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Altmarkrundkurs Teil II ("Von Arendsee nach Osterburg")


Autor: »Uwe Barthauer
Letzte Aktualisierung: 24.11.2009 
 

Altmarkrundkurs Teil II: Von Arendsee nach Osterburg

"... steige hoch, du roter Adler ..."

 
Radfahren

Fernradwanderweg
Altmarkrundkurs
 
Dauer   Jahreszeit  
Straße Piste/Feldweg
6‑8 Std.   68km   April - Okt.
   40%         60%

Schwierigkeit  

Höhendifferenz

  Frequentierung   

Unterkunft

Sonstiges
    leicht     niederig       niederig
Zelt/Privat für Kinder geeignet

»Legende
 
Noch einmal die Hügel der Endmoränenlandschaft mit ihren Kiefernwäldern und dann die weiten Wiesen und Marschen der Altmärker Wische; Kopfweiden und stille Altwasser mit blühenden Teichrosen und Wasserhahnenfuss, umsäumt von Sumpfschwertlilien, Sumpfvergißmeinnicht und anderen Wasserpflanzen. Einzelbäume, Hecken und Gehölzgruppen in einer weiten parkartigen Landschaft. Das Trompeten der Kraniche und das melodische Flöten des Pirols erwarten uns. Und immer wieder Störche! Störche, deren Nester sich auf Hausdächern, Kirchen und Masten befinden, bevor wir wieder zwischen Seehausen und Osterburg die Stauchmoränenlandschaft der Barsberge erreichen.
 
zum vergrößern auf das Bild klicken
  • Dorfkirche Kl.Wanzer
  • Vor Harpe
  • Bockwindmühle Kl.Wanzer
  • Kopfweiden
  • Auenlandschaft
  • Peter und Paul Osterburg


 

Radwanderkarte


Arendsee-Osterburg-map-ads-de.pd

 

Vom Arendsee zur Altmärker Wische

  

Wir verlassen den Campingplatz Arendsee und fahren auf der Straße entlang des Sees bis zur Kreuzung und nehmen hier die Straße nach Ziemendorf, die auf der linken Seite über einen Radweg verfügt. In kurzem Schwüngen geht es in rascher Fahrt durch einen Kiefernwald nach Ziemendorf, wo wir nach rechts der Ausschilderung Altmarkrundkurs folgen. Der Weg führt weiter durch einen würzig duftenden Kiefernwald, dessen Boden über und über mit Blaubeersträuchern bedeckt ist, auf einer wassergebundenen Decke ständig auf und ab.
 
Was eine kräftige und schweißtreibende Beinarbeit und fleißiges schalten erfordert. Nicht nur Bergstrecken, nein auch norddeutsche Endmoränenlandschaften gehen in die Beine und lassen die Bezeichnung “norddeutsche Tiefebene” in einem ganz anderen Licht erscheinen. Wobei es hier nicht der stetige Anstieg ist, sondern es die ständigen Intervalle mit ihren kurzen und durchaus 10% ‑ 12% erreichenden Steigungen sind, die einem den Schweiß auf die Stirn treiben und das auch noch mit 25 kg Gepäck.
 
Nach etwa 5 km wird die von Leppin nach Harpe führende Straße erreicht, hier links in die Allee abbiegen und nach Harpe hinein, jetzt wieder links und am Ortsausgang rechts in den Wald hinein. Durch eine abwechslungsreiche Wald‑ und Wiesenlandschaft führt der gut beschilderte Rundkurs bis zur Straße Ziemendorf ‑ Gollensdorf. In die baumbestandene Allee nach rechts und über Gollensdorf und Drösede nach Bömenzien. Die Ortsdurchfahrten sind, wie schon gewohnt, z.T. mit Feldsteinen gepflastert und erfordern vor allem bei feuchtem Wetter ein vorsichtiges fahren. Es ist ja schon bei trockener Fahrbahn schwierig, das Rad auf diesem runden und holperigem Pflaster gerade zu halten und nasses Kopfsteinplaster ist wie Schmierseife.
 
Am Ortsende von Bömenzien dann der Straße rechts nach Aulosen folgen. Ganz allmählich hat sich der Landschaftscharakter geändert und die Kiefer‑ Heidelandschaft sich in eine parkartige Auenlandschaft verwandelt. Wir sind jetzt in der Wische ( mit langem i gesprochen) dem niederdeutschen Wort für Wiese.
 
 

 In der Wische

 

Wiesen, einzelne Bäume und Gehölzgruppen, kleinere Laubwaldstücke und vor allem von Kopfweiden umstandene Altwasser bestimmen nun die Landschaft in diesem von Aland und Elbe gemeinsam genutzten Urstromtal. Unser Altmarkrundkurs ist hier ab Aulosen identisch mit dem Elberadweg. Das Land ist eben, läßt sich gut befahren und die einzigen Erhöhungen sind nur noch die Deiche.
 
