel.: 03902/273
 

Einkehr / Verpflegung:
 
In Klötze, Kunrau (Jahrstedt) und Diesdorf besteht die Möglichkeit zur Einkehr.
Museumskrug Am Freilichtmuseum Diesdorf
Molmker Straße 23
29413 Diesdorf
Tel.: 03902/939857
Fax:05831/251147
Firmenprofil
Restaurant  Cafe
01.04. ‑ 31.10. Mo Ruhetag
 
Sonstiges:
 
Die Wege im Drömling sind nach längeren Niederschlagsperioden oft sehr feucht und schlammig. Der Drömling ist weitgehend unbesiedelt und zeichnet sich durch eine artenreiche Fauna und Flora aus. Die Mitnahme eines Fernglases ist empfehlenswert.
 
Sicherheitshinweise:
Achtung!! Zwischen Jübars und Drebenstedt befindet sich am Ende des Gefälles eine Schranke quer über dem Weg.
 
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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

"...und das bin ich"

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letzte Änderung: 28.02.2017
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