Durch Aulosen hindurch und der Straße nach Wanzer folgen. Vor Wanzer dann links und gleich wieder rechts zwischen den Häusern auf den Deich hinauf. Am Ortsbeginn links vor uns eine gut restaurierte Bockwindmühle und unmittelbar an der Straße auf einem Mast ein Storchennest. Störche und ihre Nester werden wir von nun an des öfteren auf Dächern oder Masten sehen können, ist doch das Biosphärenreservat Mittelelbe eines der storchenreichsten Gebiete Deutschlands.
 
Auf dem Deich in südöstlicher Richtung um Wanzer herum radelnd, geht der Blick nach links in die mit Weiden bestandenen Auen aus deren Altwassern und Tümpeln das quaken der Frösche und der glockenähnliche Ruf der Unken erschallt. Dazu das flöten des Pirols und rechts die gepflegten Bauernhäuser mit ihren Gärten ‑ so macht das radeln Spaß. Eine von alten Lindenbäumen umstandene kleine Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert erregt die Aufmerksamkeit und veranlaßt uns ab zu steigen und einen Moment inne zu halten. Die Steinarmut der Gegend zwang die Menschen dazu sich nach anderem Baumaterial um zu sehen und so nahmen sie das was sie hier in Mengen vorfanden. Sand, Ton und Wasser, brannten daraus die Backsteine und gaben damit dem norddeutschen Raum seine eigene Architektur und deren Wurzeln lagen, wie wir später noch sehen werden, hier in diesem Gebiet.
 
 

Ein storchenreiches Dorf, eine alte Schmiede und eine Stiftskirche

 

Am Ortsende führt der Weg wieder hinunter zur Straße, auf dieser links einbiegen und nach Pollitz In Pollitz dann links über den Deich hinunter in den Wiesen und auf schmalem Steg über den Aland und weiter zwischen Wiesen und Hecken, neugierig gemustert von weidenem Vieh, nach Wahrenberg, dem storchenreichsten Dorf Sachsens‑Anhalts und dem nach dem nur wenige Kilometer weiter auf dem anderen Elbufer stromaufwärts liegendem brandenburgischen Rühstädt das zweit‑storchenreichste Dorf Deutschlands.
 
Wir haben nun zwei Möglichkeiten, die ganz eiligen fahren gleich am Ortseingang rechts ab und am Dorf vorbei nach Geestgottberg. Wer Zeit und Muße hat, folgt links der Ausschilderung durch das Dorf, nimmt die vielen Storchennester in Augenschein und hat oben auf dem Deich Gelegenheit einen Blick auf die Elbe zu werfen. Am östlichen Dorfausgang dann auf der Straße Richtung Geestgottberg und nach einem Kilometer den Weg halb links zwischen Wiesen und Feldern auf ein kleines Auenwäldchen zu. Die Markierung hier: Altmarkrundkurs und Elberadweg.
 
Auf dem ausgeschilderten Rundkurs ‑ der Weg ist mit neuverlegten zweireihigen Platten ausgelegt ‑ etwa 4 km bis zu B 189. Die stark befahrene Bundesstraße vorsichtig überqueren und auf dem Radweg wenige Meter nach rechts und an der Straßeneinmündung links, die Brücke hinauf und über die Eisenbahnstrecke Wittenberge ‑ Stendal. Hinter der Brücke links und über die Eikerhöfe (erste Straße rechts) nach Loosenrade. Hier bei den Eikerhöfen trennen sich Elberadweg und Altmarkrundkurs, deshalb die Wegweiser beachten. Wer lieber die Elbe sehen möchte, fährt geradeaus durch Eikerhöfe und folgt hinter den letzten Gebäuden dem Elberadweg nach rechts auf den Deich hinauf und auf diesem nach Beuster. Wir folgen jedoch dem Altmarkrundkurs durch die Wiesen, vorbei an Kopfweiden und Altwassern nach Beuster. Beuster hat eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Die alte Schmiede, ein Blaulichtmuseum, eine romanische Augustiner Chorherren Stiftskirche und eine alte Pfarrkirche.
 
 

Zwei Hansestädte, Förstergräber, und ein Hundefriedhof

 

Der Rundkurs führt hier in Beuster teilweise mit dem Elberadweg gemeinsam an allen Sehenswürdigkeiten vorbei. An der ersten Straße links abbiegen an der alten Schmiede vorbei, rechts und bei der Pfarrkirche wieder rechts und an der Stiftskirche nach links aus dem Ort hinaus. Hier haben wir dann rechts das Blaulichtmuseum. Die Ortsdurchfahrt besteht ‑ wie sollte es auch anders sein ‑ aus rumpeligem Feldsteinpflaster.Wir fahren zunächst auf der Straße Richtung Esack um kurz hinter dem Dorfausgang nach links der Ausschilderung nach Ostorf und Oberkamps zu folgen. In Oberkamps auf dem Wirtschaftsweg nach rechts aus der Ansiedlung hinaus, nach ca, 1 km dann links und am Abzweig nach rechts.
 
Etwa nach 3 km erreichen wir dann die von Herzfelde nach Seehausen führende Straße. Auf dieser nach recht abbiegen und auf Seehausen zu, das wir durch das Beustertor, das letzte von vier Stadttoren, betreten. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Reste der Stadtbefestigung und die wuchtige Backsteinkirche St. Petri, auch als der “Dom der Altmark” bezeichnet. Seehausen teilt das Schicksal aller brandenburgischen Hansestädte, die 1488 nach dem verlorenen Bierkrieg aus der Hanse austreten und sich verpflichten mussten, keinerlei städtische Bündnisse mehr ein zu gehen und so in die Bedeutungslosigkeit versanken.
 
Seehausen auf der Lindenstraße in südwestlicher Richtung verlassen und an der Waldemar‑Estel Straße nach rechts einbiegen, über die Bahn und am Waldesfrieden bis zu B 189. Diese vorsichtig überqueren und am nächsten Abzweig auf dem Waldweg nach links immer dem Altmarkrundkurs nach. Wir sind hier wieder in einer Endmoränenlandschaft, den Barsbergen. Ganz allmählich aber stetig steigt der Weg auf wassergebundener Decke bergan. Oben auf der Kuppe dann die Gaststätte “Forsthaus Barsberge”. Hier befinden sich auch die Gräber früherer Förster und ihrer Hunde.
 
Das hier ist wie schon gesagt, eine Endmoränenlandschaft und so geht es in stetem auf ab durch einen Kiefern‑ und Mischwald nach Drüsedau. Hier über die Straße und dem Rundkurs nach Süden folgen. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche hügelige Landschaft nach Polkern. In dem Dorf zunächst nach links und gleich wieder rechts weiter nach Süden. Nach ca. 1,5 km dann am Waldrand nach links in den Wald und in ständigem auf und ab bis zur Krumker Straße. Auf dieser bis zum Hallenbad und hier bergab und nach Osterburg in die ehemalige Hansestadt hinein. Wer sich erfrischen möchte und einem kleinen Bad nicht abgeneigt ist, radelt zum Kleinen Biesebad, dem letzten Flussbad Deutschlands, wo auch eine Campingmöglichkeit besteht. 

 

 

Nützliche Hinweise und Informationen


Die einzelnen Etappen der Tour bilden einen Rundkurs ‑ und so kann an mehreren Stellen ein‑ oder ausgestiegen werden. Die Länge der Etappen ergibt sich aus dem Abstand der Campingplätze. Eine andere, individuelle Planung ist jederzeit möglich.
 
Die Qualität der Wegeführung und ihre Oberflächenbeschaffenheit, so wie die Ausschilderung reicht von sehr gut über mäßig bis zu ‑ mit Verlaub gesagt ‑ "saumäßig". Feldsteinpflaster, knöcheltiefe Sand‑ und Schlammwege und rumpelige Betonplatten müssen einkalkuliert werden. die Schönheit der Landschaft und die Freundlichkeit der Menschen machen dieses doch jederzeit wieder wett.

 
Anreise:

Mit Bahn oder Bus: Die Bahnhöfe Wittenberge, Geestgottberg, Seehausen, Osterburg (Strecke Wittenberge ‑ Stendal) oder der Busbahnhof Arendsee.
 
Fahrräder werden in ‑ Sachsen‑Anhalt ‑ in allen Zügen des Regional‑ und Nahverkehrs kostenlos befördert. Zwischen Salzwedel und Wittenberge wird, an Stelle der eingestellten Bahnlinie, ein Bus ‑ Linie 200 ‑ mit Fahrradträger (max. 8 Fahrräder) eingesetzt.
 
Die Anreise mit dem Pkw ist, da es ein Rundkurs ist, zu jedem der Orte möglich. Ob es jedoch auch ratsam ist, steht auf einem andern Blatt. Ich empfehle jedenfalls die Anreise mit der Bahn.
 

Kartenmaterial
 
Radwanderkarte 1:75000
Altmark
Bielefelder Verlagsanstalt
ISBN 3‑87073‑233‑2
 
ADFC‑Radtourenkarte
1:150 000 Nr.8
Havelland Magdeburger Börde
Bielefelder Verlagsanstalt
ISBN 3‑87073‑068‑4
 
 
Unterkunft:
In Seehausen und Osterburg stehen verschiedene Unterkünfte zu Verfügung.
 
Besonders empfehlenswert: Cafe Grube mit reichhaltigem Frühstück
In Osterburg am Kleinen Biesebad besteht eine Zeltmöglichkeit..
 
Einkehr / Verpflegung:
Die Versorgung zwischen den Städten ist äußerst dürftig. Es gibt bis Osterburg kaum Gasthäuser oder Einkaufsmöglichkeiten. Deshalb ausreichend Getränke und Proviant mitnehmen. In den Städten jedoch gibt es eine ausreichende Auswahl an Gaststätten. Allerdings kann die Zeit zwischen 14:00h und 17:00h problematisch werden. Vom Verfasser getestet und für gut befunden:
 


Links zu Sehenswürdigkeiten
 
 
Sicherheitshinweise:
Die Ortsdurchfahrten sind oft gepflastert, auch nach erfolgter Sanierung. Es empfiehlt sich daher, wenn irgend wie möglich, verbotenerweise den Gehweg bei ausreichender Aufmerksamkeit zu benutzen.
 
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Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.
© Uwe Barthauer Braunschweig

"...und das bin ich"

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letzte Änderung: 28.02.2017
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